Plenum beim Forum Junge Erwachsene
10.03.2019

Politik

Zusammen mehr bewegen

Junge Erwachsene diskutieren beim Forum Junge Erwachsene die Zukunft der Kirche.

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von Laura Konieczny

Glauben und Kirche sind für viele Menschen zweierlei Dinge. Da ist der Glaube an Gott auf der einen Seite und die katholische Institution auf der anderen. Wie gehen junge Erwachsene mit diesem Spannungsfeld um? Was beschäftigt sie? Vor allem: Was wünschen sie sich von einer zukunftsfähigen Kirche? Diese und unzählige weitere Fragen sind am Samstag beim Forum Junge Erwachsene im Lokschuppen Bielefeld diskutiert worden.

Hannah Ax

Eingeladen hatte das Organisationsteam von Mitarbeitenden des Erzbistums Paderborn alle interessierten jungen Erwachsenen. Rund 40 Personen aus dem Ruhrgebiet, Ostwestfalen-Lippe und dem Sauerland folgten der Einladung. „Ihr lasst euch heute auf ein Abenteuer ein“, erklärte Moderator Simon Schnetzer in seiner Begrüßung. Beim Open Space-Format gebe es schließlich kein vorgefertigtes Programm. Die Inhalte bestimmen die Teilnehmenden selbst. Das Team habe diese Methode bewusst gewählt, erklärt Koordinatorin und Jugendreferentin Hannah Ax: „Wir wollen nichts vordenken, sondern Raum schaffen für Diskussion über Themen, Wünsche, Ideen und Anliegen in, um und mit Kirche.“

Jugendforscher Simon Schnetzer moderiert das Forum Junge Erwachsene.
Jugendforscher Simon Schnetzer moderiert das Forum Junge Erwachsene.

Wie soll Kirche sein?

Diskussion und Reflexion waren Teil des Forums.
Diskussion und Reflexion waren Teil des Forums.
Theresa Bartz notiert die Ergebnisse einer Gesprächsgruppe.
Theresa Bartz notiert die Ergebnisse einer Gesprächsgruppe.
Felix Leifeld trägt als Ausblickgeber geplante Maßnahmen vor.
Felix Leifeld trägt als Ausblickgeber geplante Maßnahmen vor.

Kirche zukunftsfähig gestalten

„Das Forum Junge Erwachsene ist eine gute Gelegenheit, sich mit anderen jungen Menschen über die Mitgestaltungsmöglichkeiten in der Kirche auszutauschen“, findet Denis Smolarek aus Iserlohn. Er wolle mit konstruktiver Kritik die Zukunft der Kirche mitentwickeln, sagt sein Bruder Benjamin. Der 21-Jährige empfinde die Kirche in ihrer aktuellen Form als zu konservativ. Messdienerkollege Max Ullmann nickt zustimmend und resümiert den Grund für sein Kommen mit den Worten: „Wenn wir uns jetzt nicht engagieren, ist die Kirche für uns nicht zukunftsfähig.“

Teilnehmerin Johanna Blumenroth ist für die Veranstaltung aus dem benachbarten Bistum Osnabrück angereist. Die 23-Jährige hat für das Studium die Heimatstadt Castrop-Rauxel verlassen. Das Forum Junge Erwachsene nutzt sie, um ihren Wünschen an die Kirche – unter anderem struktureller Art – Gehör zu verschaffen. „Es braucht mehr Angebote für junge Menschen zwischen 20 und 40“, meint sie. Wer nicht in Studierendengemeinden aktiv sei oder später durch die Familiengründung wieder in der Gemeinde lande, falle sonst oft durchs Raster und gehe der Kirche so verloren.  Am Ende des Tages zeigt sie sich motiviert: „Es ist schön zu sehen, dass andere junge Menschen ähnliche Visionen haben“, sagt sie. Im Grunde müsse jedes Bistum Formate wie dieses durchführen. „Das hier könnte die Keimzelle für eine Bewegung sein“, findet sie und kündigt an, dies auch an ihrem Studienort in Osnabrück anzuregen. 

Zeit zu handeln

„Es war ein wunderbarer, intensiver Tag, an dem ganz tolle, begeisterte, mutige Menschen ihre Wünsche und Anliegen im Kontext Kirche mitgebracht, weitergedacht und angestoßen haben“, resümiert Hanna Ax nach der Veranstaltung.

Nun gilt es, den Worten Taten folgen zu lassen.

»Das hier könnte die Keimzelle für eine Bewegung sein.«

Johanna Blumenroth
Teilnehmerin Forum Junge Erwachsene

Johanna Lungenroth spricht beim Forum Junge Erwachsene

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