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28.12.2021

Miteinander

Tschüss Bequemlichkeit

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von Tobias Schulte

Muss das sein? In meiner Heimatpfarrei St. Maria Welver steht immer am Ende der Weihnachtsferien die Aktion Dreikönigssingen an. Oder wie wir sagen: die Sternsingeraktion. In diesem Jahr am 8. Januar. In unserer Pfarrei mit 17 Dörfern heißt das: von Haus zu Haus gehen, um möglichst vielen Menschen den Segen zu bringen. Früher noch zwei Tage, heute noch einen. Von morgens bis abends. Durch die Kälte. Und dann fängt am Montag wieder die Schule an, manche ruft auch schon die Uni oder der Beruf.

Wie oft dachte ich in den Tagen vor der Sternsingeraktion: Muss das sein? Wäre es nicht schöner, das Wochenende auf der Couch zu verbringen? Leichter wäre es auf jeden Fall gewesen. Doch heute denke ich: Es ist gut, nicht immer den leichten Weg zu nehmen.

Gutes zu tun kostet manchmal Überwindung. Sich für andere einzusetzen, ist nicht immer bequem. Es kostet Zeit und Kraft. Aber es lohnt sich. Das spüre ich, wenn ich an meine Sternsinger-Zeit zurückdenke.

Halt durch!

Ich sehe mich als Jugendlicher am späten Samstagnachmittag mit zwei Freunden durch Welver ziehen. Krone, Umhang, Spendendose und Stern sind am Start. Es ist bereits dunkel, unsere Kraft und Lust neigt sich dem Ende zu. Doch wir sind fest entschlossen, noch zu den Häusern zu gehen, die auf unserer Route liegen.

Um den Menschen den Segen zu bringen. Um ihnen eine Freude zu machen. Und um Spenden zu sammeln, um Kinder in Not zu unterstützen. Die Gemeinschaft und das Gefühl, das Richtige zu tun, spornen uns an.

Wenn ich mir diese Situation heute vor Augen führe, dann lehrt sie mich etwas für mein Leben. Meine innere Stimme sagt: „Siehst du? Es lohnt sich, die Bequemlichkeit zu überwinden. Halt durch, wenn der Weg mal hart ist.“

Störer

Spuren des Guten – oft unsichtbar

Noch etwas fällt mir auf: Wie ich bei der Sternsinger-Aktion fast neidisch auf die Menschen geschaut habe, die statt unterwegs zu sein den ganzen Tag auf der Couch chillen konnten. Doch ich spüre: Es nützt nichts, mich mit anderen zu vergleichen. Vielmehr sollte ich mich darauf konzentrieren, was ich als Sternsinger erleben kann. Und wofür ich all das tue.

Ein Tag als Sternsinger endet meist damit, dass ich mit Tüten voller Süßigkeiten nach Hause zurückkehre. Schokolade, Gummibärchen und Mandarinen. In rauen Mengen. Ein beeindruckendes Bild.

Doch was nicht sichtbar ist und mir selbst sogar verborgen bleibt: Wie viel Gutes ich durch die Begegnungen an den Haustüren, den Segen und die gesammelten Spenden getan habe. Die Spuren des Guten, die ich hinterlasse, sind oft schwer zu erkennen. Doch sie sind da.

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