01.08.2018

Ministrantenwallfahrt 2018

Ministranten sind Apostel

Die Sonderaudienz bei Papst Franziskus war für viele der Ministrantinnen und Ministranten der Höhepunkt der Wallfahrt nach Rom.

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Von Laura Konieczny

Deutschland hat am Dienstag mit bis zu 39,5 Grad den heißesten Tag des Jahres geknackt. Auch in Rom zeigt die Wetter-App um 11 Uhr bereits 35 Grad an. Im Schatten. Trotzdem füllt sich bereits ab mittags der Platz um die Kolonnaden des Petersplatzes. Um 18 Uhr tritt hier ein „Superstar“ auf: Papst Franziskus.

Auch viele Gruppen aus dem Erzbistum Paderborn machen sich bereits früh auf den Weg, um möglichst gute Plätze – nah beim Heiligen Vater – zu ergattern. Dass der offizielle Einlass erst um 15 Uhr startet und sie bis dahin in der prallen Hitze warten müssen, spielt keine Rolle. „Ich freue mich einfach, hier zu sein und den Papst später live zu sehen“, sagt Markus Steden aus Medebach-Dreislar. Die Wartezeit vertreiben sich die Gruppen vor den Toren des Vatikans damit, andere Ministrierende kennenzulernen. Fleißig tauschen sie Pins und Pilgertücher. Einige stimmen Lieder an, viele Fächern sich gegenseitig Luft zu. „Ich wusste nicht, dass man so schwitzen kann“, sagt eine junge Frau und erntet zustimmendes Schnauben und Gelächter ihrer Freunde.

15 Uhr. Einlass und Sicherheitskontrollen wie am Flughafen. Die wartende Masse setzt sich in Bewegung. Kaum auf dem Petersplatz angekommen, rennen viele los. Möglichst weit vorn wollen sie sitzen, möglichst nah bei ihrem Papst. Die Messdienergruppe aus der Dortmunder Pfarrei St. Ewaldi lässt es derweil ruhiger angehen. Ihre Taktik: Möglichst lang im spärlich gesäten Schatten stehen bleiben und dann den perfekten Zeitpunkt abpassen, doch noch Plätze im vorderen Block einzunehmen. Sie haben Erfolg.

Partystimmung für den Papst

Hannes Wichmann (r.) sang mit im Peace Seaker-Chor
Hannes Wichmann (r.) sang mit im Peace Seaker-Chor
Die Minis aus dem Erzbistum waren mit einem Banner auf dem Petersplatz.
Der Papst spricht zu den Ministrierenden.

Zwei Stunden lang nimmt sich Papst Franziskus nach seiner Ankunft Zeit für die Ministrantinnen und Ministranten aus insgesamt 19 verschiedenen Ländern der Welt. Allein rund 50.000 von 60.000 angemeldeten Messdienern kommen aus Deutschland, weitere unter anderem aus Kroatien, Italien, Frankreich, Ungarn und den USA. Das gemeinsame Gebet und Gesang verbindet sie alle. Drei Messdienerinnen übergeben ihm im Namen aller Geschenke, darunter das Pilgerarmband und -tuch, mit den Worten: „Wir wissen, wie viel Sie für den Frieden tun – das ist sicher nicht immer einfach.“

Im Dialog mit weiteren Ministranten, beantwortet der Papst ihre Fragen auf verschiedenen Sprachen. Eine seiner Botschaften an diesem Tag lautet: „Wir kommen aus vielen Ländern doch sind vereint im Glauben an Jesus Christus.“ Er appelliert für das Beten und eine lebendige Jesusbeziehung sowie dafür, Gottes unendliche Liebe anzunehmen und in die Welt zu tragen. „Ihr könnt heute als junge Menschen Apostel sein, die andere zu Jesus führen“, ruft er den Ministranten zu. Und am Ende seiner Ansprache fragt der Papst zurück: „Sind meine Antworten für euch ermutigend?“. Dafür erntet er stürmischen Jubel und Applaus.

Um kurz nach 20 Uhr fährst Papst Franziskus im Papamobil vom Petersplatz – nicht, ohne vorher den Chormitgliedern mit einem persönlichen Händedruck zu danken und der Menschenmasse erneut zu winken. Es scheint an diesem Abend, als inspiriere nicht nur der Heilige Vater die Ministrantinnen und Ministranten, sondern als schenkten auch sie ihm Kraft. „Den Papst zu sehen ist für mich etwas ganz Besonderes“, sagt Simone Kornalewski, Ehrenamtliche in der diözesanen Arbeitsgemeinschaft Ministrantenpastoral. Als wichtigster Mann unserer Kirche vereine er uns alle. Er begeistere mit seiner Strahlkraft und authentischen Menschlichkeit.

Beste Stimmung herrschte auf dem Petersplatz

Bildergalerie zur Sonderaudienz beim Papst

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