„Wir haben auf der Seite der Armen und Bedürftigen zu stehen“
14.04.2014

„Wir haben auf der Seite der Armen und Bedürftigen zu stehen“

Diözesaner Weltjugendtag 2014

Gut zwei Jahre dauert es noch, bis in Krakau der nächste internationale Weltjugendtag stattfindet – eine lange Zeit für die vielen Freunde des kirchlichen Großereignisses aus dem Erzbistum Paderborn. Entsprechend zahlreich folgten sie der Einladung von Erzbischof Hans-Josef Becker zum diözesanen Weltjugendtag: Über 150 Jugendliche und junge Erwachsene kamen am Samstag nach Paderborn, um in Marktkirche und Hohem Dom etwas von der Begeisterung der Jugendtreffen aufleben zu lassen.

"Selig, die arm sind vor Gott, denn ihnen gehört das Himmelreich". Diesen Vers aus dem 5. Kapitel des Matthäus-Evangeliums hat Papst Franziskus zum Motto für den 29. Weltjugendtag 2014 ausgewählt. „Wir haben auf der Seite der Armen und Bedürftigen zu stehen“, betonte Erzbischof Hans-Josef Becker in seiner Katechese in der Marktkirche. Er forderte die jungen Christen auf, durch ihre Einstellung und ihren Lebensstil zu zeigen, dass es mehr als nur den Konsum im Leben gibt. „Papst Franziskus ist uns da ein Vorbild – viele bewundern ihn deswegen, und viele kommen sicher ins Grübeln, ob sie nicht auch bei sich etwas verändern könnten“, so der Erzbischof.

Nach der Katechese hatten die Jugendlichen Gelegenheit, Fragen an den Erzbischof zu richten. Angesprochen auf seine persönlichen Erfahrungen mit Armut berichtete er aus seiner Kindheit in den Nachkriegsjahren. „Ich habe immer eine große Solidarität gespürt - Nachbarn, Freunde und Familie, wir haben uns alle geholfen.“ Erzbischof Becker: „An den Tagen, an denen es uns richtig gut geht, spüren wir große Dankbarkeit – wenn wir darüber nachdenken, wie groß und schön das Geschenk des Lebens ist, das uns Gott gemacht hat.“ Deshalb ermutigte der Erzbischof die Jugendlichen, über ihren Glauben ins Gespräch zu kommen: „Erzählt Euren Freunden vom heutigen Tag. Erzählt ihnen von Euren Erlebnissen vor einem Jahr in Rio. Vielleicht braucht ihr aber auch gar nicht viele Worte und macht es wie der Heilige Franziskus: ‚Wir müssen das Evangelium allen verkünden, wenn nötig auch mit Worten’.“

In der Marktkirche eröffnete Erzbischof Hans-Josef Becker anschließend die Liturgie zum Palmsonntag. Die Jugendlichen zogen in einer großen Prozession begleitet von einer lautstarken Samba-Trommelgruppe durch die Innenstadt zum Hohen Dom, wo der Gottesdienst mit einer medial und musikalisch gestalteten Passionsgeschichte fortgesetzt wurde. Den Gottesdienst begleiteten Musiker und Sänger musikalisch, die am letzten Weltjugendtag in Rio de Janeiro teilgenommen hatten. In der Marktkirche sorgte die Band „Like a Breeze“ für Stimmung.

„Wir sind sehr zufrieden mit dem Tag“, freute sich Diözesanjugendpfarrer Stephan Schröder. „Der Erzbischof hat den jungen Menschen gute Botschaften und Vorschläge mit auf den Weg gegeben, um der materiellen und geistigen Armut zu begegnen“, so Stephan Schröder. Der diözesane Weltjugendtag endete schließlich mit einem deutsch-brasilianischen Begegnungsfest im Konrad-Martin-Haus. Diesen Abend und den ganzen diözesanen Weltjugendtag hatte die Abteilung Jugendpastoral/Jugendarbeit im Erzbischöflichen Generalvikariat in Kooperation mit dem Paderborner Diözesanverband des Bund des Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) organisiert.