Das niederländische Deveter verwandelt sich im Advent ins viktorianische England - aus Bewunderung für Charles Dickens
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28.11.2017

Faszination

Helden des Glaubens: Charles Dickens

In dieser Rubrik stellt YOUPAX euch regelmäßig Menschen vor, die mit ihrem Glauben die Welt bewegt haben

Charles Dickens - Ein Schriftsteller mit großem Herz kämpft gegen Ungerechtigkeit

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Von Carolin Schnückel

Zugegeben: Denkt man an Helden des Glaubens, fällt einem wohl nicht direkt der Name Charles Dickens ein. Vielleicht muss man auch erstmal kurz im Kopf kramen, bis einem wieder einfällt: Aah, richtig. Der hat doch diesen Roman über einen Waisenjungen geschrieben, Oliver Twist. Und gerade jetzt in der Vorweihnachtszeit flimmert wieder ein Film über die heimischen Bildschirme, der auf einem seiner berühmtesten Bücher beruht: Die Geister, die ich rief mit Bill Murray bezieht sich auf Dickens‘ A Christmas Carol und holt die Handlung aus dem England in der Mitte des 19. Jahrhunderts ins Amerika der 1980er. Soweit, so gut – aber was macht Charles Dickens nun zu einem echten Helden des Glaubens?

Charles Dickens
Geboren wird Charles Dickens 1812 in Südengland. Er verbringt eine behütete Kindheit auf dem Land. Als er zehn Jahre alt ist, zieht seine Familie nach London: Eine gleichzeitig beängstigende und faszinierende neue Lebenswelt eröffnet sich für den kleinen Charles, der auf langen Spaziergängen die abseitigen Ecken einer Millionenstadt erkundet, in der die industrielle Entwicklung qualmende Fabrikschornsteine und trostlose Arbeiterviertel hervorbringt.

Obwohl sein Vater ein gutmütiger und liebenswerter Mann ist, lebt dieser mit seiner Liebe fürs Glücksspiel immer wieder über seine finanziellen Möglichkeiten. Und so kommt es, dass Charles als Zwölfjähriger in einer Fabrik für Schuhpolitur arbeiten muss, um die Familie zu unterstützen. Kinderarbeit ist zu dieser Zeit nicht ungewöhnlich, und eigentlich kann Charles noch von Glück reden, dass es ihn nicht ins Kohlebergwerk verschlagen hat wie viele andere Kinder in seinem Alter. Doch für Charles ist schon die Fabrikarbeit eine Qual.
Niemand ist nutzlos
Kinderarbeit war nichts Ungewöhnliches
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Ebenezer Scrooge wurde oft verkörpert und ist mittlerweile eine Kultfigur
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Er zeichnet in Romanen beißend-satirische Bilder von reichen Geizhälsen und prangert in Zeitungsartikeln soziale Missstände an: dass die Armen in der englischen Gesellschaft kaltherzig ihrem Untergang überlassen werden, dass einzelne Schicksale von der arroganten Oberschicht scheinheilig und desinteressiert abgetan werden, dass Kinder hart arbeiten müssen statt zur Schule zu gehen.

Ohne viel Wirbel um seine Person zu machen, nutzt er seine Bekanntheit, um die Lebensumstände seiner Mitmenschen zu verbessern. Charles Dickens engagiert sich in unzähligen wohltätigen Organisationen und hält bei gesellschaftlichen Diners flammende Reden. Die Botschaft der Nächstenliebe spricht aus jedem seiner Texte. Und nicht nur das – er appelliert ganz direkt an seine Leser, die persönliche Verantwortung in der Gesellschaft zu erkennen und innerhalb der eigenen Möglichkeiten christlich zu handeln.

Ohne Liebe

In der Zeitschrift Household Words, die er ab 1850 herausgibt, fordert Dickens soziale Reformen in unterschiedlichen Bereichen des Lebens: Von der Einrichtung von Schulen für Arme, Waisen und geistig Behinderte über Kritik am Rechtssystem und den schlechten Wohn- und Hygienebedingungen in den armen Teilen Londons bis zum Plädieren für mehr Verständnis der Klassen untereinander – überall, wo es ungerecht zugeht, will der „Reformer heart and soul“ eingreifen.

In Armut, Schmutz, Krankheit, Unwissenheit und Kriminalität sieht Dickens einen Teufelskreis, der unbedingt bekämpft werden muss. Mit diesem Anliegen trifft er bei der Millionärin Angela Burdett-Coutts ins Schwarze, die er ab 1843 in ihren Entscheidungen berät. So entstehen durch diese Zusammenarbeit eine Schule für Slum-Kinder, ein Haus zur Rehabilitierung von Prostituierten und straffällig gewordenen Frauen sowie rund 200 Wohnungen für sozial schwache Personen.

„Könnten wir alle Reichen in die tiefen Armutszustände versetzen und sie zurücksenden an die Gerichtstafel und auf die Kanzel, dann würden die schönen Reden von der Verdorbenheit und Sittenlosigkeit der Armen aufhören, die bei harter Arbeit von der Hand in den Mund leben; dann würden sie's wissen, dass sie, verglichen mit jenen Hilflosen, himmlische Engel in ihrem täglichen Leben sein sollten und nur noch demütige Ansprüche auf den Himmel machen.“

CHARLES DICKENS

«Tue so viel Gutes, wie du kannst, und mache so wenig Gerede wie nur möglich darüber.«

CHARLES DICKENS

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