Die Kastanien wogen
02.10.2017

Die Kastanien wogen

Gedanken zum Thema Dankbarkeit für das Leben

Von Carolin Schnückel


Ich sitze leicht übernächtigt und mit kaffeeklopfendem Herzen in der wunderbar luftigen Wohnung meiner besten Freundin in Hamburg-Bahrenfeld. Ich blicke auf die sattgrünen, sonnenbeschienenen, leicht wogenden Kastanien vor dem Fenster und bin einfach unendlich und unfassbar dankbar. So dankbar, dass die offensichtlichen To Do’s dem Innehalten weichen müssen. Es gibt diese seltenen Momente im Leben, in denen wirklich a l l e s gut ist. Und dies ist einer davon. 


Meinen Eltern geht es gut und sie sind gesund. Ich denke es und die Kastanien wogen.
Ich habe meinen Weg gefunden, wie ich arbeiten und leben will. Ich sitze hier in Hamburg und brauche nur diesen Laptop. Ich denke es und die Kastanien wogen.


Mein Mann und ich erschaffen in diesem Jahr das, was wir ein Leben lang Zuhause nennen werden. Wir erschaffen es mit unseren eigenen Händen. Wir kennen bald jeden Stein in diesem alten Haus. Ich denke es und die Kastanien wogen. 


Mein verrückter großer Bruder wird in acht Monaten Vater sein. Ich werde Tante. Erst vorgestern habe ich es erfahren. Ich denke es und mir steigen Tränen in die Augen und ich stelle mir meinen Bruder mit diesem kleinen neuen Leben im Arm vor, das er unfassbar lieben und beschützen wird. Und ich bitte um nichts mehr als dass dieses neue Menschenkind gesund und munter die Welt erblickt. Ich denke es und falte die Hände und die Kastanien wogen.

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