Zwischen Jesus Christus und Jesus von Nazareth muss unterschieden werden.
14.08.2020

Faszination

Belegt: Jesus hat wirklich gelebt

Sicherheit im Glauben: Über Jesus wissen wir mehr als aus den Evangelien

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von Jan-Niklas Kleinschmidt

Die Geschichte, ja die Botschaft, Jesu Christi klingt manchmal unglaublich. Zu schön, um wahr zu sein. Doch historische Texte zeigen: Jesus hat wirklich gelebt.

Eins vorweg: in diesem Artikel müssen wir zwischen den Bezeichnungen Jesus Christus und Jesus von Nazareth unterscheiden. „Christus“ bedeutet „Gesalbter“ oder „Messias“ und beinhaltet damit schon eine theologische und spirituelle Deutung. Wer von „Jesus Christus“ spricht, der oder die bekennt sich zum Sohn Gottes.

Wenn wir jedoch von „Jesus von Nazareth“ sprechen, dann meinen wir die historische Person. Dieser Jesus soll im Zeitraum von ca. 0-33 n. Chr. im Raum des heutigen Israel gelebt haben. Aber woher wissen wir eigentlich, dass Jesus von Nazareth gelebt hat? Oder ist die Existenz Jesu letztendlich doch eine Glaubensfrage?

Erst außerchristliche Quellen geben historischen Einblick

Jesus hat seine Fußspuren im heutigen Israel hinterlassen.

Einige Quellen sind uns sehr bekannt. Die Evangelien und die Briefe des Neuen Testamentes gehören zu den „christlichen Quellen“. Sie berichten wenige Jahrzehnte nach Jesu Tod von seiner Existenz und seinem Wirken. Da in den ersten christlichen Texten ca. 20 Jahre nach Jesu Leben von der historischen Person sprechen, könnten man behaupten, dass diese Quellen ausreichen.

Jedoch besteht die „Problematik“ bei den christlichen Quellen aus dem Neuen Testament (und den Apokryphen) darin, dass es theologische Texte sind. Sie stammen von gläubigen Menschen und besitzen einen „Verkündigungscharakter“. Diese Schriften beinhalten bereits theologische Aussagen und deuten Jesus als den einen „Christus“. Die Texte haben nicht das primäre Ziel, den historischen Jesus darzustellen. Ihnen geht es darum, den Menschen von Ihrem Glauben und Botschaft zu berichten. Sie versuchen, Ihre Theologie mit der Jesusfigur in Verbindung zu setzen.

Christliche Quellen verbinden „Bewertung“ und „Bericht“. Daher ist es umso spannender zu schauen, ob es auch außerchristliche Texte gibt. Objektive Quellen, die einen historischen Sachverhalt aus einer anderen Perspektive darstellen. Zum Vergleich: Wenn man über den amerikanischen Unabhängigkeitskrieg nur britische Quellen lesen würde, würde man ein sehr einseitiges Bild erhalten. Einen detaillierteren Blick erhält man erst, wenn man unterschiedliche Blickwinkel und somit unterschiedliche Quellen liest.

"Der Stern von Bethlehem"

"Jesus, ein Mensch voller Weisheit"

Tatsächlich gibt es mehrere außerchristliche Quellen. Vor allem jüdische und römische Schriften aus den ersten beiden Jahrhunderten berichten über den historischen Jesus. Die wohl bekannteste Quelle ist die des antiken jüdischen Historikers Flavius Josephus. Zunächst war Flavius ein jüdischer Soldat, welcher bei einer Schlacht gegen die Römer um 70 n. Chr. gefangen genommen wurde. Zur späterer Zeit erhielt dieser vom Kaiser die Aufgabe, die Geschichte des jüdischen Volkes aufzuschreiben, welche heute als „Antiquitates“ bekannt ist. Hier schreibt Flavius um ca. 93.n Chr.:

„Um diese Zeit lebte Jesus, ein Mensch voller Weisheit, (wenn man ihn überhaupt einen Menschen nennen darf). Er tat nämlich ganz unglaubliche Dinge und war der Lehrer derjenigen Menschen, welche gerne die Wahrheit aufnahmen, so zog er viele Juden (und viele aus dem Heidentum) an sich. […] Noch bis jetzt hat das Volk der Christen, die sich nach ihm nennen, nicht aufgehört.“

Der Garten Gethsemane: ein historischer Ort, der auch in der Bibel eine tragende Rolle spielt.

Weitere wichtige außerchristliche Quellen sind:

  • Der syrische stoische Philosoph Mara Bar Sarpion
  • Die "offiziellen" römischen Geschichtsschreiber Plinius der Jüngere, Tacitus und Sueton
  • Der samaritanische Historiker Thallus


Alle diese voneinander unabhängigen Autoren setzten die Historizität Jesu voraus und berichten von „Fakten“, die uns bereits die christlichen Texte erzählten:

  • Er hat Jünger um sich gesammelt.
  • Er war ein intelligenter Mann, der durch seine Predigten Menschen erreichen und überzeugen konnte.
  • Er hatte einen „Bruder“ mit den Namen Jakobus.
  • Er vollbrachte Wunder und legte das Gesetzt der Juden anders aus.
  • Er wirkte im Rahmen der jüdischen Religion und bald darüber hinaus.
  • Er starb einen gewaltsamen Tod aufgrund von Verurteilung durch die Obrigkeit.
  • Er wurde als König und Messias betitelt.

Wer war Jesus für dich?

Wer war Jesus für dich?

Unter Historikern besteht daher eine große Einigkeit, dass Jesus tatsächlich gelebt hat und keine mystische Figur ist. Uns Christen kann dieses Wissen Halt im Glauben schenken. Sicherheit, wenn Fragen und Zweifel aufkommen.

Jesus hat also gelebt. Wirklich. Und jetzt? Jetzt steht jeder Mensch vor der Frage: Wer ist Jesus für mich? Da seine Person im Christentum, Islam, Judentum und Co. unterschiedlich gedeutet wird, steht hier jeder vor einer Glaubensentscheidung. Mir persönlich gibt es Kraft, zu wissen, dass Jesus viele Menschen erreicht hat. Dass er Menschen beeindruckt hat die daraufhin überzeugt waren, dass er der Messias sein muss. Und genauso wie die Anhänger Jesus vertraut haben, vertraue ich den ersten Anhängern Jesu, dass dieser historische Mensch der Christus ist. Der Sohn Gottes. Der Retter der Welt. Wahnsinn!

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