Schweigegebot
07.12.2020

Faszination

Es bleibt unser Geheimnis!

Wie Jesus Schweigegebot mehr über ihn erzählt, als es auf den ersten Blick scheint …

test
von Jan-Niklas Kleinschmidt

Wenn Jesus heute sichtbar unter uns leben, predigen und heilen würde – die Social Media wären voll davon. Wir würden Selfies mit Jesus posten und in unseren Whatsappgruppen von den Wundern berichten. Jeden Tag könnten wir in den Nachrichten von neuen Heilungsgeschichten erfahren. Die Eine beeindruckender als die Andere. Jesu Wunder wären jeden Tag das Thema Nummer eins.

Unterhaltung

Man könnte meinen, dass das auch in Jesus Plan passen würde. Im Markusevangelium aber reagiert er ganz anders. Er verpflichtet Menschen, die er geheilt hat, dazu, darüber zu schweigen. Dieses Vorgehen verwundert uns heute schon. Wieso wollte Jesus nicht, dass die Geheilten von den Wundern erzählen? Genau diese Erzählungen hätte viele Menschen davon überzeugt, an Jesus zu glauben …

Gruppe

Zu Beginn des Markusevangeliums ist Jesus auf dem Weg durch das Land Israel, um Wunder zu vollbringen und die Botschaft Gottes weiterzutragen. Er heilt Menschen, befreit sie von Dämonen und erweckt sogar einen Menschen wieder zum Leben. Doch allen von ihnen verhängt er ein Schweigegebot. Zunächst soll ein ausgetriebener Dämon nicht erzählen, wer Jesus wirklich ist (Markus 1,25). Dann dürfen die Geheilten nicht weitererzählen, dass sie geheilt wurden (Markus 7,36). Er verbietet sogar seinen Jüngern, den Menschen zu berichten, dass er der Christus ist (Markus 8,39).

Warum nur?

Jesus geht es in seinem Handeln auf dieser Welt nicht darum, durch seine Wunder „berühmt“ zu werden. Er ist mehr als ein guter Redner, Heiler oder Rabbi. Jesus ist viel mehr als das, was die Menschen um ihn herum wahrnehmen können. Und in Zeiten von Jesus waren angebliche „Wunderheiler“ nichts Besonderes. Nein, Jesus war keiner von ihnen. Aber wie sollten das die Menschen verstehen?

Eine Antwort darauf gibt uns Jesus, als er einen Mann von den Toten erweckt. Dort heißt es: „Während sie den Berg hinabstiegen, gebot er ihnen, niemandem zu erzählen, was sie gesehen hatten, bis der Menschensohn von den Toten auferstanden sei“ (Markus 9,9). Erst nach Jesu Tod sollten die Menschen von diesem Wunder erfahren. Mit dem Kreuzestod und der Auferstehung ist schließlich klar, dass er der Messias ist. Allein aus den Wundern heraus kann Jesus nicht vollständig erkannt werden.

Jesus am Kreuz

Jesu Schweigegebot, auch „Messiasgeheimnis“ genannt, sollte den Menschen damals und auch uns heute eines verdeutlichen: Jesus ist mehr als ein Wundertäter. Es ging ihm nie darum, sich durch Heilungen im Land bekannt zu machen. Die Wunder dienten als Zeichen, dass die Botschaft, die er verkündet, im Zentrum stehen muss. Mit Ihm bricht ein neues Zeitalter ein. Dazu gehören auch sein Tod und seine Auferstehung.

Ich bin froh, dass das Schweigegebot Jesu heute nicht mehr gilt. Lasst uns die Frohe Botschaft verkünden – und stellen wir dabei nicht Jesu Wunder in den Mittelpunkt, sondern seine Botschaft vom Reich Gottes. Denn darum geht’s ihm wirklich.

Hand am See

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