Daran glauben unsere Ministranten
30.06.2016

Daran glauben unsere Ministranten

Umfrage bei der Ministrantenwallfahrt

Von Tobias Schulte

„Ihr seid eine Kraft der Hoffnung in unseren Gemeinden“, so hat Erzbischof Hans-Josef Becker die 8.000 Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen bei der Ministrantenwallfahrt gelobt. Doch was motiviert die junge Leute dazu, Ministrant zu sein? Wem können sie das Motto der Wallfahrt „Ich glaub an Dich!“ zusprechen? Und wann spüren sie, dass Gott auch an sie glaubt? Dazu haben wir 15 Ministranten aus dem Erzbistum Paderborn befragt und ganz unterschiedliche Antworten bekommen.

„Weil es mir Spaß macht“, war dabei fast immer die erste Antwort. Spaß an was? Gemeinschaft, Fahrten, Aktionen antworteten die Messdiener. Je mehr sie sich äußerten kamen andere Gründe auf. Die Faszinationen an der Kirche, Liturgie und Gott. Die Möglichkeit Ruhe zu finden. Kraft zu tanken. Über sein Leben nachzudenken. So geliebt zu werden, wie man ist...

Thomas Klon, 16, aus Welver

Thomas Klon, 16, WelverWarum bist Du Messdiener?
Weil ich Spaß daran habe, Liturgie in der Kirche mitzugestalten. Deswegen übernehme ich in unserer Gemeinde sonntags auch den Küsterdienst. Außerdem gefällt mir die Gemeinschaft aus vielen Altersgruppen, wir haben dieselben Interessen und unternehmen viele tolle Aktivitäten.
Zu wem hast du zuletzt gesagt: „Ich glaub an Dich!“?
Zuletzt habe ich „Ich glaub an Dich!“ zu meiner Freundin vor einer Englischklausur gesagt. Generell möchte ich damit Menschen in meinem Umfeld vor besonderen Aufgaben Mut machen und ihnen bestätigen, dass sie viel können.
Wann spürst Du, dass Gott auch an Dich glaubt?
Ich spüre Gottes Nähe vor allen Dingen in schwierigen Situationen, Notlagen oder Trauer. Wenn ich ihn besonders brauche, dann ist er bei mir. Ich kann auf Gott vertrauen.

                                                                                                    Julius Volmer, 16, aus Scheidingen

Warum bist Du Messdiener?
Es macht mir Spaß als Messdiener mit anderen Kindern und Jugendlichen zusammenzuarbeiten und dabei als Zeichen Gottes zu dienen. Mir gefällt es, in der Gemeinde tätig zu sein und wir bekommen mit Rom- oder Lourdeswallfahrten auch einiges geboten.

Zu wem hast du zuletzt gesagt: „Ich glaub an Dich!“?
„Ich glaub an Dich!“ habe ich zuletzt zu meiner schwer erkrankten Oma gesagt, damit sie mitbekommt, dass ich an sie denke in so einer schwierigen Situation. Ich wollte, dass es ihr selber noch mal Kraft gibt, da die ganze Familie an sie glaubt. Leider ist sie verstorben, aber auch jetzt noch sage ich „Ich glaub an Dich!“, wenn ich vor ihrem Grab stehe und für sie bete.

Wann spürst Du, dass Gott auch an Dich glaubt?
In Situationen, in denen ich nicht mehr weiter weiß, glaubt Gott an mich. Er schenkt mir Kraft trotz meiner Fehler und Schwächen.

Elias Plattfaut, 16, aus Scheidingen

Elias PlattfautWarum bist Du Messdiener?
In der Kommunionvorbereitung hat mich die Kirche fasziniert, alles war ganz spannend. Um dort selber etwas mit bewirken zu können, bin ich Messdiener geworden. Ich bin dann oft zur Kirche gegangen, hab unter den Messdienern viele Freunde kennengelernt und immer mehr Spaß daran gefunden. Ich durfte später auch Leiter werden und Verantwortung übernehmen, weshalb ich immer noch dabei bin.

Zu wem hast du zuletzt gesagt: „Ich glaub an Dich!“?
Gestern Abend erst zu einem Freund. Wir haben ein Theaterstück aufgeführt, für das wir viel und hart geprobt hatten. Wir waren alle nervös, weil wir nichts falsch machen wollten. Da habe ich zu meinem Freund „Ich glaub an Dich!“ gesagt, um ihn zu bestärken. Im Endeffekt hat alles gut geklappt.
Wann spürst Du, dass Gott auch an Dich glaubt?
Ich spüre, dass Gott an mich glaubt, wenn ich jeden Morgen wieder gesund aufwache. Ich habe dann eine Sicherheit, dass Gott mich auch an diesem Tag vor jeder Gefahr ob innerlich oder äußerlich beschützen wird.

Alina Dreier, 17, aus Verl
Alina DreierWarum bist Du Messdienerin?
Die Messdiener haben bei uns in der Grundschule Werbung gemacht und zu einem ersten Treffen eingeladen. Da bin ich mit mehreren Freunden hingegangen und nach einigen Infos und Spielen haben wir uns dazu entschlossen, Messdiener zu werden. Ich habe mich immer mehr in der Kirche engagiert und besonders die Messdienerfahrten gefallen mir. Durch die Kirche konnte ich bis heute viele neue Leute, die auf anderen Schulen sind, kennenlernen.
Zu wem hast du zuletzt gesagt: „Ich glaub an Dich!“?
Besonders vor Klausuren sage ich meinen Freunden, dass ich an sie glaube, um ihnen Mut und Kraft zu geben.
Wann spürst Du, dass Gott auch an Dich glaubt?
In Erfolgserlebnissen, wenn alles gut läuft, spüre ich Gott und dass er an mich glaubt.

                                                                                             Jennifer Wiesbrock, 17, aus Verl

Warum bist Du Messdienerin?                                  Ich habe damit angefangen, weil Messdiener ihren Aufgaben in der Schule vorgestellt haben und sie total sympathisch waren. Die Gemeinschaft macht mir seit den ersten Gruppenstunden bis heute Spaß – Fahrten mit allen Messdienern, den Leitern oder die Leiterrunden sind ein Ausgleich in meinem Alltag. Durch die Gottesdienste und die Gemeinschaft erfahre ich viel Kraft.
Zu wem hast du zuletzt gesagt: „Ich glaub an Dich!“?
Meinem Papa, um ihm vor einem Marathon Erfolg zu versprechen.
Wann spürst Du, dass Gott auch an Dich glaubt?
Eigentlich spüre ich jeden Tag, dass Gott an mich glaubt. Er beschützt mich und macht mir Mut für das Leben.

Mirjam Kebekus, 21, aus Herdringen
Mirjam KebekusWarum bist Du Messdienerin?
Ich bin Messdienerin, weil die Kirche für mich ein Rückzugsort ist, dort kann ich in Ruhe nachdenken. Unsere große Messdienergruppe, wo viele über 16 sind, bereitet mir Freude und motiviert mich, weiter zu machen.
Zu wem hast du zuletzt gesagt: „Ich glaub an Dich!“?
Zuletzt habe ich das zu mir selber gesagt. Ich hatte meine Abschlussprüfungen, die sehr wichtig waren. Da hat es mir gut getan, die Hoffnung an mich nicht aufzugeben.
Wann spürst Du, dass Gott auch an Dich glaubt?
Ich spüre Gottes Beistand in anstrengenden und belastenden Phasen, wie zuletzt bei meinen Abschlussprüfungen. Durch Gottes Hilfe habe ich die Prüfungen geschafft und bin nun glücklich, nicht mehr lernen zu müssen.

Fabiola Kebekus, 18, aus Herdringen
Fabiolla KebekusWarum bist Du Messdienerin?
Ich bin nach der Kommunion Messdienerin geworden, das war damals eine ganz coole Sache. Im Laufe der Jahre ist mein Glaube immer tiefer geworden. Nach und nach denke ich mehr darüber nach, warum ich Messdienerin bin, was ich während des Gottesdienstes tue und was der Dienst bedeutet. Ich kann sagen, dass ich durch den Ministrantendienst auch außerhalb der Kirche über Gott nachdenke und spüre, dass er mich immer unterstützt.
Zu wem hast du zuletzt gesagt: „Ich glaub an Dich!“?
„Ich glaub an Dich!“ habe ich zu einer Freundin vor einer Abiprüfung gesagt. Sie hat panische Angst vor Prüfungen und ich habe es als meine Aufgabe gesehen, ihr die Sorgen zu nehmen und sie mental zu unterstützen.
Wann spürst Du, dass Gott auch an Dich glaubt?
Ich spüre hin und wieder konkret, dass Gott an mich glaubt. Ich hatte schon so manche Situation, in der ich dachte, dass alles schiefläuft, dann ist auf einmal etwas passiert, dass mir die Augen geöffnet und einen kleinen Schups in die richtige Richtung gegeben hat. Da vertraue ich, dass es Gott war, der mir geholfen hat.

                                                                                                Verena Artmann, 18, aus Stukenbrock Verena ARtmnan
Warum bist Du Messdienerin?                                   Weil mir die verschiedenen Aufgaben in der Messe mich bestärken und mir Spaß machen. Ich bin auch Messdienerleiterin und möchte meine Freude am Gottesdienst weitergeben.
Zu wem hast du zuletzt gesagt: „Ich glaub an Dich!“?
Meinem Bruder, als er vor einem Referat Angst hatte. DA habe ich es als meine Aufgabe als Schwester angesehen, ihn zu unterstützen.
Wann spürst Du, dass Gott auch an Dich glaubt?
Vor wenigen Wochen hatte ich meine Abiturprüfungen, wobei ich in die Nachprüfung musste. Da die erste mündliche Prüfung nicht so gut gelaufen ist, hatte ich total Schiss. Das Lernen zu Hause fiel mir zudem sehr schwer. Als in der Prüfung aber alles wie am Schnürchen lief und die Leistung mit einer 1 minus bewertet wurde, habe ich gedacht: Das war nur mit Gottes Hilfe möglich, er glaubt wirklich an mich.

Carlotta Albrecht, 20, aus Herdringen
Carlotta AlbrechtWarum bist Du Messdienerin?
Ich bin mit der Kirche aufgewachsen und deshalb war es erst mal selbstverständlich, dass ich Messdienerin geworden bin. Mir hat es nach und nach immer mehr gefallen, ich denke auch immer mehr darüber nach, was die Kirche für mich bedeutet. Je älter ich werde, desto mehr nehme ich auch durch mein Engagement mit – Messdiener sein gehört zu meinem Leben dazu.
Zu wem hast du zuletzt gesagt: „Ich glaub an Dich!“?
„Ich glaube an Dich!“ habe ich zuletzt zu meiner Oma gesagt, um sie bei ihrer Trauer zu unterstützen.
Wann spürst Du, dass Gott auch an Dich glaubt?
Vor allem, wenn man für was betet und es wirklich in Erfüllung, geht, dann spüre ich, dass Gott mir wirklich zuhört und es erhört. Ich merke dann, dass er seinen Teil zu meinem Leben beiträgt.

Mona Wördehoff, 19, aus Sende
Mona WördehoffWarum bist Du Messdienerin?
Weil ich Spaß an der Gemeinschaft der Messdiener habe und mich in der Kirche zu engagieren – sie ist mein Ruhepol. Im Gottesdienst kann ich als Messdienerin ganz präsent meine Verbundenheit zu Gott ausdrücken.
Zu wem hast du zuletzt gesagt: „Ich glaub an Dich!“?
Als der Opa meiner besten Freundin gestorben ist, habe ich ihr gesagt, dass ich an sie glaube. Ihr ging es nicht gut, deshalb wollte ich Mut geben, dass sie es schafft. Außerdem habe ich ihr gesagt, dass sie ja auch glaubt, dass ihr Opa nach dem Tod trotzdem weiterlebt.
Wann spürst Du, dass Gott auch an Dich glaubt?
Bei großen Aktionen wie der Messdienerwallfahrt oder durch den normalen Gottesdienst kann ich neue Kraft schöpfen. In der Messe nehme ich bewusst eine Auszeit, muss an nichts anderes als Gott mehr denken und kann danach in die alte Situation mit neuer Kraft gehen. Das zeigt mir, dass Gott an mich glaubt.

                                                                                              Christian Kowalewski, 24, aus Herford   CK Warum bist Du Messdiener?                               Meine Freunde haben mich dazu motiviert, Messdiener zu werden. Ich bin eigentlich evangelisch, durch meinen Freundeskreis aber immer mehr zur katholischen Kirche hingezogen worden, bis ich konvertiert bin. Mit 17 bin ich Messdiener geworden, weil ich die Messen aktiv mitgestalten kann und ich sehr gerne den Priester dabei unterstütze.

Zu wem hast du zuletzt gesagt: „Ich glaub an Dich!“?
Als mein bester Kumpel vor der Abschlussprüfung zum Verfahrensmechaniker stand, habe ich ihm gesagt, dass ich an ihn glaube und er sein Ding machen soll. Ich habe selber erst im vergangenen Jahr die Abschlussprüfung gemacht und wollte ihm einen Ansporn geben, die Prüfung ordentlich abzulegen. Ich wusste, dass er es drauf hat. Meine Motivation scheint geholfen zu haben.
Wann spürst Du, dass Gott auch an Dich glaubt?
Meine Gebete und der Austausch mit Gott sind Zeichen, dass er an mich glaubt. Ich bin in einer Gebetsgruppe, mit der wir uns unter der Woche treffen, um unsere Anliegen vor Gott zu tragen. Ich finde es aber auch wichtig, Gott im Gebet einfach mal Dank zu sagen. Uns in Deutschland erscheinen zu viele Dinge als selbstverständlich, die es nicht sind.

Dennis Hennig, 24, aus Herford
Dennis HenningWarum bist Du Messdiener?
Ich finde es wichtig, als Jugendlicher ganz nah in der Messe dabei zu sein und daran teilhaben zu können. Ich bin christlich erzogen worden und nun seit bestimmt 16 Jahren Messdiener. Die Jugendgruppe in unserer Pfarrei ist eine tolle Gemeinschaft, sodass ich mit vielen Freunden am Altar stehen und Gott spüren kann.
Zu wem hast du zuletzt gesagt: „Ich glaub an Dich!“?
Ich habe meiner Schwester und ihrem Ehemann zuletzt gesagt, dass ich an sie glaube. Sie renovieren derzeit und dabei sah es finanziell nicht gut aus. In der Situation wollte ich sie ermutigen, trotzdem weiterzumachen, weil ich weiß, dass sie es schaffen.
Wann spürst Du, dass Gott auch an Dich glaubt?
In der Messe oder während der Anbetung spüre ich, dass etwas anders ist. Es ist komisch zu beschreiben, aber wenn ich vor Gott bete, habe ich das Gefühl, dass er an mich glaubt. Bisher konnte ich immer auf ihn vertrauen.

                                                                                                        Lisa-Marie Holz, 21, aus MüschedeWarum bist Du Messdienerin?
Ich bin gemeinsam mit meinen Freundinnen Messdienerin geworden. Seitdem begeistern mich die Gemeinschaft und die coolen Aktionen.
Zu wem hast du zuletzt gesagt: „Ich glaub an Dich!“?
Ich habe zu meiner Schwester gesagt „Ich glaub an Dich!“, da sie in einer Lebenskrise steckte. Sie brauchte Zuspruch, damit sie wieder an sich selber glauben kann.
Wann spürst Du, dass Gott auch an Dich glaubt?
Mit der Frage habe ich mich schon öfters beschäftigt und kann sie nicht so leicht beantworten.



Christin Mosters, 20, aus Bruchhausen
Warum bist Du Messdienerin?
Ich bin Messdienerin, weil ich mit Gleichaltrigen und Gleichgesinnten gemeinsame Ziele verfolgen kann: Gott zu dienen und bewusst Messe zu feiern. Ich bin nach der Kommunion als Messdienerin angefangen und durfte mit 14 Jahren schon Aufgaben übernehmen, weshalb ich immer mehr in die Gemeinschaft eingebunden wurde. Der Dienst am Altar und die gemeinsamen Aktionen mit Mädchen und Jungen aus verschieden Altersstufen machen es für mich heute immer noch spannend, Messdiener zu sein.
Zu wem hast du zuletzt gesagt: „Ich glaub an Dich!“?
Ich spiele leidenschaftlich Tennis und versuche immer, meine Mannschaftskolleginnen zu motivieren. Deshalb habe ich einer Mitspielerin zuletzt „Ich glaube an Dich!“ gesagt, um ihr meine wirkliche Unterstützung auszusprechen.
Wann spürst Du, dass Gott auch an Dich glaubt?
Besonders, wenn ich alleine bin, spüre ich, dass Gott an mich glaubt. Zum Studieren bin ich aus dem Sauerland weggezogen und an meinem Studienort recht alleine. Ich weiß aber, dass ich eigentlich nie wirklich alleine bin.

                                                                                                  Tobias Kleinhorst, 27, aus Herdringen Tobias KleinhorstWarum bist Du Messdiener?
Ich bin seit 17 Jahren Messdiener, weil mir die Mischung aus Engagement in der Kirche und Fahrten zum Beispiel nach Rom, Madrid und Barcelona dazu immer noch motiviert.
Zu wem hast du zuletzt gesagt: „Ich glaub an Dich!“?
Vor einer Prüfung habe ich zu einer Freundin gesagt „Ich glaub an Dich!“. Sie war sehr unsicher, obwohl sie den Stoff sehr gut konnte. Ich habe sie ermutigt, dass sie die Aufgabe meistert, weil ich wirklich an sie geglaubt habe.
Wann spürst Du, dass Gott auch an Dich glaubt?
Ich spüre Gottes Anwesenheit und Hilfe in vielen kleinen Situationen oder kurzen Augenblicken. Wenn ich ein bisschen offener durch die Welt gehe, denke ich manchmal: Das ist cool, das ist ein Geschenk Gottes. Zum Beispiel spüre ich das, wenn ich morgens früh wandern gehe und die Sonne langsam durch den Nebel kommt.

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