Aufregung macht sich breit, zu Hause ist alles für die Gäste vorbereitet. Für Finn Hahne ist es der Tag der Erstkommunion. Er ist 13 Jahre alt. Erst vor ein paar Monaten hat er sich dazu entschieden, katholisch werden zu wollen. Was bringt einen Jugendlichen in diesem Alter dazu?
Im April 2025 beginnt Finn gemeinsam mit seinem Kumpel Cedric, 14 Jahre alt, die Vorbereitung auf die Erstkommunion. Beide kommen aus Bad Salzuflen, einer Stadt im Kreis Lippe. Vieles ist für sie noch neu: Eucharistie, Heilige, Papst. Finn ist evangelisch getauft und aufgewachsen, der Glaube spielte in seiner Familie jedoch nie eine große Rolle. An Heiligabend ist er meist allein mit seinem Vater in die Kirche gegangen. Für seine Schwester und seine Mutter war das immer eher fremd.
Einen konkreten Auslöser, sich intensiver mit dem Glauben zu beschäftigen, gab es für Finn nicht. Vor etwa eineinhalb Jahren beginnt er, sich zunehmend die Frage zu stellen, was Gott und Kirche ihm bedeuten. Er sammelt Informationen über Social Media und spricht darüber mit seinem Vater sowie mit seinem Religionslehrer. Die katholische Lehre weckt sein Interesse. Er möchte eine Messe besuchen, um den Ablauf und die Rituale einmal selbst zu erleben.
„Als ich dann das erste Mal in einer katholischen Kirche war, fühlte ich die starke Gemeinschaft.“
In der Gemeinde St. Kilian in seiner Heimat fühlt er sich sofort wohl. Es sind die vielen liturgischen Praktiken, die in der heiligen Messe gemeinsam ausgeführt werden. Jeder ist Teil davon. Auch die Kommunion beeindruckt ihn. Gemeinsam Jesus gegenwärtig zu begegnen, berührt ihn. Er möchte selbst Teil dieser Gemeinschaft werden.
Im März spricht er das Thema in seiner Familie an. Zunächst herrscht Verwunderung. Doch seine Familie freut sich und ist beeindruckt von seiner Entschlossenheit. Mit seinen anderen Freunden spricht Finn kaum darüber. Sein Kumpel Cedric durchläuft eine ähnliche Entwicklung. Sie stärken sich gegenseitig auf ihrem Weg, teilen ähnliche Fragen und setzen sich in der gemeinsamen Vorbereitung auf die Erstkommunion intensiver mit dem Glauben auseinander. In Begleitung eines Priesters lernen sie dort mehr über die Sakramente, kirchliche Strukturen und die Liturgie. Vieles ist für beide noch kompliziert, weckt aber zugleich das Interesse, möglichst viel zu lernen.
„Für mich bedeutet die Erstkommunion, dass ich jetzt richtig im Glauben drin bin.“ An Finns großem Tag kommen seine ganze Familie und sein bester Freund. Der Tag ist aufregend. Es ist der erste große Schritt in seiner selbstbestimmten Entscheidung für den katholischen Glauben. Zweifel hat er dabei keine.
„Ich war mir komplett sicher: Das ist der Weg, den ich gehen möchte.“
Im Alltag betet Finn manchmal in einer kleinen Gebetsecke zu Hause. Er hat sie selbst gemütlich und stimmungsvoll gestaltet. Die Bibel findet er noch etwas kompliziert. Wenn er nicht weiß, was er beten soll, greift er gerne zum Rosenkranz. Seitdem er zum Glauben gefunden hat, fühlt er sich innerlich sicherer und friedlicher. Das zeigt sich besonders in Streitigkeiten. Dann geht er erst einmal in sich und denkt nach, bevor er weiterdiskutiert.
Seit vier Jahren spielt Finn E-Gitarre. Unter anderem in der Schulband. Eigentlich darf man dort erst ab der siebten Klasse teilnehmen, doch Finn ist so gut, dass er bereits in der fünften Klasse aufgenommen wurde. Zu Hause spielt er gerne Rock- oder Metal-Songs, zum Beispiel „Layla“ von Eric Clapton. Manchmal komponiert er kurze Melodien und schreibt eigene Texte dazu. Mittlerweile auch über persönliche und eher private Glaubensthemen. Die Musik ist für ihn zu einem Ventil geworden, auch für seinen Glauben.
Sein Traum ist es, einmal Musiker zu werden und mit einer Band erfolgreich zu sein. Für die Zukunft wünscht er sich außerdem, im Glauben weiter zu wachsen und das Sakrament der Firmung zu empfangen. In einem Satz bedeutet der Glaube für ihn:
„Der Friede im Leben.“
Neugierig auf die Geschichte von Cedric geworden? Hier lesen: