LTB 2016: Würde und Ekstase
18.09.2016

LTB 2016: Würde und Ekstase

300 junge Leute feiern beim christlichen Rock- und Popfestival in Unna

Von Dirk Lankowski

Anna Davidheimann ist mehr als nur Festival-erfahren. Am Arm der 22-Jährigen hängen die Erinnerungen an Festivals wie Trophäen: Deichbrand, Hurricane, Serengeti und noch eine Handvoll mehr. Für sie ist es also keine Frage, dass sie auch zum LOUDER THAN BEFORE nach Unna gekommen ist, eineinhalb Fahrtstunden von ihrer Heimat Löhne entfernt. „Wir waren schon vor zwei Jahren dabei, das hat uns sehr gut gefallen.“

LOUDER THAN BEFORE ist anders, als die großen Festivals. Es gibt keine Campingttische, Pavillon, Einweg-Grills und Mückenspray braucht man auch nicht. Über 300 junge Leute haben den Weg in die Lindenbrauerei in Unna gefunden, zur zweiten Auflage des christlichen Rock- und Popfestivals im Erzbistum Paderborn.

„Musikalisch ist das wirklich eine Steigerung zum letzten Mal“, findet Anna, die mit Andreas (19) und Veronika Krüger (20) gerade vom Auftritt von Jonnes und Marco Michalzik von der kleinen zur großen Bühne wechselt. Beide Künstler haben sie mit ihrem Mix aus denkanstößigem Poertry-Slam und groovigen Songs begeistert. Auch Andreas befindet: „Die Texte sind wirklich anspruchsvoll, die Musik dazu war richtig gut.“ Keine Frage also, dass sie sich noch ein Foto mit den beiden Künstlern am Verkaufs- und Autogrammtisch sichern.

Die Jungs von "Staryend“ stehen als Opener für den Abend auf der Bühne.

Ganz anders geht es da im Kühlschiff der Lindenbrauerei zu. „Staryend“ stehen hier als Opener für den Abend auf der Bühne. Kein Wunder also, dass die fünfköpfige Rockband bei ihrem machtvollen Auftritt wirklich alle Register zieht. Sie sollen einheizen. Vor beeindruckender Kulisse werden Kracher wie „Come Alive“, „Best Night“ und „Possible“ mit unbändiger Wucht ins Publikum gefeuert, bis wirklich niemand mehr ruhig am Platz steht. „Was geht Unna? Wir haben einen mega Abend vor uns“, ruft Bandleader Amos Herter den Partywütigen zu.

Gleich danach geht es mit „Gebrüder Gold“ und etwas später mit „Koenige & Priester“ weiter. Gleich zweimal wird das Publikum mit einer kraftvollen Performance belohnt, die gekonnt zwischen treibenden Abschnitten und ruhigen Verschnaufpausen wechselt, in denen die Bands mit klaren Ansagen zum Leben nicht hinterm Berg halten. „Koenige & Priester“ verbinden ihren Auftritt zudem mit einer fulminanten Lichtshow und einer ansprechenden Visualisierung ihre Texte im Hintergrund. Alle sollen verstehen, worum es geht, alle sollen mitsingen. „Wir wollen ein neues Feuer entfachen für den Glauben, denn nichts ist unmöglich mit Gott“, erklären die Brüder und Sänger der Band, Thomas und Jonathan Enns. „Lasst uns Jesus feiern, das ist der Grund warum wir hier sind.“ Den tosenden Applaus haben sich „Koenige & Priester“ verdient.

Musiker Jonnes, Andreas und Veronika Krüger, Anna Davidheimann und Poetry-Slammer Marco Michalzik (v.l.) freuen sich über den gelungenen Abend.

LOUDER THAN BEFORE ist aber noch mehr. Da gibt es mit „Dedicated“ aus Arnsberg und Band des Worship-Café Witten zwei regionale Bands, die auf der kleinen Bühne im Atelier auftreten und für Tiefgang in den Texten sorgen. Im Kühlschiff kommt mit DJFreeG und Saymo K endlich auch elektronische Musik auf die Bühne - als letzter Akt eines Wahnsinnsabends.

„Die Stimmung? On fire“, sagt Anna Davidheimann immer noch begeistert. „Es muss auf jeden Fall eine Wiederholung geben, das Festival hat viel mehr Aufmerksamkeit verdient.“ Und Veronika Krüger ergänzt: „Es macht total Spaß hier und trotzdem kommt man mit Glaubens- und Lebensfragen in Berührung“. Die Texte seien kritisch, die Künstler würden ihre Meinung sagen, Probleme unserer Zeit ansprechen und über ihren Glauben reden. In der Kombination ein „gelungener Abend in einer coolen Location“, findet Andreas Krüger.

Video-Rückblick LTB 2016

Mix

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