Wählen: Mit meiner Stimme übernehme ich Verantwortung
Wählen: Mit meiner Stimme übernehme ich Verantwortung
29.04.2022

Landtagswahl NRW: Wen soll ich wählen? 

Mir ist klar: Ich gehe zur Wahl. Aber für wen soll ich stimmen?

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von Laura Reuter

Am 15. Mai 2022 wählt NRW einen neuen Landtag. Mehr als 13 Millionen Menschen sind wahlberechtigt. Ich bin eine davon. Dass ich wählen gehe, steht für mich außer Frage. Ich denke: Wer nicht wählt, stimmt gegen die Demokratie. Wir dürfen frei wählen. Wir dürfen mitbestimmen über unsere Zukunft. Mit Blick auf andere Länder der Welt wird mir klar, wie wertvoll Demokratie ist.

Der Umschlag mit der Wahlberechtigung liegt nun schon ein paar Wochen auf meinem Schreibtisch. Eigentlich wollte ich mich längst über die Wahl, die Kandidaten und Parteiprogramme informiert haben. Eigentlich. Aber dann fehlten mir doch die Zeit und die Lust. Also: Wer kann mir dabei helfen, mich bei der Landtagswahl zu entscheiden? Muss ich mich durch die dicken Wahlprogramme der einzelnen Parteien kämpfen? Dazu reicht weder meine Zeit noch mein Interesse.

»Ich nehme mit meiner Stimme Einfluss auf die Politik. Ich übernehme Verantwortung für wichtige Themen unserer Gesellschaft und für unsere Zukunft.«

Warum wählen?

Am 15. Mai wählen wir die Abgeordneten für den Landtag in Düsseldorf. Der Landtag wählt die Ministerpräsidentin oder den Ministerpräsidenten und verabschiedet Gesetze für unser Bundesland. Dabei geht es zum Beispiel um Schule, Polizei, Infrastruktur und Verkehr, Gesundheit und Pflege oder den Strafvollzug. Ihr habt sicher auch schon mal den Spruch gehört: In Deutschland ist Bildung Ländersache. Genauso wie Kultur.

Warum zwei Stimmen?

Wer am 15. Mai zur Wahl geht, darf zwei Kreuze machen. Mit der Erststimme wird eine Kandidatin oder ein Kandidat aus dem Wahlkreis gewählt. In jedem der 128 Wahlkreise treten andere Kandidatinnen und Kandidaten für dieses Direktmandat an. Deshalb sieht der Stimmzettel in jedem Wahlkreis anders aus.
Mit der Zweitstimme wird eine Partei gewählt. Die Zweitstimme entscheidet, wie viele Sitze einer Partei im Landtag zustehen. Sind es mehr, als die Partei Direktmandate erreicht hat, werden die Plätze mit Kandidatinnen und Kandidaten ihrer Landesliste besetzt. Insgesamt besteht der Landtag aus 181 Abgeordneten.

Und was wähle ich nun?

Eine gute Möglichkeit, um mich für meine Entscheidung bei der Wahl zu informieren, ist der Wahl-O-Mat. Das Tool wurde von der Bundeszentrale für politische Bildung entwickelt.

Das Ganze läuft so: Der Wahl-O-Mat stellt mir 38 Thesen vor. Ich kann zustimmen, nicht zustimmen, mich neutral positionieren oder die These überspringen. In den Thesen geht es um zentrale Themen der Landtagswahl. Wenn mir eine These besonders wichtig ist, kann ich ihr doppelte Gewichtung verleihen.

Welche Partei zu mir passt

Der Wahl-O-Mat errechnet dann die Übereinstimmung meiner Standpunkte mit den Antworten der verschiedenen Parteien. 28 der 29 zur Landtagswahl antretenden Parteien haben die Thesen im Vorfeld beantwortet.

Ich kann auf einen Blick sehen, zu wieviel Prozent die jeweilige Partei mit meinen Antworten übereinstimmt. Und ich kann mir die Begründungen der Parteien anzeigen lassen, um ihre Standpunkte nachzuvollziehen.

Der Wahl-O-Mat nimmt mir meine Entscheidung nicht ab. Aber ich fühle mich besser informiert. Und ich weiß, wer meine Stimme am 15. Mai bekommt. Das verrate ich aber natürlich nicht.

Warum ich wählen gehe

Bei jeder Wahl gibt es viele Menschen, die nicht wählen gehen. Keine Zeit – keine Lust – zu schlecht informiert – oder keine Partei, bei der alles passt? Argumente gibt es viele. Oder sind es nicht doch eher Ausreden?

Ich kann per Briefwahl entspannt von zuhause aus wählen. Wahltools wie der Wahl-O-Mat können mir bei der Entscheidung helfen, ohne dass ich alle Wahlprogramme durcharbeiten muss. Und wer mit keiner Partei richtig übereinstimmt, kann ja auch taktisch wählen – nämlich: das kleinste Übel.

3 Gründe wählen zu gehen

1) Wählen ist mein Recht, ein Privileg und meine Bürgerpflicht
Das Wahlrecht wurde hart erkämpft. Demokratie ist ein hohes Gut und kann nur bestehen, wenn sich Bürgerinnen und Bürger beteiligen. Wer nicht wählt, stimmt gegen die Demokratie.

2) Wenn ich nicht wähle, entscheiden andere

Wählen schützt vor Extremismus. Eine geringe Wahlbeteiligung erleichtert es extremistischen Strömungen, an Einfluss zu gewinnen. Auch wenn ich nicht sicher bin, ob die richtige Partei meine Stimme hat, bin ich sicher: Die falsche Partei hat eine Stimme mehr gegen sich.

3) Mit meiner Stimme übernehme ich Verantwortung
Ich nehme mit meiner Stimme Einfluss auf die Politik. Ich übernehme Verantwortung für wichtige Themen unserer Gesellschaft und für unsere Zukunft.

Am 15. Mai wählt NRW einen neuen Landtag
Am 15. Mai wählt NRW einen neuen Landtag

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