Blick in den Plenarsaal des Bundestages
02.09.2021

Politik

Du hast die Wahl

Am 26. September steht die Bundestagswahl an - wie gut, dass es Wahl-O-Mat und Co gibt.

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von Lioba Vienenkötter

Die Bundestagswahl naht. So langsam wird es Zeit sich mit den Parteien und ihren Programmen auseinander zu setzen. Aber ganz ehrlich, wer hat schon Lust sich durch hunderte Seiten Wahlprogramme zu kämpfen, die zugegebenermaßen ohnehin schwer verständlich sind. Das wäre vermutlich höchst sinnvoll, um wirklich dahinter zu kommen, was die einzelnen Parteien fordern. Allerdings fehlen für diese Fleißarbeit häufig Zeit und Muße.

Wie gut also, dass es mittlerweile eine Vielzahl von Wahltools gibt, die euch die Qual der Wahl etwas erleichtern können. Und um genau diese Tools soll es heute gehen.

Der Wahl-O-Mat

Zunächst wäre da der allseits beliebte Wahl-O-Mat der Bundeszentrale für politische Bildung. Beim Wahl-O-Mat, den es schon seit 2002 gibt, können 38 Thesen mit "stimme zu", "stimme nicht zu", "neutral" oder "These überspringen" beantwortet werden. Die Nutzenden können bei der Auswahl der Antworten ferner angeben, ob ihnen eine These besonders wichtig ist, indem sie die doppelte Gewichtung der These anklicken. Der Wahl-O-Mat errechnet daraufhin den Grad der persönlichen Übereinstimmung mit den von den Nutzenden ausgewählten Parteien. Ausgewählt werden können dabei alle zur Bundestagswahl zugelassenen Parteien. Am Ende kann man sich außerdem die Begründungen der einzelnen Parteien anzeigen lassen, um die Auswahl nachvollziehen zu können.

Die bereits erwähnten Thesen werden von einem Team bestehend aus Wissenschaftlern, Statistikern, Pädagogen und Erst- beziehungsweise Jungwählern erstellt und zur Verfügung gestellt. Dabei wird darauf geachtet, dass aus jedem Bundesland Menschen vertreten und beteiligt sind. So wird eine möglichst breite Streuung der Themenbereiche erlangt.

Wählen wird meist als Bürgerpflicht betitelt

Der Wahl-Kompass

Ähnlich wie der Wahl-O-Mat funktioniert auch der Wahl-Kompass der Universiät Münster. Erstellt wurde das Tool im Rahmen des Projekts PRECEDE (Populism's Roots: Economic and Cultural Explanations in Democracies of Europe) am Lehrstuhl für Regional- und Kommunalpolitik erstellt. Auch hier können die Nutzenden für eine Reihe an Thesen angeben, inwiefern sie dieser Aussage zustimmen. Die abgegebenen Antworten werden dann mit denen von Politerinnen und Politikern der verschiedenen Parteien abgeglichen. Die Auswahl der befragten Parteien ist dabei wesentlich kleiner und umfasst CDU/CSU, SPD, FDP, AfD, Linke, Grüne, Die PARTEI, Freie Wähler, ÖDP, Volt, Tierschutzpartei und die Piratenpartei.

Neben dem Wahl-Kompass gibt es auch einen Test zur Verortung der eigenen politischen Haltung auf einer Skala von unpopulistisch bis populistisch.

Wahltraut

Neben den bereits vorgestellten Tools mit breiter thematischer Streuung gibt es auch zwei, die bestimmte Schwerpunktthemen in den Fokus rücken. Eins davon ist Wahltraut.

Das Projekt ist aus der Initiative #stattblumen entstanden, die während der Corona-Pnademie besonders auf die Benachteiligung von Frauen aufmerksam macht. Gefördert wird das Angebot dabei unter anderem von UNWomen. Bei Wahltraut stehen Fragen der Gleichstellung, der Rechte von LGBTQIA+, Anti-Rassismus und Inklusion im Fokus. Die Thesen wurden von einem bunten Team von Expertinnen und Experten in diesen Bereichen erstellt und können von den Nutzenden nun zur Orientierung verwendet werden. 

Sozial-O-Mat

Eine thematische Ausrichtung hat auch der Sozial-O-Mat der Diakonie. Das evangelische Hilfswerk widmet seine Wahlhilfe Fragen der sozialen Gerechtigekit, indem Thesen in den Bereichen Arbeit, Gesundheit, Familie und Kinder und Migration entwickelt und an die Parteien herangetragen wurden. Damit wollen die Entwicklerinnen und Entwickler vor allem zeigen, welche Auswirkungen politische Entscheidungen und damit auch die Ergebnisse der Bundestagswahl auf das Leben einzelner Menschen haben.


So hilfreich diese Tools auch seien mögen, sich in der politischen Landschaft etwas besser zu orientieren: Sie können einem nicht die Wahlentscheidung nehmen. Bei Entscheidungsschwierigkeiten hilft ein wenig Recherche oder ein Blick in die Nachrichten. Denn das Wählen wichtig ist, steht außer Frage - schließlich ahben wir am 26. September die Möglichkeit über unsere Zukunft mitzubestimmen!

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