Papst lädt Jugend nach Panama ein
31.07.2016

Papst lädt Jugend nach Panama ein

Weltjugendtag endet auf dem Campus Misericordiae

Von Dirk Lankowski

Der Pilgerstrom will kein Ende nehmen. Bis Mitternacht noch schieben sich immer mehr Menschen auf den Campus Misericordiae in der Nähe Krakaus. Hier findet der 31. Weltjugendtag mit der Vigilfeier und der Abschlussmesse mit Papst Franziskus sein Ende. Eine riesige weiße Bühne haben die Organisatoren auf das Veranstaltungsfeld gebaut. Deren oberste Ebene zeigt ein gigantisches Jesusbild, davor eine Art großer Tabernakel mit der Monstranz. Rund herum campieren die Jugendlichen aus 187 Nationen, manche mit Blick auf die Bühne, manche nur mit Blick auf einen Monitor. So groß ist das Gelände, das die erwarteten zwei Millionen Pilger fassen soll. Darunter 500 Jugendliche und junge Erwachsene aus dem Erzbistum Paderborn.

„Ich finde es einfach spannend, hier zu sein. Ich bin aufgeregt, wie die beiden Tage werden“, versucht Maria Thiel aus der Gruppe Bönen-Heeren ihre Stimmung zu beschreiben. Mit ihren Freunden hat sie ihre Isomatten verteilt und drum herum die Rucksäcke gelegt. Ein kleines Lager zwischen Portugiesen, Australiern und Spaniern. Ein paar Meter weiter campieren die Weltjugendtagsfahrer aus Unna und in der Ferne sieht man die Fahne der Jungen Kirche Dortmund. „Heute wird es nochmal krasser“, meint die 18-jährige Marie.

Marie Thiel, Alexandra Thätner, Sven Rodewald, Leona Kornrumpf und Katharina Budde (v.l.) haben ihr Lager auf dem Campus Misericordiae aufgeschlagen.

Gruppenleiter Sven Rodewald überblickt den Platz. Er hat freien Blick auf die Bühne, die hier hinten im Sektor B gar nicht so groß erscheint. „Ich glaube, der Weltjugendtag ist das größte Festival auf der Welt, schon allein durch seine Dauer und Masse an Teilnehmern“, erzählt er begeistert. „Hier kann ich den Glauben der ganzen Welt erfahren und mit anderen teilen – wo bekommt man sonst so ein besonderes Gefühl, so eine atemberaubende Atmosphäre“, schwärmt der 22-Jährige. Zum Abschluss erhofft er sich inspirierende Worte vom Papst, ein gelungenes Ende für das zweiwöchige Sommermärchen, das die jungen Weltjugendtagspilger in Polen erfahren haben.

Leona Kornrumpf (16) hofft für den Abend mit der Nachtwache mit Papst Franziskus auf „viele Gänsehautmomente“ und später eine gute Nacht. Katharina Budde (19) ist sich sicher, dass alles gut wird. „Irgendwann kommt schließlich die Müdigkeit.“ Gruppenleiterin Alexandra Thätner (22) ist ebenso optimistisch, die Gruppe hat sich gut vorbereitet. „Wir haben uns ausreichend mit Wasser eingedeckt, Mülltüten als Regenschutz gesammelt, saure Apfelringe, Reiswaffeln und noch ein bisschen mehr zum Snacken für zwischendurch“, erzählt Alexandra, die schon in Madrid und Rio dabei war. „Und morgen freut man sich dann auf die Dusche.“

Papst Franziskus spricht zur Jugend der Welt: „Die Liebe Gottes fordert uns auf, in alle Bereiche, in denen ihr euch befindet, die Frohe Botschaft zu tragen und das eigenen Leben zu einem Geschenk an Gott und die anderen zu machen."

Eine warme Dusche bekommen die Weltjugendtagspilger von Papst Franziskus: „Es ist schön, hier bei euch zu sein während dieser Gebetswache“, sagt der Heilige Vater zu Begrüßung. Zuvor ist er mit dem Papamobil über das Gelände gefahren und dann mit Jugendlichen gemeinsam durch eine extra aufgebaute Pforte der Barmherzigkeit geschritten. Die Vigilfeier thematisiert in Aufführungen und der Musik wieder die Bibelstelle dieses Weltjugendtages, „Selig die Barmherzigen; denn sie werden Erbarmen finden“ (Mt 5,7). Drei Jugendliche legen Glaubenszeugnisse ab und eine junge Syrerin bittet um das Gebet für ihre Heimat. Sie berichtet von den Ruinen in ihrer Heimatstadt Aleppo, von dem Leid und Tod, in dem die Familien dort leben. Aber ihr Glaube gibt ihr Hoffnung: „Betet für mein geliebtes Syrien."

Papst Franziskus gibt seinen jungen Zuhörern in seiner Ansprache eine deutliche Botschaft mit: „Wir sind nicht auf die Welt gekommen, um zu vegetieren, um es uns bequem und aus dem Leben ein Sofa zu machen, sondern um im Leben Spuren zu hinterlassen und uns für den Glauben und die Gesellschaft zu engagieren.“ Der Papst wird zum Ende seiner Rede, die mehrfach durch Applaus und Jubelrufe unterbrochen wird, noch deutlicher: „Die Liebe Gottes fordert uns auf, in alle Bereiche, in denen ihr euch befindet, die Frohe Botschaft zu tragen und das eigenen Leben zu einem Geschenk an Gott und die anderen zu machen.“

Ein stimmungsvolles Bild bietet die Vigilfeier mit Papst Franziskus. Vor der Bühne mit dem Altar steht die Pforte der Barmherzigkeit.

Auf dem Gelände ist es mittlerweile dämmerig geworden, als das Programm und die Ansprache des Papstes beendet sind. Langsam legt sich eine Stille über das Gelände, die Anbetung des Allerheiligsten kann beginnen. Hunderttausende Kerzen erhellen die Felder mit den Pilgermassen, die nun auf Knien beten und singen – wie der Heilige Vater. Während für den Papst die Feier endet und er still die Bühne verlässt, beginnt für die Weltjugendtagspilger erst richtig die Nachtwache. Unterm Sternzelt und erhellt von Kerzenlicht erleben sie eine große, weltumspannende Gemeinschaft.

Am Sonntag schließlich erwarten die Pilger mit Freude die Einladung für ein Wiedersehn: „Die Vorsehung Gottes geht uns immer voran. Denkt nur, sie hat bereits entschieden, welches die nächste Etappe dieser großen, 1985 vom heiligen Johannes Paul II. begonnenen Pilgerreise sein wird! Und darum künde ich euch mit Freude an, dass der nächste Weltjugendtag – nach den beiden auf diözesaner Ebene – im Jahr 2019 in Panama stattfinden wird.“

Galerie Vigil

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