400 Festivalbesucher rocken und beten lauter als je zuvor
29.09.2014

400 Festivalbesucher rocken und beten lauter als je zuvor

"LOUDER THAN BEFORE" in Unna

Ein richtiges Festival in Unna? Und dann auch noch mit christlicher Rock- und Popmusik? Da, wo 365 Tage im Jahr Pfadfinder, Messdiener oder Jugendkirche das Programm für Jugendliche und junge Erwachsene bestimmen, startete am Samstagabend eine echte Premiere. Nicht nur für Unna, für das ganze Erzbistum Paderborn. „LOUDER THAN BEFORE“, das erste Festival mit zwölf christlich-motivierten Bands rockte zusammen mit über 400 Besuchern die angesagte Partylocation Lindenbrauerei in Unna.

Es ist 16.30 Uhr als langsam der Einlass startet. Zwei Shuttlebusse aus Paderborn und Umgebung rollen an. Nicht nur Unna kommt, um mitzufeiern, aus anderen Regionen des Erzbistums reisen Festival-Freunde und Fans christlicher Rock- und Popmusik an. Dass LOUDER THAN BEFORE anders ist als Serengeti oder Big Day Out wird schnell klar. Vikar Simon Schwamborn steht neben Moderator Stefo Petersen auf der Bühne und eröffnet das Festival. „Lasst uns heute hier Gottes Geist spüren“, sagt Simon Schwamborn. Und Moderator Stevo lädt dazu ein, den „Lärm richtig zu genießen“. Glauben und Party, das passt zusammen.

Das Publikum feiert die Bands.Die sommerliche Nacht entwickelt schnell ihre eigene Dynamik. Das Line-up steigert sich durchgängig bis Mitternacht. Auf der Hauptbühne im „Kühlschiff“ wird gerockt und gefeiert, im „Atelier“ kann man die Seele baumeln lassen, der Musik lauschen und auf der Dachterrasse entspannen.

Als erstes drehen Since4Days die Verstärker so richtig auf. Die fünf Jungs aus Verl haben die Wildcard beim Facebook-Voting abgeräumt und zeigen jetzt ihrem Publikum und der Vorauswahl-Jury, dass sie sich mit ihrem Punkrock mit den ganz Großen in der christlichen Musikerszene messen können.

Hauptorganisatorin Ute Balkenohl greift derweil mit der Band „Like a Breeze“ im Atelier selbst zum Mikro. Die Referentin für Jugend und Familie im Dekanat Unna ist leidenschaftliche Sängerin und hat als Organisatorin das Festival gepusht, um katholische Jugendarbeit im neuen Pastoralen Raum Unna zu vernetzen und zu stärken. Unterstützt von Kollegen aus vielen weiteren Dekanaten und der Abteilung Jugendpastoral in Paderborn, damit das Erzbistum sein eigenes Musikfestival bekommt. Doch das alles steht an diesem Abend gar nicht im Mittelpunkt, es geht um hochkarätige Musik, Glauben und Tiefgang in den Texten.

David und Juliane aus Unna sind als Helfer mit dabei.Aber es gibt eben auch die Jugendlichen aus Unna, die mitanpacken, um das Festival möglich zu machen. David Gorny und Juliane Golz gehören zur Crew, die den Einlass kontrollieren, die Abendkasse organisieren, am Infopoint stehen und sich um die Bands kümmern. „Wir wollen dazu beitragen, dass Kirche in Unna aktuell und ansprechend für andere junge Menschen ist“, sagt der 17-jährige David. „Und natürlich macht das hier riesig Spaß“, schiebt David hinterher. Dass das Festival so gut wird, hatten die beiden Jugendlichen nicht erwartet. „Die Bands sind echt professionell, die Lieder sind selbst geschrieben, einfach tolle Texte“, sagt Juliane und David ergänzt: „Das ist ganz klar obere Festival-Liga.“

Das Festival rauscht gegen 21 Uhr im Kühlschiff auf seinen Höhepunkt zu. „warumLila“, aktueller Inhaber des Deutschen Rock Preises nehmen die Bühne und das partywütige Publikum stimmungstechnisch in Besitz. Die Boygroup mit Vita, Anton, Frido und Eric aus Minden begeistert mit poppig-punkigen Rock sowie einigen Akustiksongs. Rockgitarren treiben an, leicht poetische Texte berühren die Zuhörer. Und was „warumLila" antreibt, erklärt Frontmann Vita: „Für uns Vier ist das Gott!“ Eineinhalb Stunden Auftritt vergehen wie im Flug. Dann geht’s weiter und die Jungs von „My Little Rockstar Dream“ räumen als letzter Akt die Bühne ab.

Im Atelier geben sich mit Daniel Harter und Steve Savage der selbsternannte Musikmissionar und der Folkpop-Sänger die Klinke, eher das Mikro, in die Hand. Zwar keine gute Nacht-Songs, dafür aber chillige Musik mit akustischem Pop und Folkelementen sowie rhythmischem Indie-Rock verabschieden die Besucher. Organisatorin Ute Balkenohl lauscht und lehnt sich entspannt zurück. „Die Stimmung war wirklich grandios, wenn man das so sagen darf.“ Für jeden Besucher sei etwas dabei gewesen: „Der eine hat mitgerockt, der andere hat mitgebet.“

Mix

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