Holy Heroes
01.02.2021

Holy Heroes 2021

Jeder Augenblick ist ein Schatz

Februar: Holy Hero Johannes Don Bosco

test
von Miriam Pawlak

Als ich zwei Jahre alt war, verstarb mein Vater. Ich wuchs auf unserem Bauernhof bei meiner Mutter auf, ihr verdanke ich meine Beziehung zu Gott. Meine Mutter erzog mich dazu, in der Gegenwart Gottes zu leben und jeden Tag so auszurichten, dass der Spruch, der in meinem Zimmer hing, wahr wurde: „Jeder Augenblick ist ein Schatz“.

Ich habe versucht, dies zu meinem Leitmotiv zu machen; ich glaube, es ist mir auch gelungen. Mit neun Jahren hatte ich einen Traum, der sich so tief eingebrannt hat, dass ich ihn als göttlichen Auftrag verstand. In dem Traum wurden aus fluchenden Jungs blökende Lämmer, die friedlich mit wilden Tieren spielten. Eine Frau, sie war so eine Art Lehrmeisterin, sagte, dass das mein Arbeitsfeld sei.

Auf dem Weg hatte ich einige Hürden zu überwinden

Die Botschaft war letztlich: Ich sollte mich an die Spitze der Jungen stelle und sie in Güte und Liebe zu Freunden machen und sie lehren, nach dem Willen Gottes zu leben. Das konnte ich mir nur als Priester vorstellen. Okay, ich war ja noch ein Kind, also musste ich erstmal erwachsen werden. Auf dem Weg dahin hatte ich einige Hürden zu überwinden. Bevor ich selbst die höhere Schule abschließen konnte, lernte ich Kochen und Backen in einem Café. Dann war ich bei einem Schneider angestellt. Nebenher traf ich mich mit den Jungs im Dorf und verzauberte sie mit Akrobatik und Zaubertricks, die ich mir von den Kerlen auf dem Marktplatz abgekupfert hatte. Danach lernte ich Schmied, Schlosser und Schreiner – ja, ich hatte fast alle handwerklichen Berufe durch und dabei immer das Nötigste zum Leben. Aber die obdachlosen und teils elternlose Teenager, die keine Zukunftsperspektive hatten und nur auf den Straßen herumlungerten, taten mir unendlich leid.

Don Bosco

Als ich dann zum Priester geweiht wurde, hat sich mein Traum von damals kurz darauf verwirklicht. Einmal schlug der Küster in meiner Pfarrei einen Jungen und ich rief ihn zurück; ich zeigte ihm, wie das Kreuzzeichen gemacht wird, erklärte ihm Gegenstände in der Kirche und sprach ein Gebet mit ihm. Am nächsten Sonntag brachte er fünf Freunde mit und darauf die Woche waren es schon zwanzig. So ging es immer weiter, bis sich Hunderte Jungs um mich scharten. Das war der Anfang meiner Katechesen, die Geburtsstunde des „Don Bosco“, den du kennst. Gibt es bei dir in der Umgebung solche Menschen, die eine Anziehungskraft auf dich ausüben und denen du sofort folgen würdest? Wenn ja, hast du schon mal daran gedacht, es einfach zu tun?

Eine große Portion Mut

Um Gutes zu tun, muss man manchmal eine große Portion Mut mitbringen. Ich gründete die Kongregation der Salesianer für Erziehung und Mission, Schulen und Hospize, ich sorgte für die Ausbildung von Pflegeberufen und Priestern und baute Kirchen in abgelegenen Stadtteilen. Die Arbeit mit den Jugendlichen war mein Lebenselixier; nie wurde es langweilig. Ich bildete Lehrassistentinnen und Lehrmeister aus, die mich bei der Arbeit als Lifecoach unterstützen; schließlich sprechen wir hier ja von einigen hunderttausend Jugendlichen, die in den verschiedenen Einrichtungen Unterschlupf fanden, in die Schule gehen konnten und eine Ausbildung machten – das alles auf der Basis von Religion. Gott gehörte bei allem Tun an die erste Stelle.

Erziehung und Bildung sind sehr wichtige Güter. Ich hoffe, du weißt das zu schätzen; denn es gibt – trotz guter Projekte der Salesianer und anderer Bildungsinstitutionen – heute leider immer noch Straßenkinder, Versklavung und Kinderarbeit auf der Welt. Bildung darf kein Privileg sein, alle Kinder haben ein Recht darauf. Jeder Mensch soll erfahren dürfen, dass jeder Augenblick ein Schatz ist.

Mix