Juri und seine Frau Mia Friesen singen mit geschlossenen Augen.
Juri und seine Frau Mia Friesen singen mit geschlossenen Augen.
11.06.2018

Exklusiv

"Es ist cool, sich Gott hinzugeben"

Outbreak-Band Sänger Juri Friesen im Interview

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von Tobias Schullte

Die Outbreakband hat die Dortmunder Kreuzkirche zum Beben gebracht - und zum Beten. Nach dem Konzert bei der CREDO-Convention hat Tobias Schulte mit Frontsänger Juri Friesen gesprochen.

»Das Erste und das Wichtigste ist, dass unsere Musik den Menschen hilft, in Gottes Gegenwart zu kommen. Wenn sie das nicht bewirken würde, dann wäre es sinnlos.«

Juri Friesen
Sänger der Outbreakband

Juri Friesen lächelt.

Ihr habt ganz schön Gas geben auf der Bühne. Wie fühlst du dich?
Ich fühle mich gut, auch wenn es anstrengend war. Das ist ein bisschen wie nach einem Fußballspiel oder nach dem Fitnessstudio.

Wie hat sich der Auftritt angefühlt? Wie war das Publikum in Dortmund?
Wir erleben alle möglichen Crowds – heute war es sehr aufmerksam. Die Leute haben gut mitgemacht, Spaß gehabt. Sie haben uns viel zurückgegeben von der Investition, die wir gebracht haben. Und ich glaube, dass Gott wirklich Momente hatte, wo er zu Leute gesprochen hat, wo er wirken konnte.

Wobei: Eigentlich ist es schwierig, einen Lobpreisabend zu bewerten, weil wir vieles gar nicht sehen. Vieles, was wir sehen, sind nur Ausdrucksformen – die echt oder nicht echt sind. Das können wir nicht beurteilen.

Juri Friesen singt mit geschlossenen Augen.
Juri Friesen singt mit geschlossenen Augen.

Du hast auf der Bühne immer wieder die Augen geschlossen, die Hände ausgestreckt. Was geht da in dir vor?
Wenn ich zu Gott singe, dann will ich auf Gott schauen. Und das geht leichter, wenn ich die Augen zumache. Wenn ich singe, dass ich mich ausstrecke zu Gott, dann strecke ich mich aus. Mir ist ein Anliegen, natürlich zu bleiben, mit dem, was ich singe und sage.

Wie viel Konzert und wie viel Gebet sind eure Auftritte?
Unsere Auftritte sind musikalische Gottesdienste. Es wäre schade, wenn es mehr Show ist als Gebet. Die Show ist ja nur deshalb interessant und gut und wichtig, weil sie helfen soll.

Was wollt ihr mit der Musik erreichen?
Das ist eigentlich ganz leicht: Dass die Menschen auf Gott schauen. Das Erste und das Wichtigste ist, dass es den Menschen hilft, in Gottes Gegenwart zu kommen. Wenn unsere Musik das nicht bewirken würde, dann wäre es sinnlos.

Den Blick für Jesus nicht verlieren

Ihr füllt mittlerweile riesige Hallen mit christlicher Musik. Hört sich auf den ersten Blick komisch an, oder?
Kein bisschen.

Es gibt viele Leute, die sagen, das Glauben keine Relevanz hat…
Als wir angekommen sind, wurden wir gefragt, was wir machen und wer wir sind. Als wir gesagt haben: „Wir sind eine Band“, kommt sofort: „Hä? Echt? Seid ihr berühmt? Was ist da los?“ Wenn man aber in der Szene lebt, sieht man, wie Kirche tatsächlich wächst. Man sieht an vielen Stellen der Welt – nicht unbedingt der westlichen Welt – wie viele Menschen zu Gott finden. Deswegen ist Glaube und Gott relevanter als je zuvor.

Könnt ihr überhaupt noch in eine normale Messe mit Orgel gehen?
Ich kann das auf jeden Fall. Ich kenne das Andächtige und ich kann das auch genießen. Es ist aber nicht so kraftvoll für mich.

Bei den Konzerten sind die Hallen oder Kirchen voll. Wie erlebt ihr Kirche im Alltag?
Mia, meine Frau, und ich sind mittlerweile zu 50 Prozent angestellt als Pastoren einer Freikirche in Ludwigsburg. Die heißt „Urban Life Chruch“ und ich bin da Musikpastor und Mia ist die Co-Pastorin. Unser Alltag wird bestimmt von dieser Arbeit. Wir lieben unsere Kirche, unsere Kinder lieben unsere Kirche. Es gibt sehr viele Meetings, viele Events, aber auch Programm, um Menschen zu helfen, im Alltag klarzukommen. Kirche ist für uns alltäglich präsent. Immer. Überall.

Wenn ich das so erzähle, merke ich, dass man aufpassen muss, dass Jesus im Zentrum bleibt. Das ganze Drumherum kann sehr viel werden, sodass man auf das wesentlich aus den Augen verliert. Jesus und die Beziehung zu Gott selbst ist das Wichtigste. Aber Kirche ist was tolles, wenn es stimmig ist.

Juri Friesen im Gespräch mit YOUPAX nach dem Auftritt bei der CREDO-Convention.
Juri Friesen im Gespräch mit YOUPAX nach dem Auftritt bei der CREDO-Convention.

Zur Person
Juri Friesen (35) wurde in Kirgistan geboren. Er ist gelernter Energieelektroniker und hat praktische Theologie studiert. Er arbeitet als Musikpastor in der Freikirche „Urban Life Church“ in Ludwigsburg. Mit seiner Frau Mia hat er drei Kinder.

Die Mitglieder der Outbreakband posieren vor ihrem Auftritt bei der CREDO-Convention.
Die Mitglieder der Outbreakband posieren vor ihrem Auftritt bei der CREDO-Convention.

Worship-Bands gibt es mittlerweile einige, was ist das Besondere an euch?
Wir sind ganz normale Leute, wir sind nicht besonders. Wir haben uns nicht ausgestreckt nach diesem Dienst in dem Maße, dass wir Musik studiert oder sehr viel gespielt haben. Wir haben uns einfach hingegeben. Gott gesagt: „Hier sind wir. Mach mit uns, was du willst. Das ist unser Herz, wir wollen anderen Menschen helfen, in Gottes Gegenwart zu kommen.“ Und Gott hat das gesegnet.

Wir empfinden das als ein Geschenk von Gott. Ich glaube, dass es cool ist, sich so Gott hinzugeben. Ich glaube, das ist wirklich cool. Ich glaube, dass Gott für uns ist und dass er für uns kämpft. Wenn man Gott die Kontrolle überlässt, wird es besser, als das, was man selbst hinkriegen würde.

Euer erfolgreichstes Video hat auf Youtube Millionen Klicks. Warum brauchen die Leute christliche Popularmusik?
Weil es viel stärker darum geht, Gott anzubeten. Gott zu erleben. Auf Gott zu schauen. Ich glaube, dass Gott real ist, dass Gott erlebbar ist, und in der Musik auch uns begegnen möchte. Das erreicht die Menschen im Herzen und sorgt für Veränderung.


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