Die Abnehmspritze ist bei uns aufm Dorf gerade voll das Thema.
Ich bekomme mit, dass sich auch Menschen die Spritze organisieren, bei denen es weniger um eine medizinische Notwendigkeit geht, sondern eher um den Wunsch, noch dünner zu sein.
Und ehrlich: Ich kenne den Wunsch, mit einfachen Mitteln dünner zu werden.
Mich beschäftigt das, weil dahinter ganz wichtige Fragen liegen. Zum Beispiel: Wann bin ich genug? Wann bekomme ich Bestätigung von anderen? Wann und wie werde ich geliebt?
Damit das klar ist: Es geht mir nicht darum, medizinische Hilfe pauschal zu bewerten. Mich beschäftigt eher die Frage, was passiert, wenn der Körper zum Projekt wird, an dem ich ständig arbeiten muss, um mich liebenswert zu fühlen.
Da ist für mich die Antwort eigentlich ganz klar: Gott liebt mich und jeden Menschen bedingungslos.
Das weiß ich.
Doch die Frage ist: Wie kann ich das verinnerlichen? Wie kann ich mich von Gottes Zuspruch tragen lassen?
»Vielleicht beginnt genau da der geistliche Weg - nicht bei der Frage, wie ich noch besser werde, sondern bei der Zusage, dass ich schon jetzt geliebt bin«
Adina Hollenhorst
Gemeindereferentin in Bielefeld
Ich glaube: Das geht nicht von heute auf morgen. Dafür gibt es keinen Cheat-Code. Genauso, wie es beim körperlichen Wohlfühlen ohne Abnehmspritze auch ist.
Das ist ein langer Weg, auf dem ich dranbleiben muss, Geduld brauche und ganz viel lernen kann.
Zum Beispiel: Was tut mir gut? Was brauche ich wirklich? Was überfordert mich? Wo sind meine Grenzen? Ich lerne mich selbst neu kennen – meinen Körper, meine Psyche, meine Belastbarkeit. Und komme dadurch auf ganz neue Fragen.
Zum Beispiel: Für wen mache ich das eigentlich?
Oder: Muss ich wirklich etwas an mir ändern, damit andere mich mögen?Damit Gott mich liebt?
Vielleicht beginnt genau da der geistliche Weg - nicht bei der Frage, wie ich noch besser werde, sondern bei der Zusage, dass ich schon jetzt geliebt bin.
Das heißt jetzt nicht, dass mein Körper mir egal sein kann. Ich darf und soll gut mit meinem Körper umgehen – ohne meinen Wert aus ihm zu ziehen.