Eine Station des Ironscout 2019.
01.11.2019

NEWS

Schnitzeljagd der Extreme

22 Stunden Malochen fürs Team

test
von Christina Behrens

Jährlich wandelt sich ein kleines Gebiet in Deutschland zu einem großen Spielfeld. Über 22 Stunden wagen sich dann Pfadfinderinnen und Pfadfinder aus dem ganzen Bundesgebiet an das Event, was bei manch einem als eins der extremsten Stationsspiele der Jugendverbandsarbeit gilt: dem Ironscout. In diesem Jahr fand er im westlichsten Zipfel des Erzbistums zwischen alten Zechenhäusern und Industriekultur statt. Unter dem Motto "Mitten im Pott" trafen sich rund 1300 Teilnehmerinnen und Teilnehmer in Herne und spielten sich eine Nacht durch das Ruhrgebiet.

Start und Ziel des Ironscouts: Die Akademie Mont Cenis in Herne.
Start und Ziel des Ironscouts: Die Akademie Mont Cenis in Herne.

Kilometerweit laufen, Karten abzeichnen und navigieren, an Stationen sportliches Geschick und Wissen unter Beweis stellen – wer beim Ironscout mitläuft, braucht gutes Schuhwerk und starke Nerven. Diese Herausforderung nehmen viele Teams gerne an. Der Andrang ist so groß, dass die Teilnahme der mindestens vierköpfigen Teams mittlerweile ausgelost wird. Glück hatte dabei in diesem Jahr der 17-jährige Paul-Moritz Enste aus Warstein. Er ist zum ersten Mal dabei. Zu Spielbeginn startete er mit ordentlich Nervosität: "Schnell wird die Anspannung dann aber zu Freude. Da muss man eher schauen, dass man die auch die ganzen 22 Stunden tragen kann. Denn wenn man die ganze Zeit auf dem Weg ist, kann es auch anstrengend werden“. Dabei sorgen die regionsbedingte Landschaft und spannende Spiele an den Stationen für willkommene Abwechslung bei den Gruppen.

Die Läufergruppen planen ihren Weg zwischen den Stationen.
Die Läufergruppen planen ihren Weg zwischen den Stationen.
Volle Hütte mitten in der Nacht.
Volle Hütte mitten in der Nacht.
"Glück auf" - Die Station der Bochumer Pfadfinder.
"Glück auf" - Die Station der Bochumer Pfadfinder.
Die Akademie Mont Cenis.

"Das Gemeinschaftliche in der kleinen Gruppe, gemeinsam die Aufgaben zu machen, das schweißt auch zusammen", weiß Calvin als Organisator des diesjährigen Spiels. Das Planungsteam, bestehend aus 35 Leiterinnen und Leitern, hat schon im Vorfeld die ein oder andere Hürde überwunden. So war es die Städtedichte, die das Ruhrgebiet mit sich bringt und das Team vor Herausforderungen stellte: "Herauszufinden, wem da ein Stück Fläche gehört, wo eine Station hinkommen soll und dann das Gelände bei der Stadt zu beantragen, hat entsprechend lange gedauert". Aber auch die Läufergruppen bekamen das Ruhrgebiet zu spüren, der Asphalt machte den Knien der Läuferinnen und Läufer zu schaffen. "Hier ist alles eng verknüpft und beieinander, wo es sonst durch ländliche Gegenden geht und die Gruppen durch den Wald laufen", erklärt Calvin die Besonderheit der Gegend "Es ist hier einfach was anderes, auch wegen der ganzen Industriekultur. Wir hatten hier Stationen, die an alten Zechen waren oder oben auf der Halde, wo man einen richtig schönen Überblick über das Ruhrgebiet hat. Die ganze alte Industriekultur mitzubekommen – das haben viele gesagt – war echt schön."

Wer gewonnen hat, ist bei großer Siegerehrung in der Akademie Mont Cenis die spannenste Nebensache. „Potter im Pott“ konnte in diesem Jahr die Stationswertung gewinnen, wohingegen das Team „Roter Milan“ bei den Läufergruppen die Liste anführt. Dennoch feiert jede Gruppe sich selbst und die anderen. Denn die Zufriedenheit, es ins Ziel geschafft und seine eigenen Grenzen überwunden zu haben, verspüren alle nach dem Lauf. Dabei sein ist bei dem Stationsspiel wirklich alles, das wissen auch Calvin und Paul-Moritz. Beide wollen im kommenden Jahr wieder teilnehmen, wenn das Knoblauchsland bei Nürnberg durchlaufen wird. Während Paul-Moritz sich auf das Wandern freut, plant Calvin eine Station. Denn das Laufen, das muss man schon ein bisschen mögen. Das Motto verspricht eine klassischere Wanderlandschaft als das Ruhrgebiet in diesem Jahr, denn „Grüner wird’s nicht“.

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