05.08.2025
EXKLUSIV

Führt mich Jesus auf den richtigen Weg?

Zu Gast am Ort von "Domine, quo vadis?" in Rom, der für Petrus alles verändert hat

von Tobias Schulte

Abhauen. Fliehen. Raus aus der Situation. Diesen Fluchtreflex habe ich oft. 

Wenn ich das Gefühl habe, dass mir alles zu viel wird. Dass ich einer Aufgabe nicht gewachsen bin. Dass ich mich in einer Situation unwohl fühle. Oder bei bestimmten Menschen.

Von diesem Gefühl, fliehen zu wollen, erzählt auch die Kirche Santa Maria in Palmis in Rom. Ich besuche sie, zusammen mit der Gruppe junger Menschen aus dem Erzbistum Paderborn, die zum Jubiläum der Jugend im Heiligen Jahr 2025 hier sind. 

Ich unterhalte mich mit Diözesanjugendpfarrer Tobias Hasselmeyer über diesen Ort. Und erfahre: Hier soll Petrus eine Begegnung mit Jesus gehabt haben, die alles verändert hat. Stichwort: „Domine, quo vadis?“. 

Petrus haut ab

Gottesdienst im Garten der Kirche Santa Maria in Palmis mit Domine, quo vadis?.

Petrus ist in Rom. Er will alle von Jesus begeistern. Petrus gewinnt viele Anhänger und macht sich mindestens genauso viele Feinde. Schließlich bekommt er mit, dass er gekreuzigt werden soll. 

Petrus bekommt Muffensausen. Ihm wird alles zu viel. Die Gefahr erscheint ihm zu groß. Er flieht. 

Auf dem Weg aus der Stadt heraus kommt ihm jemand entgegen. Je näher die Person kommt, desto mehr fragt sich Petrus: Kenne ich ihn nicht?

Als er mit dem Mann auf Augenhöhe ist, erkennt er, dass es Jesus ist. Er fragt ihn: „Domine, quo vadis?“. Also: „Herr, wohin gehst du?“.

„Um deine Aufgabe zu erfüllen“

Jesus antwortet sinngemäß: „Ich gehe dorthin, von wo du geflohen bist. Um deine Aufgabe zu erfüllen.“
Autsch.
Petrus spürt: Das darf nicht sein. Jesus darf nicht zum zweiten Mal gekreuzigt werden, weil ich mich drücke. Also entscheidet sich Petrus dafür, dasdurchzuziehen. Sich seiner Herausforderung zu stellen.
Petrus geht zurück in die Stadt. Er wird gekreuzigt. Und zum Helden.

Fußspuren, die der Legende nach Jesu an der Via Appa hinterlassen hat.

Geht Jesus auch auf mich zu?

Tobias Hasselmeyer sagt: „Die Botschaft dieses Ortes ist für mich, seiner Berufung nicht auszuweichen, auch wenn man manchmal Schiss davor hat, was sie mit sich bringt.“ 

Gott möchte, dass ich mich meinen Problemen und Herausforderungen stelle. Dass ich weiß, dass es im Leben nicht ohne geht. „Dass das Leben Herausforderungen mit sich bringt, an denen man nicht vorbeikommt, wenn man ans Ziel kommen will“, sagt Hasselmeyer.

Die spannende Frage ist nur: Wie weiß ich, dass ich auf dem richtigen Weg bin? Dass ich meiner Berufung folge? Dass etwas mein Job, meine Herausforderung, mein Ding ist?

Aber: Wenn ich glaube, dass Gott da ist in dieser Welt, dass er handelt – dann wird er mich schon erkennen lassen, was meine Verantwortung ist. Oder?

Wie bei Petrus wird er früher oder später auf mich zugehen und mich merken lassen, in welche Richtung es weitergeht. Es muss dabei ja nicht immer um Leben und Tod gehen. 

Und wenn ich so darüber nachdenke, glaube ich: Das hat er schon so oft getan.

Mix