Wärme im Blick: Papst Franziskus strahlt eine unglaubliche Nähe zu den Menschen aus.
04.07.2018

Perspektive

Buchtipp: "Generation Franziskus"

YOUPAX-Autorin Carolin hat das Buch von Peter Hummel gelesen und verrät euch hier, warum ihr das auch tun solltet.

Von Carolin Schnückel

Das Cover von "Generation Franziskus - Wie der Papst der Armen uns alle bereichert"

Autor: Peter Hummel

Titel: Generation Franziskus - Wie der Papst der Armen uns alle bereichert

Preis: 14,90 € (Taschenbuch)

ISBN: 978-3-89710-560-7

Erschienen: 26.08.2013

Verlag: Bonifatius Verlag Paderborn

"Buona sera!"

„Buona sera!“ – Das sind die unvergesslichen ersten Worte, die der frisch gewählte Papst Franziskus an die Gläubigen auf dem Petersplatz und die gesamte katholische Welt spricht. Nur zwei Worte, in denen schon so viel mitschwingt: Bescheidenheit, Humor, Direktheit, Herzlichkeit. Und irgendwie auch ein augenzwinkerndes Versprechen an die Katholiken: Hier kommt frischer Wind! Der Augsburger Journalist Peter Hummel nimmt genau diesen Moment als Einstieg in sein 200-seitiges Sachbuch über unseren Kirchenvater – beziehungsweise eine Beschreibung seines ganz persönlichen Erlebens der Papstwahl am 13. März 2013. Ein lebendiger und witziger Anfang, denn Peter Hummel saß während der Verkündigung des „Habemus Papam!“ mit seinen Kindern bei einem Eishockeyspiel und konnte nur bruchstückhaft per SMS an seine Frau diesen großen Moment miterleben.

»Was das Buch wunderbar auflockert, sind die eingestreuten 'Randnotizen': Knallgrün gesetzte Zitate von Christen aus aller Welt bringen uns dem Papst Stückchen für Stückchen näher.«

YOUPAX-Autorin Carolin

Unwillkürlich denkt man selbst an den Augenblick zurück, in dem man Jorge Mario Bergoglio erstmals in seinem neuen Amt auf dem Balkon stehen sah. Ohne großen Prunk, im schlichten Ornat, mit einfachen Worten – die Art des Argentiniers hat viele Menschen sofort begeistert. Diese Faszination und ihre Wirkung auf die katholische Welt bringt Hummel uns mit einem persönlich und facettenreich gezeichneten Bild des Papstes näher.

Zunächst wird das Leben von Jorge Mario Bergoglio umrissen, teilweise unterhaltsam-berichtend, teilweise mit zitierten Briefen oder Anekdoten von Weggefährten aus Buenos Aires. Und ganz schnell begreift man: Franziskus ist ein Papst aus der lebendigen Mitte der Glaubenswelt.

Den Leserinnen und Lesern werden einige blitzlichtartige Einblicke in Franziskus‘ Alltag in Buenos Aires gegeben, als er noch Erzbischof der Stadt ist. In vielen kleinen Geschichten lernen wir den Menschen Jorge Mario Bergoglio unmittelbar kennen – als Fußball- und Tangofan, als echten Kümmerer und Seelsorger der Armen. Kapitel für Kapitel verstehen wir besser, warum das Verhältnis von Glaube und Gerechtigkeit die absolute Nummer Eins auf Franziskus‘ Agenda ist.

Was das Buch wunderbar auflockert, sind die eingestreuten „Randnotizen“. Knallgrün gesetzte Zitate in eckigen Klammern und fetter Schrift bringen uns dem Papst Stückchen für Stückchen näher. Zu Wort kommen mal mehr, mal weniger bekannte Christen aus aller Welt: von Ordensleuten über Weltfußballer, Mitglieder der argentinischen Bischofskonferenz, Weltstar Elton John – bis hin zu ganz normalen Facebook-Nutzern „wie Du und ich“.

All diese einzelnen erzählten Mosaiksteine bilden im großen Ganzen dieses Franziskus-Gefühl, das man gar nicht richtig in Worte fassen kann. Dass dieser Papst irgendwie besonders ist. Dass man sich ihm verbunden fühlt, als ob man ihn persönlich kennt. Und genau diese Nähe zu den Gläubigen hat die katholische Kirche laut Peter Hummel so sehr gebraucht. Ebenso wie die natürliche Ausstrahlung dieses Kirchenvaters, die uns zeigt, wie einfach es doch eigentlich ist zu glauben, welche Leichtigkeit der katholische Glauben in sich trägt – wenn man ihn nur lässt.

Immer mittendrin: Franziskus sucht stets den direkten Kontakt zu den Menschen.
Wenn jede und jeder für sich Mission lebt, sind wir alle ein bisschen Papst.

Warum wir alle ein bisschen Papst sind

Trotz des persönlichen Tons dieses Sachbuchs fehlt aber nicht eine Einordnung in die theologische Richtung und verfolgte Linie des Papstes: Anhand von konkreten Leitsätzen („Seid barmherzig!“, „Seid Salz für die Erde!“, „Seid nicht alltägliche Felsen, sondern Felsen im Alltag!“) berichtet Hummel von Mitmenschen, die sich von Franziskus in ihrem Handeln haben inspirieren lassen. So erzählt er von der alleinerziehenden Mutter, die in ihrer Gemeinde eine Nightfever-Gruppe aufbaut, oder von der ehrenamtlichen Krankenhausseelsorgerin. Von Menschen also, die uns im Alltag begegnen und uns zeigen, warum wir „alle ein bisschen Papst“ sind. Dass jede Christin und jeder Christ die Kirche gestaltet, egal wie groß oder klein die individuelle Wirkung sein mag.

Peter Hummel schließt mit seinem persönlichen Zukunftstraum von der deutschen katholischen Kirche, die die Menschen wieder berührt. Eine Kirche, die sich nicht an ihren Ge- und Verboten aufreibt, sondern schlicht und einfach den Glauben an Jesus Christus, den Glauben an Gerechtigkeit wieder in den Vordergrund stellt. Eine Kirche, die sich Franziskus als Rebell der Glaubenskommunikation zum Vorbild nimmt. Diese Vision führt Peter Hummel übrigens in einem zweiten Teil weiter - Untertitel: "Der Papst ist ein Revolutionär. Da machen wir mit!"

Darum solltest Du das Buch lesen

„Generation Franziskus – Wie der Papst der Armen uns alle bereichert“ ist ein theologisch-soziologisches Sachbuch, das sich nicht wie eines anfühlt. Es ist ein Fanbook für den Katholizismus der Einfachheit – und ganz nebenbei eine wunderbare Ergänzung zum aktuellen Kinofilm.

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