Pfadfinder segnen stolz, froh und glücklich ihre Kapelle
14.05.2017

Pfadfinder segnen stolz, froh und glücklich ihre Kapelle

Kapelle St. Georg in Rüthen von Erzbischof Hans-Josef Becker gesegnet

Von Dirk Lankowski

„Beeindruckend.“ Das ist das Wort, das drei Pfadfinder verbindet, wenn sie über die neue Kapelle St. Georg in Rüthen sprechen. Finja Weber (16) und Anna Höckelmann (25) aus Paderborn sowie Tobias Krupp (26) aus Holzminden haben an der Kapelle auf dem Pfadfinderzeltplatz in Rüthen mitgebaut. Am Samstag war der große Tag der Segnung der Kapelle, den die Pfadfinder standesgemäß mit Zeltlager, vielen Aktionen und einem Gottesdienst feierten.

Es ist voll in der Kapelle. So voll, dass ein Großteil der knapp 400 Pfadfinder und Gäste auf Bänken vor der Kapelle sitzt. Aus allen Teilen des Diözesanverbandes sind die Pfadfinder zum großen Zeltlager und zur Feier angereist. Nach fast drei Jahren Bauzeit ist die Kapelle fertiggestellt worden. Erzbischof Hans-Josef Becker hat sich angekündigt, um den architektonisch einzigartigen Kapellenbau zu segnen – mit Wasser, dass die Pfadfinder aus verschiedenen Flüssen mitgebracht haben. Damit soll deutlich werden, dass es sich nicht nur um eine Kapelle am Zeltplatz handelt, sondern sie ein spirituelles Zentrum für die Pfadfinder im gesamten Erzbistum ist.

Tobias Krupp, Finja Weber und Anna Höckelmann sind beeindruckt von ihrem Kapellenbau.

Finja, Anna und Tobias schauen zufrieden auf „ihren“ Kapellenbau, sie haben wörtlich eine Beziehung zum Gebäude (auf)gebaut. „Ich habe wirklich eine Beziehung aufgebaut, zum Gebäude und dadurch auch zu Gott“, erklärt Tobias. Für Anna ist Gott auch ohne Segnung schon längst eingezogen. „Es gibt ein großes Dachfenster, da kommt der Himmel und damit Gott direkt in die Kirche“, freut sie sich.

Der Bau besteht aus drei großen Würfeln – die göttlichen Tugenden Glaube, Liebe, Hoffnung. Das Gebäude-Konstrukt lässt sich nur schwer beschreiben, es ist einen Besuch wert. „Sehr beeindruckend, es sieht so schön schief aus und ist trotzdem gerade“, versucht es Anna und lacht. Große Freude aber auch ein bisschen Wehmut liegt in den Worten der Pfadfinder, wenn sie von ihrem Kapellenbau sprechen. „Ich bin stolz, froh und glücklich, dass wir das geschafft haben“, sagt Tobias und ergänzt: „Aber es ist auch schade, dass das Projekt jetzt endet“. Finja erinnert sich an „viele, viele schöne Tage beim Bauen an der Kapelle mit meiner Familie und Freunden“.

Im Jahr 2007 ging es für die Pfadfinder mit dem Kapellenbau los. Der Orkan Kyrill hatte eine Waldfläche gegenüber dem Diözesanzentrum umgeworfen. Das bot Platz für die Kapelle und einen mittlerweile benachbarten Hochseilgarten für Menschen mit und ohne Behinderung. 2013 folgte dann der erste Spatenstich, vorher wurde geplant, die Finanzierung gesichert und nach Helfern gesucht, um mit ehrenamtlichen „Kapellenbauern“ aus dem Jugendverband das Gotteshaus zu errichten. „Über 5000 Stunden ehrenamtliche Arbeit sind so zusammen gekommen“, schätzt der Diözesanvorstand der Pfadfinder. Vermutlich sind es aber viel mehr Stunden.

Erzbischof Hans-Josef Becker dankt den Pfadfindern für ihr Engagement und segnet die neue Kapelle.

Erzbischof Hans-Josef Becker ist ebenfalls beeindruckt vom Kapellenbau und hat viele gute Wünsche für die Pfadfinder mitgebracht. „Macht Eure neue Sankt-Georgs-Kapelle zu einem lebendigen Ort der Begegnung mit Gott und untereinander.“ Er hofft, dass die Kapelle dazu beitrage, dass die Pfadfinder in Verbindung zu Gott bleiben. „Bleibt in mir, dann bleibe ich in euch“, erinnert der Erzbischof an die Textstelle aus dem Johannes-Evangelium. Erzbischof Becker bestärkte die Pfadfinder: „Diese Kapelle wird kein lebendiger Raum, wenn ihr sie nicht mit Leben erfüllt. Die Kirche sind wir alle miteinander. Ihr seid die Kirche, ihr haltet sie lebendig.“

Es ist schon Abend, als die Feier beendet ist. Sonne durchflutet den lichten Kapellenbau. Finja, Anna und Tobias sind glücklich. „Es war genauso, wie ich mir das gewünscht habe“, sagt Anna. „Ein fröhlicher, bunter und lauter Gottesdienst – so wie wir Pfadfinder eben sind.“ Und wie sind Pfadfinder? Anna lacht und erklärt: „Freundlich und offen für die Menschen, so wie diese Kapelle.“

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