25.11.2022

Body & Soul

5 Tipps für deinen Advent

Wie du dich geistlich auf Weihnachten vorbereiten kannst

von Theresa Oesselke

Seit Wochen gibt es Spekulatius und Lebkuchen in den Supermärkten. In den Geschäften erklingt Weihnachtsmusik, Weihnachtsmärkte sind eröffnet, überall ist schon weihnachtlich dekoriert.

An diesem Wochenende zünden wir die erste Kerze am Adventskranz an. Die Adventszeit beginnt. Die Vorfreude auf das Weihnachtsfest steigt. Oder?! Für viele sind diese Wochen auch die stressigste Zeit im Jahr.

Oft gerät dabei aus dem Blick, worum es eigentlich geht: Die Feste im Kirchenjahr sind nicht einfach äußerliche Feiern, sondern wollen uns innerlich berühren und unseren Glauben prägen. Wir haben fünf Tipps, wie ihr die Adventszeit auch als geistliche Vorbereitung auf Weihnachten gestalten könnt.

Dreifacher Charakter der Adventszeit 

Die Bezeichnung „Advent“ kommt von dem lateinischen Wort adventus und bedeutet übersetzt „Ankunft“. Gemeint ist die Ankunft des Herrn, also von Jesus Christus.

Verschiedene Traditionen
Zum ersten Mal haben Menschen in Spanien und Gallien die Adventszeit im 4. Jahrhundert besonders gestaltet. Allerdings nicht als Vorbereitung auf Weihnachten, sondern auf die Wiederkunft Christi, das Gericht am Ende der Weltgeschichte. Daher waren diese Wochen eine Buß- und Fastenzeit.
Der Fokus auf Weihnachten tauchte dann im 6. Jahrhundert in Rom auf. Hier stand die Erinnerung daran im Mittelpunkt, dass Gott in Jesus Christus im Stall von Bethlehem Mensch geworden ist.
Diese beiden Traditionsstränge haben sich irgendwann vermischt. Die Adventszeit hat auch heute noch diesen doppelten Charakter. Er zeigt sich zum Beispiel darin, dass der Priester in der Adventszeit violette Gewänder trägt – die Farbe der Umkehr und Buße, die an die Fastenzeit erinnert. Das Fasten soll auf die Wiederkunft Christi vorbereiten. Aber der Advent ist heute vor allem eine Zeit der freudigen Vorbereitung auf das Weihnachtsfest. Wir erinnern uns daran, dass Christus Mensch geworden ist.

Ankunft Christi im Hier und Jetzt
Der Advent hat auch noch eine dritte, persönlichere Ebene: Christus ist nicht nur vor 2000 Jahren Mensch geworden. Er wird nicht nur am Ende der Zeiten wiederkommen. Er kommt schon heute zu jedem von uns, der sein Herz öffnet. In unserem Alltag können wir ihm begegnen. Der Advent ist dafür da, uns auf diese Begegnung vorzubereiten.  

Tipp 1: Challenge für deinen Glauben

Mit dem ersten Advent beginnt nicht nur die Adventszeit, sondern auch das neue Kirchenjahr. Zeit also für gute Vorsätze. Für deine ganz persönliche Glaubens-Challenge. Was möchtest du dir im neuen Jahr für deinen Glauben vornehmen? Wie wäre es mit mehr Zeit für Gott statt für Instagram? Oder mal ein neues Gottesdienstformat ausprobieren? Mach dir eine Liste mit drei konkreten Vorsätzen und häng sie dir dorthin, wo du immer wieder drauf schaust. Es sollten vor allem Vorsätze sein, die realisierbar und machbar sind. Hohe Ziele, die nach ein paar Wochen wieder aufgegeben werden müssen, bringen dich nicht weiter.

Tipp 2: „Achtung Advent!“

„Achtung Advent!“ ist dein Begleiter durch die Adventszeit. In diesem Jahr erscheint der Adventsbegleiter bereits zum dritten Mal. Jeden Tag wirst du ausgehend vom Tagesevangelium auf eine Reise mitgenommen, die nach und nach zu Weihnachten, zum Licht führt. Auf dich warten neue Motive und Texte, die wieder zum Kern von Weihnachten führen: zu Jesus Christus selbst. Neben der gedruckten Version gibt es „Achtung Advent!“ auch als Podcast bei Spotify.

Tipp 3: Mit einer Bibelfigur nach Bethlehem

Kern des Weihnachtsfestes ist es, dass Jesus Christus Mensch geworden ist. Das hören wir in den Weihnachtsgottesdiensten im Evangelium. Die Adventszeit ist eine gute Gelegenheit, sich mal bewusst mit der Weihnachtserzählung zu beschäftigen. Dafür brauchst du nur Ruhe, 15 Minuten Zeit und eine Bibel. Die Weihnachtserzählung findest du zum Beispiel im zweiten Kapitel des Lukasevangeliums in den Versen 1 bis 21.

Wenn du den Text einmal gelesen hast, kannst du dir eine der beteiligten Personen aussuchen: Maria, Josef, einen der Hirten. Schließ dann die Augen und stell dir vor, du bist bei der Geburt Jesu im Stall von Bethlehem dabei: Was siehst du? In welcher Situation findest du dich wieder? Was fühlst du, wenn du dich in die Person hineinversetzt? Was würdest du zu Jesus sagen, wenn du vor ihm an der Krippe stehst?

Tipp 4: Gottesdienste im Kerzenschein

In vielen Gemeinden gibt es im Advent Roratemessen. Diese besondere Form der Eucharistiefeier gibt es nur in dieser Zeit im Jahr. Sie werden am frühen Morgen im Advent gefeiert. Der Name leitet sich ab von einem besonderen Gesang, mit dem die Gottesdienste beginnen: „Rorate, caeli, desuper“. Auf deutsch: „Tautet, ihr Himmel, von oben“. Dieser Gesang enthält Zitate aus dem Alten Testament, aus dem Buch Jesaja (Jes 45, 8). Es geht um den Wunsch nach Gerechtigkeit, Frieden und Trost. Ihren besonderen Charakter erhalten diese Roratemessen durch Kerzenschein.

Tipp 5: Das Friedenslicht weitergeben

Zu Beginn der Adventszeit entzündet ein Kind in der Geburtsgrotte in Bethlehem ein Licht. Dieses Friedenslicht verbreitet sich von dort in die Welt hinaus. Am dritten Adventssonntag kommt es auch ins Erzbistum Paderborn und wird an viele Kirchengemeinden weitergegeben. Du kannst dir das Licht dann holen und mit nach Hause nehmen. Vielleicht gibt es jemanden in der Familie, im Freundeskreis, bei den Nachbarn oder einen anderen Menschen, der in dieser Zeit ein Licht brauchen kann. Du kannst es ihm oder ihr bringen.

Wir wünschen dir eine gesegnete Adventszeit!

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