Jugend feiert Libori mit Pontifikalamt, Laola-Welle und Abendrunde
01.08.2015

Jugend feiert Libori mit Pontifikalamt, Laola-Welle und Abendrunde

Tag der Jugend - Libori 2015

Von Dirk Lankowski

Eine Woche Ausnahmezustand in Paderborn. Eine Woche lang der Duft von Waffeln, Zuckerwatte, gebrannten Mandeln und Bratwurst. Eine Woche lang diese ganz besondere Mischung von Kirche, Kultur und Kirmes in der Paderborner Innenstadt. Und ein Tag ganz im Zeichen der Kinder und Jugendlichen. Das ist das Liborifest zu Ehren des Bistumspatrons. Am Freitag wurde der „Tag der Jugend“ traditionell mit einem Gottesdienst für die Kinder und Ministranten am Morgen und einem Jugendgottesdienst am Abend gefeiert. Auf dem Verbändeplatz informierten die Jugendverbände über ihre Arbeit. Vertreter der Jugendarbeit trafen sich den ganzen Tag über zum Austausch und Gespräch. Erstmals war auch die Initiative „YOUNG MISSION“ auf dem Liborifest aktiv, sie machte in der Innenstadt auf die „revolutionäre Welle des Glaubens“ aufmerksam.

Ministranten Pontifikalamt

Dankbar für den Dienst von 33.000 Ministranten

Es sei die Chance des Dienstes von Ministrantinnen und Ministranten, sich mit dem Herzen, mit Leib und Seele einbringen zu können. „Wir dürfen dankbar sein, dass wir Gott immer wieder in unserer Mitte erleben dürfen.“ Das sagte Weihbischof Matthias König im Libori-Pontifikalamt mit Ministranten und Kindern im Hohen Dom zu Paderborn. Zahlreiche Messdienerinnen und Messdiener aus dem gesamten Erzbistum Paderborn nahmen an der Heiligen Messe am Freitagvormittag teil. Der Gottesdienst wurde vorbereitet von der Messdienergemeinschaft des Pastoralen Raumes Schloß Neuhaus. Im Anschluss an den Gottesdienst konnten Messdienergruppen an einer Rallye rund um den Paderborner Dom teilnehmen.

Auch Diözesanjugendpfarrer Stephan Schröder hieß die zahlreichen Gottesdienstteilnehmer, die aus den unterschiedlichen Regionen des Erzbistums nach Paderborn gekommen waren, herzlich willkommen: „Mit Eurem Dienst als Messdiener werden die Gottesdienste erst richtig lebendig, feierlich und schön. In unserem Erzbistum dürfen wir auf 33.000 Ministranten blicken, die die Gottesdienste zu einer echten Feier werden lassen. Ihr seid mit Eurem Engagement für die Kirche wertvoll und strahlt Jesus Christus aus.“

Jugendverbände auf dem Verbändeplatz

Wünsche, Forderungen und Gebete für eine andere Flüchtlingspoltik

Auf dem Verbändeplatz sorgten die Vertreter der zehn katholischen Jugendverbände im Erzbistum Paderborn für Programm. Kinder und Jugendliche konnten sich über die Arbeit der Jugendverbände informieren aber auch Holzplanken gestalten, die im nächsten Jahr zu einem großen Schiff vor dem Europaparlament zusammengebaut werden sollen. Die Jugendverbände im Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) beteiligen sich damit an einer Aktion zum Weltflüchtlingstag 2016, mit der Politiker zum Umdenken in der Flüchtlingspolitik aufgefordert werden. "Wir können es nicht hinnehmen, dass immer noch Menschen im Mittelmeer ertrinken", erklärt Teresa Brohl, Referentin beim BDKJ in Paderborn. Die Kinder und Jugendlichen hätten mit Wünschen, Forderungen und Gebeten auf den Planken ihre Gedanken und Gefühle zum Thema aufgeschrieben. 

Faire Gemeinde

Einsatz für mehr Nachhaltigkeit

Mittlerweile ist das Theme "Faire Gemeinde" in aller Munde. Damit noch mehr Gemeinden, Pastoralverbünde, Verbände, Instituationen und Gruppierungen an der Aktion teilnehmen, warb Projektreferentin Hildegard Schäfer für die Aktion auf dem Verbändeplatz. Die Initiative zeichnet Gruppen aus, die sich für mehr Nachhaltigkeit und internationale Gerechtigkeit einsetzen und dabei bestimmte Kriterien erfüllen. "Die Auszeichnung als „Faire Gemeinde“ soll in den Gemeinden nach innen und außen ein Zeichen für den bewussten Umgang mit der Schöpfung setzen", so Hildegard Schäfer.

Young Mission

"Revolutionäre Welle" schwappte durch Fußgängerszone

Erstmals während eines Liborifestes war die Initiative YOUNG MISSION in der Paderborner Innenstadt unterwegs. "Wir wollen zeigen, dass unsere Kirche jung, dyniamisch und fröhlich ist", erklärt Theresa Bartz aus dem Leitungsteam. Dazu zogen die jungen Leute durch die Stadt, machten lautstark Musik, verteilten Cocktail-Fruchtgummis und luden am Nachmittag zum Flashmop am Libori-Brunnen ein. Dort schwappte symbolisch die von Papst Franziskus geforderte "revolutionäre Welle des Glaubens" in Form einer stürmischen Laola-Welle durch die Straße Richtung Dom.

Standards Katholischer Jugendarbeit

Anstoßen auf die Ausbildungsstandards

Den "Tag der Jugend" nutzen die Vertreter der katholischen Jugendarbeit auch, um mit einem kleinen Festakt die Einführung der neuen Ausbildungsstandards zu feiern. Die Ausbildungsstandards sind der verbindliche Rahmen für die Träger von Ausbildung in der katholischen Jugendarbeit in der Erzdiözese Paderborn. "Wir haben viel Zeit und Arbeit in die neuen Standards gesteckt, deswegen freuen wir uns heute über ihr Inkrafttreten", so Daniel Stiens, Referentin in der Abteilung Jugendpastoral.

Libori Jugend

Und zum Abschluss noch eine Abendrunde im Dom

Bei Zeltlagern von Pfadfindern sind „Abendrunden“ eine beliebte Tradition zum Tagesausklang: Man sitzt am Lagerfeuer zusammen, tauscht sich aus, singt oder betet. Am Freitagabend klang auch der „Tag der Jugend“ erstmals mit einer „Abendrunde“ aus. Der Diözesanverband der Deutschen Pfadfinderschaft St. Georg (DPSG) hatte den Libori-Jugendgottesdienst mit Weihbischof Hubert Berenbrinkeram Freitagabend im Geiste dieser Tradition vorbereitet. Durch den Gottesdienst führte Simon Schwamborn, Diözesankurat der DPSG im Erzbistum Paderborn. Dieser musste sich in einer Spielszene beim Vorbereiten einer Abendrunde mit Vorurteilen gegenüber Pfadfindern auseinander setzen: „Pfadfinder? Das sind doch die, die 20 Kilometer rennen und Bäume umarmen?“

Auch Weihbischof Berenbrinker griff in seiner Ansprache das Thema „Vorurteile“ auf. Es schmerze, wenn sich andere über den eigenen Glauben und die eigenen Überzeugungen lustig machten, sagte er. In noch viel stärkerem Ausmaß hätten derzeit jedoch die zahlreichen Flüchtlinge in Deutschland mit Vorurteilen zu kämpfen. In Gemeinden, Kinder- und Jugendverbänden könne derzeit die Erfahrung gemacht werden, dass Fremde zu Freunden würden, sagte Weihbischof Berenbrinker. „Es ist beeindruckend, mit wie viel Engagement sich Menschen für Flüchtlinge einsetzen: Da werden Nachbarschaftsfeste gefeiert, Kinder zu Gruppenstunden eingeladen oder in Ferienfreizeiten mitgenommen. Da werden Sprachkurse abgehalten und wird materielle Unterstützung geleistet. Und es wird auch miteinander gebetet.“ Die Pfadfinder würden mit ihrer Aktion "Gast>>Freundschaft: Für Menschen auf der Flucht" einen wichtigen Beitrag dazu leisten.

Die vier Altersstufen der Pfadfinder gestalteten den Gottesdienst ebenfalls mit: Wölflinge erzählten den Inhalt der Lesung nach, Jungpfadfinder erläuterten das Pfadfindergebet, das im Anschluss gesprochen wurde, die Pfadfinderstufe erklärte das Pfadfindermotto „Wagt es“, und die Rover leiteten eine Fürbittaktion ein, bei der alle Gottesdienstbesucher eingeladen waren, ihre Bitten auf eine Klammer zu schreiben und diese an einem Seil zu befestigen.

Bildergalerie "Tag der Jugend" - Libori 2015

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