Mit go4peace die Welt ein bisschen besser machen
03.08.2015

Mit go4peace die Welt ein bisschen besser machen

Internationales Jugendcamp in Kamen

Von Elisabeth Plamper

Es ist eine Geschichte, die vor 20 Jahren in Sarajevo, der Hauptstadt von Bosnien und Herzegowina, begann. Die Geschichte engagierter junger Leute aus 16 Nationen, die das Leitwort „Wir sind alle Geschwister“ wie Meinolf Wacker, Pastor im Pastoralverbund Kamen-Kaiserau sagt, leben und teilen und so helfen, die Welt ein bisschen besser zu machen.

Auf Einladung des Pastoralverbunds Kamen-Kaiserau fand das Jugendcamp „go4peace“ nun erstmals in Deutschland statt – nämlich in Kamen. Passend zum Leitwort stand die Flüchtlingshilfe dort acht Tage im Mittelpunkt. Ein Projekt war die Neugestaltung des Kinderspielplatzes an der Flüchtlingsunterkunft im Mausegatt. „Der Sandkasten und das Gelände drum herum waren ziemlich verwildert“, beschrieb Annelies Wacker vom „go4peace“-Team die Ausgangslage.

go4peaceUnter ihrer Federführung schaffte die Projektgruppe „Neugestaltung Spielplatz Mausegatt“ für die Kinder der Flüchtlingsfamilien eine neue Spieloase. Auch Thomas aus Tschechien war dabei. Für ihn war es inzwischen das vierte Jugendcamp, an dem er teilnahm. „Dreimal war ich schon in Sarajevo“, erzählte der 27-Jährige. An mehreren Tagen hatte er gemeinsam mit weiteren Camp-Teilnehmern den verwucherten Sandkasten gesäubert, Kletterstangen von Rost befreit und der abgenutzten Rutsche mit kräftig blauer Farbe wieder zu neuem Glanz verholfen. „Es macht mir Freude, mit jungen Leuten gemeinsam etwas für Kinder und Jugendliche zu tun. „Es ist einfach schön, die strahlenden Kinderaugen zu sehen“, begründete er sein Engagement. „Außerdem sind die Camps für mich eine große Chance, andere Länder, ihre Kultur und Menschen kennenzulernen.“ Sich bei „go4peace“ zu engagieren, sei für ihn inzwischen ein Teil seines Lebens.

Christine Schickentanz (18), Bianca Rüwald (18) und Lukas Brackelmann (12) kommen aus Kamen. Die jungen Frauen übernahmen als Camp-Teilnehmer die Betreuung der Flüchtlingskinder für eine Woche. Sie sangen, spielten und tobten mit ihnen. Christiane machte bereits in Sarajevo erste Camp-Erfahrung. „Wenn es zum Beispiel mit der sprachlichen Verständigung hapert, dann hat man ja noch seine Hände und Füße.“ Für Bianca war das Jugendcamp „go4peace in Kamen“ ein ganz neues Erlebnis. „Es macht mich selbst glücklich, wenn sich die Kinder freuen“, sagte sie. Auch die Eltern seien begeistert. „Ich finde es toll, mit Menschen aus anderen Ländern Kontakt zu bekommen. Man kann viel von ihnen lernen“, meinte Lukas. Nach einer Woche war es auch mit teils tatkräftiger Unterstützung der Flüchtlinge geschafft. Der nun gepflegte, farbenfrohe Spielplatz ist für die Flüchtlingsfamilien rund um den Mausegatt wieder zu einem beliebten Treffpunkt geworden.

Neben dem Spielplatzprojekt gab es für die Jugendlichen aber noch viel mehr in der Stadt an der Seseke zu tun. Zum Beispiel die Vorbereitung der Aufführung des Musicals „pieces4peace“ zum Abschluss des Jugendcamps in der Konzertaula Kamen. Sie war ein voller Erfolg. Die Halle war bis auf den letzten Platz besetzt. Zu den Ehrengästen zählten Dr. Marc Jan Eumann, Staatssekretär bei der Ministerin für Bundesangelegenheiten, Europa und Medien, und der Landrat des Kreises Unna, Michael Makiolla.

Nicht nur die Teilnehmer an den verschiedenen Workshops, wie Jonglage, Trommeln und Gesang und Tanz, hatten ihren Auftritt, sondern die europäischen Gäste nahmen ihr Publikum auch auf eine visuelle und musikalische Reise mit durch ihre Welt. Während auf der Bühne zwei Kinder aus dem Mausegatt als Protagonisten die Geschichte von der Suche nach dem Schlüssel der Welt inszenierten, waren auf der Leinwand im Hintergrund Videos und Bilder aus dem Land zu sehen, das sie auf ihrer Suche gerade „bereisten“. Es war ein beeindruckendes Szenario, das das kulturelle und sozialgesellschaftliche Leben in den einzelnen Staaten authentisch vor Augen führte. Der Schlüssel der Welt entpuppte sich schließlich in der Erkenntnis „Wo Menschen anfangen, in jedem Menschen eine Schwester oder einen Bruder zu sehen, bekommen wir Frieden“. Zum Abschluss der Veranstaltung erhielten die Besucher des Musicals zur Erinnerung Schlüsselanhänger aus Holz, die ebenfalls in einem Workshop von Teilnehmern an „go4peace“ gefertigt wurden.

Zu den Ehrengästen zählten Dr. Marc Jan Eumann, Staatssekretär bei der Ministerin für Bundesangelegenheiten, Europa und Medien, und Unnas Landrat Michael Makiolla.

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