Mariana als Weltentdeckerin
16.05.2022

Lifestyle

Als Freiwillige für ein Jahr in Deutschland

Wie Mariana aus Brasilien als Freiwillige hier eine andere Kultur von Kirche erlebt

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von Elisabeth Strüber

Für ein Jahr eine andere Kultur kennenlernen? Diese Idee hat Mariana Franco Soares schon seit Jahren bewegt. Die 22-jährige ist Brasilianerin, aus Vitória.  2015 nahm ihre Familie für ein Jahr eine deutsche Freiwillige bei sich auf. Die sagte zu Mariana: „Komm doch auch mal nach Deutschland, das wäre etwas für dich!“

Marina Franco Soares

Wie die Erfahrung begann

Eine Auslandserfahrung ist immer ein Abenteuer. Begeistert von Marianas Idee, ins Ausland zu gehen, waren daher ein paar Familienmitglieder zunächst nicht. Wer weiß, was da auf sie zukommt? Gegangen ist sie trotzdem. Die Sehnsucht nach einer neuen Erfahrung war größer als die Sorgen.

Am 16. Oktober 2021 ging dann der Flieger. Mariana Franco Soares ist mit mundus Eine Welt e.V. nach Deutschland gekommen. Von Oktober 2021 bis September 2022. Ihre Zeit als Freiwillige begann mit einem Sprachkurs. Nun arbeitet sie in einem katholischen Kindergarten in Paderborn.

Mariana in Deutschland

Was heißt es Freiwillige in der Kirche zu sein?

Eine freiwillige Zeit für die Kirche? Was heißt das eigentlich? Bist du Missionarin? Oder was ist der Auftrag? „Ich wurde auch schon gefragt ob ich jetzt jeden Sonntag in die Kirche muss“, erzählt Mariana „Dem ist aber nicht so. Ich war hier erst zwei Mal in der Kirche.“ In ihrem Dienst wird von ihr als Freiwillige gesprochen und nicht von einer Missionarin. 

Für Mariana heißt es eine Freiwillige in der Kirche zu sein das Vorleben was sie von der Botschaft des Evangeliums verstanden hat. Sie sagt: „Ich bin hier her gekommen, um zu helfen und um für andere da zu sein.“ Marianas Ziel lautet: Im Glauben ein Vorbild sein. In erster Linie für die Kinder in der Kita.

In Brasilien leitete die 22-Jährige eine Jugendgruppe der Fokolar-Bewegung – einer geistlichen Gemeinschaft. Ihr Leitbild ist es, für die Zukunft der Kirche, also die Gemeinschaft aller Gläubigen, zu denken und zu handeln. „Wenn alle ein kleines bisschen dafür tun, dann ist es etwas Größeres“, sagt Mariana. Und mit diesem Wissen glaubt sie daran, diese Welt ein großes Stück besser zu machen.

Deutschland ist ganz anders als Brasilien

Noch in Brasilien wurde ihr erzählt, dass die Deutschen schwierige Menschen seien. Aber sie dachte sich, dass die Deutschen vielleicht nicht schwierig, sondern einfach anders sind. In der Tat ist einiges hier für sie ungewöhnlich. Manches auch besser als bei ihr Zuhause.

Mariana in dem Garten ihrer Gasteltern

Wie beten die Deutschen hier in der Kirche?

Aus Brasilien kennt es Mariana, dass der christliche Glaube im Alltag und in der Gesellschaft präsent ist. Ein Beispiel: Vor dem Essen zu beten ist für sie ganz normal. Gott ist immer irgendwie da. Ihm wird zu jeder Gelegenheit gedankt. „Wenn zum Beispiel jemand aus der Familie Geburtstag hat, gehen wir auch in den Gottesdienst“, erzählt sie. „Wir machen das, um Gott für ein weiteres Jahr zu danken.“ Mariana erzählt auch, dass sie aus einer sehr gläubigen Familie kommt. Ihr Bruder ist auch auf dem Weg, Priester zu werden.

Mariana ist zudem nach Deutschland gekommen, um kennenzulernen wie die Deutschen ihren Glauben leben. „Die Gottesdienste sind hier auch ganz anders. Es ist hier so still. Es kommt mir so vor, als ob jemand gestorben wäre“, sagt sie. Und weiter: „Hier ist es so: Der Priester erzählt und die Gemeinde hört zu. In Brasilien ist es viel lebendiger, auch mit der Musik“. Letztendlich sagt sie aber auch, dass es in der Kirche kein richtig und kein falsch gibt. Es ist einfach anders.

Für die Süd-Nord-Freiwilligen werden in Paderborn noch Gastfamilien gesucht. „Süd-Nord-Freiwillige“ bezeichnet bei mundus Eine Welt e.V. die jungen Freiwilligen, die aus Südamerikanischen oder Afrikanischen Ländern - also aus dem Süden der Welt - hier in den Norden nach Deutschland kommen. 14 junge Menschen aus Brasilien, Honduras, Costa Rica, Namibia, Malawi und Madagaskar werden im September für die ersten vier Wochen im Sprachkurs Gastfamilien in Paderborn benötigen. Von Oktober bis Ende August 2023 werden Gastfamilien in Paderborn, Salzkotten, Scharmede, Hövelhof, Bad Lippspringe , Brakel und Warburg gesucht. Wenn ihr oder Sie sich vorstellen können einen jungen Menschen aufzunehmen, dann können Sie Kontakt mit Johanna Frommelt über info@mundus-eine-welt.de aufnehmen.

Auch als Freiwilliger oder Freiwillige hier aus Deutschland für einen Einsatz im Süden der Welt kannst du dich wieder ab Sommer für die Ausreise 2023 unter https://www.mundus-eine-welt.de/index.php/bewerbung bewerben.

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