Die Berufungs-App Vocaris
01.12.2018

Perspektive

Via App zur Berufung

"Vocaris" lädt euch ein, neue Wege zu gehen und eure Berufung mit eurem Smartphone zu finden. 

test
von Christina Behrens

In einer Zeit, in der die schulische Ausbildung mehr denn je zählt, junge Arbeitnehmer nicht mehr den Betrieb fürs Leben finden und auch Kirche sich verändert, ist es nicht einfach, einen Masterplan für sein (Berufs-)Leben zu entwickeln. Eine App der katholischen Kirche will das nun ändern: "Vocaris" lädt dazu ein, den eigenen Weg ein bisschen besser zu finden und sich selbst mehr kennenzulernen. Ich habe sie getestet.

Die Vocaris-App gliedert sich in drei Bereiche: Berufung, Gebet und Engagement.

Die App der Arbeitsstelle für Jugendseelsorge der Deutschen Bischofskonferenz (afj) ist schnell installiert. Als "Hilfsmittel auf der Suche nach einem gelingenden Leben" wird sie angekündigt. Dennoch, seine Berufung mit einer App finden? Ein hohes Ziel für eine Applikation auf dem Smartphone, finde ich, wenn auch ein sehr zeitgemäßer Anspruch. Auf den ersten Blick macht sie jedoch genau diesen Eindruck: Zeitgemäß. Mit ihrem sechseckigen Formen greift sie aktuelle Designtrends auf und wirkt auf ersten Blick ansprechend.

Der digitale Kompass für die eigene Berufung?

"Du wirst gerufen“, so die Übersetzung des App-Namens aus dem Lateinischen. Mich ruft gleich nach dem Öffnen Ignatius von Loyola. Er begleitet einen durch die gesamte App, die sich in drei Teilbereiche gliedert: Berufung, Engagement und Gebet. Ich starte mit der Rubrik Gebet, um mich einzustimmen. Die "Hinführung zum Gebet“ bietet gerade Einsteigern die Möglichkeit, Zugang zu finden: "Was ist Beten?", "Basics“ und "Gott und ich" erklären in den unterschiedlichsten Bereichen den katholischen Glauben. Geführte Gebete machen diesen in der Praxis erfahrbar. Die etwas starren Stimmen erinnern an Übungen des autogenen Trainings aus den 90er Jahren – sind jedoch wählbar als Männer- oder Frauenstimme, mit oder ohne Musik, manchmal auch komplett ohne Begleitung. 

Engagement für den Glauben ist vielfältig

Im Bereich "Engagement" beantworte ich zuerst einen Fragebogen, der zur persönlichen Einschätzung dient. Mit drei unterschiedlichen Smileys wird Zustimmung, Unentschlossenheit oder Ablehnung ausgedrückt. Zum Schluss erwartet mich ein buntes Rad, welches farblich anzeigt, wie passend das jeweilige kirchliche Angebot für mich ist. Von Liturgie über Freiwilligenarbeit hin zur 72-Stunden-Aktion sind viele Möglichkeiten aufgeführt. Es zeigt sich, wie vielfältig Kirche sein kann. Ob für mich etwas dabei ist? Einen Einblick bekomme ich auf jeden Fall.

Vocaris-App: Auch Fähigkeiten im Umgang mit Menschen werden getestet.
Das Ergebnis der Vocaris-App gibt Aufschluss über die eigene Persönlichkeit.
Die Vocaris-App fordert die Nutzer heraus, sich mit ihrer Persönlichkeit auseinanderzusetzen.

Der größte Bereich ist die "Berufung“: Gemeinsam mit einer Beratungsagentur wurde dieser Teil entwickelt. Die Bereiche "Fähigkeiten entdecken“ und "Auf dem Weg zu meinen Talenten“ müssen zuerst durchlaufen werden, bevor sich die Sparten "Meine Talente“ und „Beruf“ öffnen. Ich klicke mich durch Bilder und entscheide, welche mich am besten wiederspiegeln, und beantworte Fragen, die herauskristallisieren, wo meine Fähigkeiten liegen. Eine Top 10-Liste, aber auch Fähigkeiten in den konkreten Bereichen bilden hier den Abschluss – und die Grundlage für das darauf Folgende: Die Entscheidung.

Von der digitalen Welt ins reale Leben

In dem Bereich der Entscheidung finden sich Aufgaben und Übungen aus der Praxis zum Wunsch, Talent, aber vor allem dem persönlichen Auftrag – immer verbunden mit Gott als mögliche Verbindung aus der wir schöpfen können. Kombiniert mit Aufgaben mit Menschen aus unserem Alltag, lässt sich hier die Perspektive von außen noch einmal gut erfahren.

Mein Fazit? Eine App, die was kann. Was genau das ist, ist aber davon abhängig, was du daraus machst. Für manch eine(n) mag die Bezeichnung "Berufung“ zu hoch gegriffen sein. Mitdenken und offen und ehrlich zu sich zu sein, ist eine notwendige Grundlage für ein möglichst passendes Ergebnis. Viele Basics machen den Zugang leicht, Möglichkeiten wie die Einbindung von Gesprächsideen in den Alltag oder das Gebetsfeature zur Gebetszeit in den Kalender, fördern die Auseinandersetzung mit der Thematik über die App hinaus. Und egal ob im Zug, in der Pause oder zwischendurch – der interaktive Ratgeber ist nur einen Klick entfernt. So findet sich die Zeit, ihn einfach mal zu testen und der eigenen Berufung ein Stück näher zu kommen.

Die App ist sowohl im Playstore als auch im Appstore zum Download verfügbar. Sie wurde von der Arbeitsstelle für Jugendseelsorge der Deutschen Bischofskonferenz mit den Partnern "Zukunftswerkstatt“ der Jesuiten in Frankfurt, der Berateragentur "XPand Deutschland“ und dem Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken verwirklicht und von der TELLUX next GmbH programmiert.

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