Sea Watch
08.07.2019

Statement

Warum Jesus heute Seenotretter wäre

test
von Sophie Kiko

Jährlich ertrinken tausende Menschen auf der Flucht über das Mittelmeer. Aus Zahlen des UN Flüchtlingswerks (UNCHR) geht hervor, dass im Juni durchschnittlich jeder Achte die Flucht von Libyen nach Europa über das Mittelmeer nicht überlebte. Und trotz dieser erschreckenden Zahlen müssen wir immer wieder hören, dass Regierungen ihre Grenzen schließen oder es den gemeinnützigen Rettungsorganisationen untersagen an ihren Küsten anzulegen. Erst seit Mittwoch ist die deutsche Kapitänin der SeaWatch 3 Carola Rackete wieder auf freiem Fuß. Sie wurde in Italien festgehalten, weil sie ohne die Erlaubnis der italienischen Regierung mit einem Rettungsschiff 40 Flüchtlinge nach Lampedusa gebracht hat. Nun laufen zwei Verfahren wegen Widerstands gegen die Sicherheitskräfte und Beihilfe zur illegalen Einwanderung gegen die erst 31-Jährige. Noch bis gestern suchte ein weiteres Schiff mit 65 größtenteils minderjährigen Flüchtlingen tagelang einen sicheren Hafen. Auch ihnen hat der italienischen Innenministers Matteo Salvini untersagt anzulegen. Am Sonntagnachmittag kam die erlösende Nachricht: Malta lässt die Menschen an Land. Doch muss eine solche Entscheidung erst lange diskutiert werden?

ankommende Flüchtlinge

Um auf diese Missstände aufmerksam zu machen fanden am Samstag in ganz Deutschland Demonstrationen gegen die Kriminalisierung der Seenotrettung statt. Auch bei uns in Paderborn rief die Organisation Seebrücke Paderborn bereits Freitag zur Protestaktion in der Westernstraße auf. Es ist an der Zeit unseren Glauben ernst zu nehmen und gemeinsam für unsere christlichen Grundwerte aufzustehen: Wir müssen aufhören wegzuschauen, aktiv werden und eine Stimme erheben. „Fürchtet euch nicht!“, ruft Jesus den Jüngern zu, als er über das Wasser zu ihnen kommt. Er reicht Petrus die Hand, als dieser zu ertrinken droht. Wer sich also für die Rettung Geflüchteter auf dem Mittelmeer einsetzt, handelt ganz und gar in Jesus Sinne. Wenn wir alle aus Nächstenliebe denken und handeln, muss es selbstverständlich sein ihnen in der Not mit allen Mitteln zu helfen.

Ich bin mir sicher, auch Jesus würde heute nicht dastehen und zuschauen, wie täglich hilflose Menschen auf der Suche nach einer neuen Heimat ertrinken. Er wäre an Bord der Rettungsschiffe, würde auch ihnen die Hand reichen und versuchen sie an einen sicheren Hafen zu bringen. Genau wie Carola es getan hat. Genau wie es viele Helfer Tag für Tag tun und dafür zu Unrecht um ihre Freiheit bangen müssen.

Alle aktuellen Zahlen zur Flucht über das Mittelmeer findest du hier.

Weitere Infos zum Engagement der Bewegung „Seebrücke“ findest du hier.

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