Zerzaustes Gras unter den Füßen. Große und kleine Jurten, soweit das Auge reicht. Lichterketten mit Planeten. Stockbrot- und Lagerfeuerduft liegen in der Luft.
1100 Pfadfinderinnen und Pfadfinder sind zusammengekommen, um mehr als nur ein Lager zu erleben. Gemeinsam bauen sie eine Welt aus Zusammenhalt, Abenteuer und Pfadfinderidentität.
Und das nicht zufällig: Rund zwei Jahre Planung stecken in diesem Diözesanlager. Das Leitungsteam freut sich über rund 150 Helfende, die mit anpacken. „Ohne das Team könnten wir das nicht stemmen“, betont Benedikt Janssen aus dem Diözesanvorstand. Und das Lager ist eine Premiere, denn in dieser Größe findet es zum ersten Mal statt.
Das Diözesanlager Stardust steht im Zeichen eines gemeinsamen Abenteuers: Das Motto soll nicht nur neugierig machen, sondern alle Altersstufen motivieren und mitreißen. In Workshops werden Galaxie-Tattoos, abgespacede Armbänder und Halstuchknoten sowie Raketenantriebe gestaltet, T-Shirts gebatikt und Lagerbauten errichtet, die zur Verteidigung des eigenen Lagers dienen.
Auf der großen Bühne wird getanzt, gesungen, Gottesdienst gefeiert und das Programm gestaltet, bei dem hier und da auch bekannte Figuren aus der Pfadfinderwelt vorbeischauen und die Teilnehmenden begeistern. Überall hängen Planetengirlanden, fantasievolle Galaxien aus Holz und Pappe schmücken das gesamte Gelände und erinnern die Teilnehmenden an ihre Mission: Sich gegen das Dunkle zu stellen und es zu besiegen – als Gemeinschaft, als Heldinnen und Helden ihres Universums.
Ihr Auftrag lautet: Findet die verschwundenen Eldra-Steine in den sieben Farben des Regenbogens, um die magische Eldra Lilia wieder zusammenzusetzen, denn nur mit ihrer Macht kann die Galaxie Stardust gerettet werden. Es bleibt also spannend: Werden sie die Mission meistern?
Mit dabei sind auch Anna-Lena, Philip und Konstatin. Sie sind Rover, gehören also zur ältesten Stufe der Pfadfinderinnen und Pfadfinder und haben das Lager auf ihre eigene Weise erlebt: unabhängig, kreativ und manchmal etwas chaotisch. Ob beim Aufbauen der Jurte, bei der Suche nach den verschollenen Steinen oder einer kleinen Tanzeinlage zwischendurch – sie bringen ihre eigene „Rover-Energy“, wie die Jugendlichen selbst sagen, mit.
Zwischen Lagerfeuerabenden, tiefen Gesprächen unterm Sternenhimmel, Jingles, die zum Essen und zu Aktionen rufen und gemeinsamen Wandertouren, gibt es auch witzige Challenges zwischen den Rovern und den Pfadis, der Altersgruppe unter den Rovern.
Dabei geht es darum, ihr eigenes Lager zu verteidigen, sich Streiche auszudenken und sich gegenseitig reinzulegen. „Alle haben dabei sehr viel Spaß“, erzählt Philip. Er und Konstantin kommen aus Brilon, sind dort schon seit zehn Jahren als Pfadfinder engagiert. Von daher war es auch klar, dass sie beim dem großen Diözesanlager mit dabei sein wollen.
Philip erzählt: „Pfadfinder sein ist schon ein großer Teil meines Lebens. Viele meiner Freundschaften sind bei den Pfadfindern entstanden.“
Für ihn sind die Sommerlager also immer eine gute Gelegenheit den Alltag zu vergessen und abzuschalten: „Man ist hier unter sich, konzentriert sich aufs Pfadfindersein und das ist jedes Jahr ein Highlight.“ Und ergänzt stolz: „Meine Handyzeit ist hier übrigens um neunzig Prozent gesunken!“
Auch Konstantin ist froh ein Teil des Diözesanlagers zu sein: „Es ist auf jeden Fall eine tolle Gemeinschaft, es gibt nie groß Stress, es ist immer eine gute Atmosphäre.“ Pfadfinder zu sein fühlt sich für Konstantin richtig gut an. Für ihn ist es eine besondere und starke Verbindung: „Man kann sich einfach auf alle verlassen.“
Philip und Konstantin haben Anna-Lena in den letzten Tagen kennengelernt. Auch sie ist seit zehn Jahren Pfadfinderin im Erzbistum Paderborn, genauer gesagt in Hüsten, und verbringt seitdem ihre Sommer in Pfadfinderlagern.
Sie blickt sehr erfüllt auf ihre Zeit bei Stardust: „Ich bin den Verantwortlichen total dankbar, mich beeindruckt das Programm und die Liebe, die in dieses Lager geflossen ist. Das merkt man an den ganzen Details und der guten Organisation.“
So wie Konstantin und Philip ist sie sich sicher, dieses Lager so schnell nicht zu vergessen und hält fest: „Die Hilfsbereitschaft und der Geist aus diesem Lager bleiben mir in Erinnerung.“
Und siehe da, gerade noch rechtzeitig werden am letzten Tag des Lagers alle Eldra-Steine gefunden: Die Teilnehmenden des Sommerlagers schließen gemeinsam die Stardust-Mission erfolgreich ab! Und bestimmt wartet im nächsten Sommer schon eine neue Pfadfinderlager-Experience mit guten Vibes und jeder Menge Abenteuer auf sie.