WJT-Feeling, Schwarze Madonna und tiefer Glaube begeistern
22.07.2016

WJT-Feeling, Schwarze Madonna und tiefer Glaube begeistern

Weltjugendtags-Pilger besuchen Tschenstochau

Von Dirk Lankowski

„Ich glaube, wir hatten heute Nachmittag ein besonderes Privileg.“ Hendrik Böhme strahlt mit Eva Strunz und Dominik Hermelingmeier um die Wette. Die drei Jugendlichen aus der Weltjugendtags-Pilgergruppe Hövelhof-Delbrück haben gerade Gottesdienst in der Basilika auf dem Jasna Góra in Tschenstochau gefeiert. Direkt neben der Marienkapelle mit der Schwarzen Madonna. Keinen polnischen, keinen internationalen Gottesdienst, sondern eine deutsche Messe zusammen mit den anderen Pilgern aus dem Erzbistum Paderborn und Weihbischof Matthias König. „Das ist schon ein außergewöhnlicher Ort hier, ich kennen keinen Vergleich“, meint der 19-jährige Hendrik.

Tausende junge Leute wandern am heutigen Freitag hoch auf den Jasna Góra, so wie in den vergangen und in den zukünftigen Tagen auch. Die Schwarze Madonna zieht in diesen Tagen die Weltjugendtags-Teilnehmer aus allen Nationen an. „Das ist unglaublich, ich habe so viele Leute kniend, betend und weinend gesehen“, erzählt Eva Strunz. Die 19-Jährige stellt sich gleich zweimal in die lange Schlange für die Marienkapelle mit dem Gnadenbild. Überall an den Wänden hängen Votivgaben (Dankeszeichen) und sogar Krücken. Sie erzählen stumm von den Wundern, die hier passiert sind. „Beim ersten Mal war ich total überwältig und habe das Bild nur angeschaut, beim zweiten Mal habe ich dann davor gebetet“, berichtet Eva.

Dominik, Hendrik und Eva freuen sich über den Tag in Tschenstochau.
Das Ziel der Pilger: die Schwarze Madonna von Tschenstochau.

"Wer die Polen, ihre Geschichte und ihren Glauben verstehen will, der muss nach Tschenstochau fahren“, hat Weihbischof König den jungen Pilgern mit auf dem Weg gegeben. Denn in Tschenstochau hat sich die polnische Bevölkerung ihre Identität, Kultur und ihren Glauben erhalten – bei allen Besetzungen und Teilungen durch westliche oder östliche Mächte in der Geschichte des Landes. „Wir können uns an diesem Ort von einem reichen Glauben beschenken lassen“, so Weihbischof König in seiner Predigt.

Unterdessen reißt der Pilgerstrom im Gottesdienst nicht ab. Im Sekundentakt verlassen die Pilger die Marienkapelle und schleichen durch das Kirchenschiff raus, während deutsche Lieder erklingen oder die Paderborner Gruppe betet. Der gesamte Klosterberg ist von den unterschiedlichen Nationen bevölkert. „Wir sammeln schon den ganzen Tag Selfies“, erzählt Dominik Hermelingmeier. Mexiko, Trinidad und Tobago, Argentinien und viele weitere, die Liste der Nationen-Selfies ist lang. Und das Weltjugendtags-Feeling hat sich selbstverständlich eingestellt. Fahnen schwenken, Lieder anstimmen, allen anderen Pilgern freundlich Hallo sagen, Selfies machen oder Hüte, Pins und Tücher tauschen – es gibt viele Möglichkeiten mitzumachen. Hendrik Böhme: „Wir Deutschen sind ja eigentlich eher zurückhaltend, aber das hat sich spätestens heute erledigt.“

Bildergalerie WJT in Tschenstochau

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