Frieden im Alltag leben
13.05.2018

Perspektive

Frieden im Alltag leben

Junge Menschen beschreiben Frieden

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von Natalie Junghof

Mit dem Wort Frieden verbindet jeder Mensch aus jeder Generation etwas. Was bedeutet Frieden für Jugendliche und junge Erwachsene? Und wie setzen sie sich für Frieden im Alltag ein? YOUPAX hat mit jungen Menschen auf dem 101. Katholikentag in Münster gesprochen und zahlreiche Möglichkeiten des friedvollen Handelns im Alltag kennengelernt.

»Anderen ein Lächeln zu schenken – da fängt für mich Frieden an.«

Madita Hartmann
Schülerin aus Bad Sassendorf

Carla, Madita und Leeke verteilen Friedensbotschaften.

Im Einklang mit sich selbst

Carla Husemann, Madita Hartmann und Leeke Schoon aus dem Kreis Soest sehen Frieden in Deutschland wertvoll an. Die Freundinnen sind sich einig, dass Frieden bei jedem Menschen anfängt. „Frieden beginnt mit positiven Gedanken und das ist bei manchen Menschen ein lebenslanger Prozess“, sagt die 16-jährige Leeke aus Bad Sassendorf. Mit einer positiven inneren Haltung könne der Mensch auch Taten vollbringen, die einen friedvollen Umgang mit Menschen hervorbringen. Bei der Schülerin vom Archigymnasium ist auch das respektvolle Zusammenleben mit Tieren bedeutend: „Ich ernähre mich vegan, weil ich sonst keinen inneren Frieden hätte“.

Für die 16-jährige Carla hat Frieden viel mit Selbstakzeptanz zu tun. „Es gibt viele negative Einflüsse und schlimme Ereignisse in der Welt. Das zu akzeptieren, fällt nicht leicht, sollte einen selbst aber nicht zu stark beeinflussen. Wir sollten Menschen, die Frieden schaffen, als Inspiration sehen“, sagt die 16-jährige Archigymnasiastin aus Möhnesee. Sie findet in der Meditation und in guten Taten ihren persönlichen Frieden.

„Anderen ein Lächeln zu schenken – da fängt für mich Frieden an“, sagt die 16-jährige Madita aus Bad Sassendorf. Sie empfindet Frieden in der eigenen positiven Ausstrahlung. Die Erziehung ihrer Eltern und ihr Glaube zeigen ihr Möglichkeiten, wie sie durch Taten, zum Beispiel ihr Ehrenamt als Messdienerin und in der Kinder- und Jugendarbeit, etwas für die Gemeinschaft tun kann.

Thomas Neumann als Friedensbotschafter für seine Gemeinde.

Frieden in der Gemeinschaft

Der 33-jährige Thomas Neumann begleitet eine Gruppe der Pfarrgemeinde St. Anna in Verl zum Katholikentag.  Als Pfarrgemeinderatsvorsitzender findet er das Thema „Frieden“ für den Pastoralverbund Verl – Schloß-Holte Stukenbrock von besonderer Bedeutung: „In der Bildung des neuen pastoralen Raumes gibt es zahlreiche Chancen. Dabei spielt der Frieden in und unter den Gemeinden eine zentrale Rolle“. 

Er setzte sich dafür ein, indem er Veranstaltungen, wie den großen Pfingstgottesdienst aller Gemeinden in der Ostwestfalenhalle, organisiere. Die Bestuhlung der Veranstaltung, um die er sich u.a. kümmert, sei dabei wichtig für die Integration aller Gemeindegruppen. „Der Friedensgruß, den die Gläubigen sich im Gottesdienst geben, ist bildlich ein Friedenssymbol“, sagt Thomas. Als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Münster pendelt er wöchentlich zwischen seinem Wohnort Verl und dem Arbeitsort Münster. An seinem Arbeitsplatz gibt es die Möglichkeit, an einigen Tagen Zuhause zu arbeiten. „Mein innerer Frieden ist durch die Vereinbarkeit von Familie und Beruf möglich“, sagt der Kirchenrechtler.

Raphael Röwenkamp engagiert sich für den europäischen Dialog.

Verständigung mit Menschen in Europa

Für den 20-jährigen Studenten Raphael Röwenkamp bedeutet Frieden auch die Zufriedenheit mit dem eigenen Lebensstil. Dazu gehört für ihn die Eigenständigkeit, also nicht auf Kosten von anderen Menschen zu leben. Für ihn betrifft das neben dem Gleichgewicht der studentischen Ausgaben auch das Gleichgewicht der eigenen Handlungen gegenüber anderer Menschen. Der gebürtige Dortmunder engagierte sich jahrelang für das Gasthaus, eine Wohnungslosen-Initiative in Dortmund. „Ein Beitrag zum Leben in Frieden ist es für mich, Menschen aus sozial schwachen Verhältnissen zu helfen“, sagt der Theologie-Student. 

Aktuell arbeitet er in der Organisation Sociomovens des Sozialinstituts Kommende Dortmund. Dabei setzt er sich für die Verständigung und Einheit Europas ein. Die Organisation unterstützt Jugendliche in Osteuropa und zeigt ihnen Wege der Arbeit in sozialen Einrichtungen. Raphael reiste dafür beispielsweise nach Ungarn und besuchte dort mit Jugendlichen der 10. Klasse ein Altenheim. Der europäische Dialog zwischen Deutschland und den Ländern Polen, Ungarn und Rumänien ist ihm ein besonderes Anliegen: „Ich bin als Friedenssucher in der Katholischen Hochschulgemeinde Münster unterwegs, aber auch überregional in Deutschland und Europa“.

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