Ohne Panik durch die Krise!
Ohne Panik durch die Krise!
27.03.2020

Perspektive

#ohnecorona - Hoffnung

Den Kopf in den Sand stecken, bringt nichts!

test
von Maike C. Kammüller

Noch ein Corona-Beitrag? Irgendwie höre ich nichts anderes mehr und bin mir selbst nicht ganz sicher, wie schlecht es uns gerade geht.

Geht es uns schlecht?

Tja, ich habe bald Geburtstag – einen runden Geburtstag. Auf mein Geburtstagsgeschenk freue ich mich schon lange. Karten für ein Konzert, das ich seit Ewigkeiten einmal live hören möchte – mit Plätzen in der ersten Reihe. WOW! Und jetzt: Das Konzert ist abgesagt. Ebenso wie die schöne Reise zum Konzerthaus. Social distancing. Dann ist wohl nicht mal eine kleine Geburtstagsparty drin. Das macht mich traurig. Und nun? Ändern kann ich es leider nicht. So schön es auch wäre.

Und nun?

Während ich hier sitze und schreibe, kommt mir immer wieder ein Vers von Stefan George in den Sinn „Ich forschte bleichen eifers nach dem horte“. Stopp, nicht denken, langweilig und überspringen! Ich will euch kurz erklären, warum mich dieser Vers bewegt. In dem Gedicht geht es darum, dass das lyrische Ich auf einmal seine Inspiration trifft. Dabei ist die Stimmung zum Beginn des Gedichtes düster. Das lyrische Ich sitzt brütend - vielleicht vor einem Blatt Papier - und wartet auf eine gute neue Idee. Natürlich kommt sie nicht dann, wenn es sie gebrauchen kann. Und so sitzt es weiter herum, weiß nicht, wie es weitergehen soll und hat Kummer. Plötzlich kommt seine Inspiration in Form eines erotischen Engels in den Raum – und alles wird gut. So ähnlich ging es mir an diesem Wochenende auch.

Stefan George (*1868 - †1933) war ein deutscher Lyriker, der den Ästhetizismus maßgeblich geprägt hat. Das bedeutet, dass für ihn nichts als die Kunst wichtig war. Sie sollte unabhängig sein von Gewinn, Nutzen oder Popularität. George folgten viele Verehrer in seinem "George-Kreis" nach. Das in seiner Lyrik erfundene Weltbild prägte auch Claus Schenk Graf von Stauffenberg, der 1944 ein Attentat auf Adolf Hitler verübt hat.

Bücher sind Orte mit guten Gedanken
Bücher sind Orte mit guten Gedanken

Vielleicht ist dieser Vergleich etwas weit hergeholt, doch erinnert mich dieses Gedicht etwas an unsere Zeit mit Corona. Warum?

Nun, Corona hat uns alle in den ersten Tagen ziemlich unsicher gemacht. Wie geht es weiter? Ich war nervös. Geschäftig und doch eher unproduktiv. Mittlerweile denke ich mir, dass ich mich nicht verunsichern lassen darf von den vielen Nachrichten, die auf mich einprasseln.

Manche Supermarktregale sind leergekauft.
Manche Supermarktregale sind leergekauft.

Eine große Phrase?

Wenn ich in den letzten Tagen einkaufen war, hatte ich durchaus das Gefühl, dass alle Panik schieben. Noch nie habe ich fast vollständig leergekaufte Supermärkte und Drogerien gesehen ... im 21. Jahrhundert. Und was hat es gebracht?

Mal ehrlich. Habt ihr auch Dinge gekauft, die ihr nicht wirklich braucht? Konntet ihr dem Kauf von Klopapier standhalten? Ein Freund von mir lebt seit einem Jahr in Deutschland und fragte mich am Telefon: „Bitte, ich verstehe euch Deutsche nicht. Erkläre es mir. Warum kauft ihr Deutschen so viel Klopapier? Was macht ihr damit?“ Tja, eine logische Antwort bin ich ihm schuldig geblieben. Klopapierburgen bauen; ist das die richtige Antwort? Auf Sicherheit setzen? Aber was für eine Sicherheit ist das?

Die Bibel gibt Antworten, wenn man sie genau liest.
Die Bibel gibt Antworten, wenn man sie genau liest.

»Laetare – freue dich. Worüber? Dass wir eine Freudenbotschaft erwarten!«

Da hat sich mir unerwartet eine Antwortmöglichkeit gezeigt, als ich am Sonntag das Radio eingeschaltet habe, um Gottesdienst zu hören. Am Sonntag, 22.03.2020, hatten wir den vierten Fastensonntag. Er heißt auch „Laetare“. Freue dich! Wow! Was für eine Botschaft in Zeiten von Corona. (Coronakrise – ich kann das Wort Krise schon fast nicht mehr hören, so oft wird es benutzt.) Also konzentriere ich mich auf die gute Nachricht. Auf meine schöne Inspiration! Laetare – freue dich. Worüber? Dass wir eine Freudenbotschaft erwarten! Das Osterfest! Das bedeutet Auferstehung, Leben, Licht, Hoffnung!

Ja, Hoffnung! Gott schenkt uns Hoffnung!

Vertrauen wir darauf und wagen wir einmal ein Gebet, wenn wir von Panik oder Unsicherheit geplagt sind. Es hilft! Mich hat der Radiogottesdienst jedenfalls mit diesen einfachen Worten sehr bewegt. Freue dich! Das Licht ist nah!

Das Osterfeuer bringt symbolisch Licht, Hoffnung und zeigt den Neubeginn an.
Das Osterfeuer bringt symbolisch Licht, Hoffnung und zeigt den Neubeginn an.

Ehrlich gesagt hoffe ich, dass wir irgendwie das Osterfest feiern können und nicht im stillen Kämmerlein sitzen müssen. Doch falls es so kommt: Gottes Botschaft bleibt uns! Eine Botschaft von Licht und Zuversicht, Neubeginn und Zukunft.

Früher beteten unsere Großeltern, wenn sie nicht weiterwussten. Ich höre von dieser Generation immer wieder, dass Beten hilft. Schaden tut es sicher nicht. Es ist allemal besser als Trübsal blasen und schlecht gelaunt durch die Gegend zu stampfen, weil wir unsere Tage und Wochen anders geplant hatten. Beginnen wir damit, denen die uns begegnen, ein Lächeln zu schenken. Vielleicht schaffen wir sogar ein Gebet. Mir gibt das Mut und Kraft.

Machen wir das Beste aus der uns gegebenen Zeit!

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