06.01.2026
EXKLUSIV

Die Sternsinger können den großen Effekt nur erahnen

Die Sternsinger zeigen: Wo sich viele unspektakulär einsetzen, kann Großes geschehen

von Tobias Schulte

Was für eine Ehre. Sternsinger aus St. Ewaldi Dortmund werden am Dreikönigstag von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeyer empfangen. Am 8. Januar 2026 fahren Mädchen und Jungen aus St. Laurentius und St. Georg Paderborn in die Staatskanzlei nach Düsseldorf zu Ministerpräsident Hendrik Wüst. 

Viele Tausende Sternsinger im Erzbistum Paderborn werden nie die Möglichkeit haben, zu so einem Empfang eingeladen zu sein. Aber: Für mich zeigen gerade die Sternsinger, dass gutes Tun und füreinander da sein in vielen kleinen Momenten geschieht, die nicht die große Beachtung erhalten. Oft spürt man selbst den Effekt nur ansatzweise. Man kann selbst gar nicht einschätzen, wie wichtig ist, was man tut.

Was kommt vom Segen bei den Menschen an?

Wenn ich an meine eigene Zeit als Sternsinger zurückdenke, erinnere ich mich, wie viele Menschen an der Tür super freundlich zu uns waren. Manche haben uns mega viele Süßigkeiten gegeben. Andere waren eher zurückhaltend oder wirkten so, als würden wir sie durch das Klingeln dazu zwingen, wenigstens ein paar Euro zu spenden. 

Ich frage mich: Was ist wohl bei den Menschen durch unseren Besuch passiert? Was ist vom Segen bei ihnen angekommen? Konnten wir ihnen etwas Gutes tun? Keine Ahnung.
Genauso ist es auch mit den Spenden. Wir haben in unserer Pfarrei immer mehrere Tausend Euro gesammelt. Aber wie, wann und wo die genau vor Ort geholfen haben, wie sich Kinder über die Spenden gefreut haben, das haben wir nie mitbekommen.

Aus fünf Euro werden fast 50 Millionen Euro

Die Sternsinger zeigen mir also: Wer Gutes tut, sieht oft den Effekt gar nicht. 

Aber: Für andere da sein verändert etwas. Vor allem dann, wenn viele andere auch Gutes tun. Dann werden aus fünf Euro Spende eines Einzelnen fast 50 Millionen Euro, die die Sternsinger im Jahr 2025 deutschlandweit eingesammelt haben. 

Wo viele sich unspektakulär und ohne die große Aufmerksamkeit für andere einsetzen, kann Großes geschehen. Vielleicht läuft das im Reich Gottes genauso.

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