Tilnehmer des Pfingstzeltlagers 2019
10.06.2019

Heimat

200 Kinder und Jugendliche im Reich der Enten 

Malteser Jugend Paderborn veranstaltet 41. Pfingstzeltlager in Rietberg

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von Sophie Kiko

Auf dem Schützenplatz in Rietberg toben Kinder, in einem großen Festzelt wird Essen verteilt und nebenbei läuft auf der Wiese ein Soundcheck. Die Malteser Jugend Paderborn veranstaltet zum 41. Mal das Pfingstzeltlager und ich darf für YOUPAX am Pfingstsonntag mittendrin sein. Rund 200 Teilnehmer aus 18 Gliederungen des Diözesanverbands haben sich über das lange Pfingstwochenende auf den Weg hierher gemacht, um alte und neue Freunde zu treffen, Gemeinschaft zu leben und vor allem die traditionelle Lagerolympiade zu gewinnen.

Adam und Nicole beim Pfingstzeltlager 2019

»Wir kannten uns untereinander gar nicht alle, aber hatten schnell viel Spaß miteinander und wurden herzlich aufgenommen.«

ADAM & NICOLE  
Die Zwillinge sind extra aus Polen angereist

Die Teilnehmer des Wochenendes kommen aus der ganzen Diözese und nicht nur das. Auch eine Gruppe polnischer Jugendlicher hat sich extra für dieses Event auf den Weg nach Deutschland gemacht. Adam und Nicole sind Zwillinge und kommen aus Racławice Śląskie in Polen. Die beiden 16-Jährigen sind mit ihren zwei Deutschlehrinnen hergekommen, weil Rietberg eine Partnerschaft mit ihrer Heimatstadt hat. Im Gespräch betonen sie immer wieder, wie beeindruckt sie von dem Zeltlager der Malteser sind. Es stecke so viel Aufwand dahinter, den sich in Polen die meisten Menschen wahrscheinlich nicht machen würden. Besonders die vielen Spiele und das kreative Motto „Malte zu Besuch im Entenreich“, welches sich angelehnt an die Comicserie Ducktales mit Kostümen und einer Geschichte durch das Programm zieht, haben es den beiden angetan. „Wir kannten uns untereinander gar nicht alle, aber hatten schnell viel Spaß miteinander. Es ist auch schwierig, weil nicht alle von uns sich trauen Deutsch zu sprechen, aber wir wurden herzlich aufgenommen und wollen gerne wiederkommen.“, fassen sie das bisher Erlebte zusammen.

Pfingstzeltlager Malteser 2019

Gelebte Gemeinschaft

Hand in Hand beim Pfingstzeltlager
Manuel Birkenhauer
Malteser Pfingstzeltlager 2019

Mehr über die Arbeit der Malteserjugend im Erzbistum auf www.malteserjugend-paderborn.de

Bevor der Kleinkunstabend startet, an dem sich jeder beteiligen darf, gibt es Abendessen. An den Bierzeltgarnituren im großen Zelt wird gelacht und sich über die Ausflüge unterhalten, die am Sonntagnachmittag stattgefunden haben. Einige Gruppen waren schwimmen oder einfach zum Eis essen in der Rietberger Innenstadt. Manche Kinder wiederum berichten von dem Mut, den sie beim Klettern im Hochseilgarten hatten, und verschlingen dabei den traditionellen Lagerburger. Die Stimmung unter den Teilnehmern ist super an diesem letzten Abend. Dass das kein Wunder ist, erzählt mir Manuel Birkenhauer aus Soest. 

Der 21-jährige Gruppenleiter nimmt in diesem Jahr zum achten Mal am Pfingstzeltlager teil. Seit letztem Jahr ist er sogar mit der von ihm selbst ins Leben gerufenen Gliederung - wie die Ortsgruppe der Malteser genannt werden, unterwegs.

»Malteser zu sein gehört bei uns zur Familie. Meine Eltern haben sich im Pfingstzeltlager kennengelernt. Ich wurde sozusagen in das Malteserleben reingeboren.«

MANUEL BIRKENHAUER 
21 Jahre aus Soest

„Malteser zu sein gehört bei uns zur Familie. Meine Eltern haben sich im Pfingstzeltlager kennengelernt und ein Jahr Pause könnte ich mir gar nicht vorstellen.“, erklärt er mir. „Ich bin sozusagen in das Malteserleben reingeboren.“ Seit seinem siebten Lebensjahr ist Manuel offiziell im Jugendverband und mit zwölf Jahren war er zum ersten Mal bei einem Pfingstzeltlager dabei. Seitdem hat er keins ausgelassen und freut sich jedes Jahr auf diesen Höhepunkt. „Wenn man so lange dabei ist, entstehen Freundschaften. Es ist toll, sich dann hier wieder zu sehen und macht unglaublich viel Spaß.“

Nach den ersten Jahren, in denen Manuel ohne eigene Gliederung unterwegs war, wollte er die Begeisterung weitergeben. Durch einen ‚Abenteuer Helfen Kurs‘ konnte er Kindern in Werl und Soest die Arbeit der Malteser ein bisschen näherbringen und zeigen, dass jeder helfen kann. Aus diesem Angebot ist die erste Gruppenstunde der neuen Gliederung entstanden, in der acht Mädchen und Jungen zwischen acht und elf Jahren wöchentlich spielen, lachen und Grundlagen der ersten Hilfe lernen. 2018 ging es für sie dann zum ersten Mal zum diözesanweiten Pfingstzeltlager. Stolz erzählt Manuel: „Das erste Jahr mit der eigenen Gruppe und den eigenen Gruppenkindern im Zeltlager war definitiv mein Highlight. Wir haben auch direkt die Lagerolympiade gewonnen und durften den Wanderwimpel mit nach Hause nehmen. Das war für mich etwas ganz Besonderes.“

Malteser Pfingstzeltlager Kleinkunstabend

»Die Lagerolympiade ist Tradition. Es gab bisher kein Jahr ohne diesen Programmpunkt. Das wäre auch nicht vorstellbar.«

BASTIAN RUHRMANN
29 Jahre - Jugendsprecher der Malteser Jugend Paderborn

Die große Lagerolympiade, die am Samstag stattfand, ist hier das große Highlight und alle warten gespannt auf das Abendprogram, in dem endlich die Sieger verkündet werden. Den blauen dreieckigen Wanderwimpel darf die Gewinnergruppe bis zum nächsten Jahr behalten und alle möchten ihn haben. Bastian Ruhrmann ist Arzt und ehrenamtlich als Jugendsprecher der Malteser Jugend Paderborn aktiv. Der 29-Jährige gehört zum Diözesanjugendführungskreis – kurz DJFK. Gemeinsam mit den anderen Mitgliedern des Gremiums und einigen Maltesern der Gliederung Rietberg hat er das Zeltlager zum wiederholten Mal auf die Beine gestellt. Er ist in diesem Jahr das 20. Jahr in Folge dabei und gehört somit zu den alten Hasen in der Malteser Jugend. Bastian weiß, warum die Lagerolympiade so wichtig ist: „Die Olympiade ist Tradition. Es gab bisher kein Jahr ohne diesen Programmpunkt. Das wäre auch nicht vorstellbar. Wer an den Stationen mit vielen Spielen und auch erste Hilfe Übungen am besten abschneidet gewinnt Lob, Ehre und den berühmten Wimpel.“

»Zu sehen wie begeistert die Teilnehmer sind, Jahr für Jahr wiederkommen und diese Begeisterung weitertragen, ist ein tolles Gefühl.«

Die schönsten Momente in all den Jahren Pfingstzeltlagererfahrung sind für den Malteser trotzdem andere: „Das Größte sind einfach immer wieder die Teilnehmer selbst. Zu sehen wie begeistert sie sind, Jahr für Jahr wiederkommen und diese Begeisterung weitertragen, ist ein tolles Gefühl. Dann weiß ich, wofür wir diese ehrenamtliche Arbeit machen und dass wir als Jugendverband eine gute Arbeit leisten. Jeder ist willkommen.“

Bastian Ruhrmann in seiner Rolle als Malte
Medaillen der großen Lagerolympiade
Malteser Pfingstzeltlager
Die Gliederungen Rietberg und Werl/Soest gewinnen gemeinsam die Lagerolympiade

 Im Rahmen des Kleinkunstabends findet schließlich endlich die sehnsüchtig erwartete Siegerehrung statt. Selbstverständlich werden alle Gliederungen, die teilgenommen haben, geehrt. Zwischen den besten drei Plätzen wird es dann jedoch besonders spannend. Der Verkündigung des Siegers folgen Jubelschreie, viele Umarmungen und einzelne Freudentränen. Im Zusammenschluss mit dem Gastgeber Rietberg konnte Manuel den Titel mit seiner Gliederung verteidigen. Nach diesem Höhepunkt wird gefeiert. Bei der anschließenden Lagerdisko feiern alle Altersgruppen gemeinsam nicht nur den Ausgang der Lagerolympiade, sondern auch Geburtstag. Die Malteser Jugend wird bundesweit 40 Jahre alt und zur Feier des Tages gibt es zur Überraschung eine dreistöckige Torte.

Malteser Jugend feiert den 40. Geburtstag

Nach Hause geht es mit gemischten Gefühlen 

Robin und Emily aus Geseke sind Teilnehmer des Pfingstzeltlagers

Die Party ist im vollen Gange und ich treffe vor dem Zelt auf Robin und sein Gruppenkind Emily aus Geseke. Die 12-jährige Emily hält in ihrer Hand eine Handpuppe von Malte – dem Maskottchen der Malteser Jugend. Zum dritten Mal ist sie schon dabei und neben den wöchentlichen Gruppenstunden bei Robin gehört das Zeltlager zum festen Bestandteil in ihrer Gliederung. „Wir kommen immer wieder her, weil man hier den Zusammenhalt der Malteser spürt. Wir haben Freunde aus anderen Gliederungen, die man sonst nicht so häufig trifft. Es macht einfach Spaß, sich wieder zu sehen und gemeinsam Zeit zu verbringen.“ 

Bei dem Gedanken an die bevorstehende Abreise am nächsten Tag hat Emily allerdings eher gemischte Gefühle: „Ich fahre mit einem guten Gefühl nach Hause, aber bin auch ein bisschen traurig, weil ich manche Freunde vielleicht erst nächstes Jahr wiedersehe.“ 

Klar ist jedoch für alle Teilnehmer: „Wir kommen wieder!“

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