„Ich möchte eine tolle Mama werden.“
02.12.2015

„Ich möchte eine tolle Mama werden.“

Das Adventsportrait: Friederike Gerlach aus Hagen

Von Manuel Troike (Text) und Dirk Lankowski (Fotos)

Das Timing für Friederike Gerlach stimmt. Weihnachtsstress soll möglichst im Advent nicht aufkommen. Die Weihnachtsgeschenke hat sie zusammen und verpackt. „Ich habe viele Plätzchen gebacken“, freut sich die 22-Jährige. Sie mag gerne Kakao-Zimt-Plätzchen mit Kinderpunschglasur und Toffifee-Plätzchen mit Ei-Schnee-Haube. Wahre Leckerbissen und schön anzusehen. „Dieses Jahr Weihnachten wird besonders“, sagt die Erzieherin, die derzeit in Soest lebt. In den letzten Jahren hat sie Weihnachten mit ihrer Familie immer in den Alpen verbracht. Dieses Jahr feiert Friederike bei ihrem Freund im Sauerland. „Ob es eine so tolle Schneelandschaft gibt, weiß ich nicht. Aber schön wird es trotzdem.“

Friederike Gerlach

In das Adventsprogramm von Familie Gerlach gehört der traditionelle Besuch im Theater Hagen. Dort wird „Der Messias“ aufgeführt, ein ulkiges Theaterstück. Weihnachten sei schließlich ein Fest der Freude. „Da gehen wir seit sechs Jahren hin“, erzählt Friederike. Richtige Weihnachtsstimmung kommt bei ihr aber erst auf, wenn Heiligabend in der Kirche „Stille Nacht“ gesungen wird. „Ohne Messe kein Weihnachten“, sagt sie. Gott hat einen festen Platz in ihrem Leben.

"Das war wie ein Wunder."

Vorsätze für das neue Jahr hat sie im Normalfall keine speziellen „Da setze ich mich nicht unter Druck“, sagt Friederike. Dieses Jahr ist das etwas anders, denn wenn die Sektkorken knallen gibt es nur Selters. Friederike ist schwanger. Sie wird Mama und ihre Freund Papa. Im nächsten Jahr erwartet sie ihr erstes Kind. „Ich möchte natürlich eine tolle Mama werden“, erzählt sie stolz und ohne sich unter Druck zu setzen „Als ich zum ersten Mal das Ultraschallbild gesehen hab... Das war wie ein Wunder.“ Ihr Glaube begleitet sie dabei durch die Schwangerschaft. Er erfährt dadurch eine Weitung. Friederike malt dafür gedanklich ein Bild: „Mein Kind erinnert mich daran, dass da etwas ist. Etwas das mehr als ‚menschlich‘ ist. Wie ein wunderbarer Sternenhimmel.“

Glaube und Kirche, das gehört für Friederike zum Leben dazu. Schon im Kindergarten war es „voll normal katholisch zu sein“. Das prägt. In Hagen ist sie an die Spitze der Katholischen Jugendverbände vorgerückt. Seit zwei Jahren ist sie Vorsitzende des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) im Stadtverband Hagen, der Interessensvertretung der katholischen Jugend in Kirche, Politik und Gesellschaft. Vorher war sie Ministrantin, bei der Kolpingjugend und Leiterin bei der Malteser Jugend. „Der BDKJ ist eine große Gemeinschaft, fast wie eine Familie. Man braucht sich gegenseitig, aber natürlich gibt es auch mal Konflikte“, erzählt sie. „Ich sehe mich vor allem als Vermittlerin.“ Schließlich bringen zehn ganz unterschiedliche Mitgliedsverbände ganz unterschiedliche Interesse und Ansichten mit sich.

Friederike Gerlach

Familie, Glaube – und Musik. Friederike spielt Klavier, Gitarre und in einer Karnevalskapelle Akkordeon. „Ich bin ein großer Fan der Outbreakband“, schwärmt sie über christliche Popmusik. Tiefsinnige und verständliche Texte, ruhige und ausdrucksstarke Musik. Das mag Friederike sehr. Musik ist für sie eine super Möglichkeit, ihren Glauben auf andere Art und Weise zu äußern.

„Nächstenliebe hat für mich eine zentrale Bedeutung“, erklärt Friederike. „Nur still beten, ist kein lebendiger Glaube.“ Deshalb engagiert sie sich für andere Menschen. Nicht nur in ihrer Freizeit, sondern auch beruflich. Als Erzieherin in einer Kindertagesstätte fühlt sie sich manchmal wie eine „Ersatzmutter“. Nach der Ausbildung studierte Friederike ein Semester Religionspädagogik an der Katholischen Hochschule in Paderborn. „Das war irgendwie nichts für mich“, sagt sie. Jetzt hat sie ihren Traumberuf gefunden. Etwas Praktisches. „Viele Kinder sind darauf angewiesen, dass sie eine gute Betreuung bekommen.“ Für Friederike ist es mehr als nur ein Beruf. Es ist ihre Berufung.

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