Weihnachten auf den Philippinen?
08.12.2015

Weihnachten auf den Philippinen?

Das Adventsportrait: Florentine Schmidt aus Brilon

Von Manuel Troike (Text) und Dirk Lankowski (Fotos)

Weihnachtsbeleuchtung, Adventskranz, gemütliche Atmosphäre, Musik. Das darf bei Florentine Schmidt nicht fehlen. „Ich freue mich schon auf Weihnachten“, sagt die 16-Jährige aus Brilon toll. Es ist ihr wichtig, sich in der Adventszeit auf Weihnachten zu konzentrieren. „Es geht nicht um die teuersten Geschenke. Wir müssen das Wesentliche in den Blick nehmen“, erklärt sie. In der Adventszeit bastelt sie mit ihrer Mutter Weihnachtskarten und backt Plätzchen. Die werden an Freunde, Nachbarn und die Familie verschenkt. „Das gehört für mich einfach zu einem gelungenen Advent dazu.“

Florentine Schmidt

Um Geschenke kümmert sich Florentine erst kurzfristig. Viele Dinge bastelt sie selber, aber erst wenige Tage vor Weihnachten. „Ich fange meist zwei bis drei Tage vor Weihnachten an“, erklärt sie. „Am 23. Dezember fahre ich mit meiner Freundin dann noch Einkaufen, um die letzten Geschenke zu besorgen.“ Stressig findet sie das nicht. Da sie keine Erwartungen oder konkrete Vorstellungen von Geschenken hat, findet sie immer etwas Schönes.

An Weihnachten selbst steht die Familie im Mittelpunkt. „Wir gehen in die Kirche, dann gibt es etwas kleines zu essen“, erklärt Florentine. Ganz traditionell auch mal Bockwürstchen mit Kartoffelsalat. Am Abend sitzen sie zusammen, packen Geschenke aus, singen Weihnachtslieder, genießen die Ruhe. „Nächstes Jahr will ich über Weihnachten ins Ausland“, erzählt die Schülerin. „Ich bin neugierig, wie sich Weihnachten ohne meine Familie anfühlt.“ Trotzdem freut sie sich darauf, etwas Neues zu erleben. „Auf den Philippinen werde ich auf weiße Weihnachten wohl verzichten müssen.“ Sie selbst hatte schon häufig Gäste aus dem Ausland. Austauschschüler aus Frankreich, Chile und von den Philippinen haben sie schon beherbergt. „Ich versuche immer die jeweilige Sprache zu lernen“, erklärt Florentine.

Als Ärztin nach Schweden

Nach dem Abi im Sommer 2017 will sie auch ins Ausland. Wohin ist noch nicht klar. Schweden, Australien oder ein afrikanisches Land sind Florentines Favoriten. „Ich kann mir gut vorstellen, ein soziales Projekt zu unterstützen“, berichtet sie. „Es macht mich glücklich, wenn ich andere Menschen glücklich machen kann.“ Dieses Motto möchte sie zum Beruf machen. Ihre Eltern arbeiten beide im medizinischen Bereich. Das kann sie sich auch gut vorstellen: Menschen wieder gesund und glücklich machen. Als Ärztin in Schweden.

Ein besonderes Highlight ist für sie der Weltjugendtag in Krakau im nächsten Jahr. „Die Ministranten-Wallfahrt nach Rom hat mich mitgerissen“, erzählt die Ministrantin, die nun zum ersten Mal den Weltjugendtag erleben wird. Florentine singt gerne, auch in Chören und Bands. Besonders mag sie Taizé-Lieder. „Mir gefällt diese besondere Gemeinschaft und die Atmosphäre“, erklärt sie. „Dann habe ich das Gefühl, nicht allein zu sein.“ In diesen Momenten fühlt sie sich Gott nah. Die Musik, die Texte, all das eröffnen ihr einen Zugang zum Glauben.

Florentine Schmidt
In ihrer Freizeit ist Florentine auch sportlich unterwegs. Sie geht Joggen, tanzt seit drei Jahren Ballett und trainiert seit fünf ihre Karate-Künste. Dafür braucht sie Disziplin und Durchhaltevermögen. Florentine ist ehrgeizig, will ihre Ziele erreichen. Und sie hat Ziele: „Ich will, dass es den Flüchtlingen hier genauso gut geht wie uns“, erklärt sie ihr Engagement in der Kleiderkammer und als Betreuerin von Flüchtlingskindern. „Den Kindern kann man schon mit einfachen Sachen eine Freude machen.“ Und, sie bekommt so viel zurück. Vor allem schätzt sie die große Dankbarkeit der Kinder. Einige von Florentines Freundinnen können ihren Einsatz jedoch nicht verstehen. Manchmal bekommt sie zu hören, dass sie doch für sowas keine Zeit verschwenden soll. „Ich lasse mich von sowas nicht einschüchtern“, erklärt die engagierte Schülerin. Sie bleibt sich und ihren Zielen treu. „Man muss mit den Leuten reden. Einigen meiner Freundinnen konnte ich Vorurteile nehmen.“

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