Jugendliche feiern ihren Glauben bei LOUDER THAN BEFORE
Jugendliche feiern ihren Glauben bei LOUDER THAN BEFORE
23.09.2022

Miteinander

Wenn Musik zum Glaubenszeugnis wird

Was Musik für Helena Kaiser bedeutet – und wie sie das LOUDER THAN BEFORE Weekend erlebt hat

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von Theresa Oesselke

500 Jugendliche und junge Erwachsene tanzen, singen und feiern ausgelassen auf dem Gelände des Jugendhauses Hardehausen. Drei Tage lang. Bei LOUDER THAN BEFORE – the weekend.

Gemeinsam den Glauben feiern – geht das auch vor Ort in der Kirchengemeinde? Ja, meint Helena Kaiser.

Helena Kaiser
Helena Kaiser

Helena ist 22 Jahre alt und kommt aus Kirchhundem im Sauerland. Aktuell studiert sie in Bonn Spanisch und Geographie auf Lehramt.

Helena kommt aus einer musikalischen Familie. Der Kontakt zur Musik war von Anfang an da. Sie selbst spielt Klavier und singt. Ob bei einer schlechten Note oder Streit mit Freunden – wenn Helena Kaiser sich ans Klavier setzt oder singt nimmt sie all ihre Emotionen mit und danach geht’s ihr wieder gut. Musik erleichtert ihr Leben und macht sie einfach glücklich.

Angefangen hat sie in der fünften Klasse im Schulchor, in dem sie sogar während des Studiums noch gesungen hat. Und sie singt in der Band „Sunray“ des jugendspirituellen Netzwerks TABOR in Lennestadt. Die klassischen Lieder in der Kirche liegen ihr nach eigener Aussage mehr als Rock und Pop.

Bei YOUNG MISSION Lobpreismusik entdeckt

Musik ist für Helena eine Art, ihren persönlichen Glauben zu leben. In der Lobpreismusik verbinden sich Musik und Beten. Zum ersten Mal in Berührung gekommen ist sie mit dieser Art von Musik beim YOUNG MISSION-Weekend im Jugendhaus Hardehausen. Die Worship Musik bei der Vigil und der Messe habe ihr sehr viel gegeben. So viel, dass sie nach dem Wochenende zuhause die Playlist rauf und runter gehört hat. Mit dieser Musik könne sie ihre Gebete ins Wort bringen. Aber eben etwas peppiger, moderner, lebendiger.

Vor dem YOUNG MISSION-Weekend in Hardehausen kannte Helena Lobpreismusik gar nicht. Seitdem hört und singt sie diese Art von Musik total gerne. Und das teilt sie auch mit ihren Freunden. Sie will ihnen zeigen, dass Kirche „nicht nur Gotteslob und Schwerter Liederbuch, sondern auch wesentlich mehr“ ist. Dafür bekommt sie viele positive Reaktionen.

»Kirche ist nicht nur Gotteslob und Schwerter Liederbuch, sondern auch wesentlich mehr.«

Helena Kaiser
über ihre Erfahrung mit Lobpreismusik

Die Vigilfeier beim YOUNG MISSION-Weekend
Die Vigilfeier beim YOUNG MISSION-Weekend

Premiere bei LOUDER THAN BEFORE

So auch beim Festival LOUDER THAN BEFORE. Helena und ihre Band „Sunray“ haben ihren aller ersten Open-Air Auftritt auf einer Bühne. Gewonnen beim Bandcasting. Hardehausen - für Helena der Ort, an dem sie das erste Mal Lobpreismusik kennengelernt hat.

Am Samstagvormittag ist es dann so weit. Der große Auftritt ist gekommen. Auf der Hauptbühne. Das Publikum ist begeistert. Abends geht es für die Band „Sunray“ in die zweite Runde. Sie begleiten die Eucharistiefeier in der Kirche musikalisch.

Helena schwärmt davon, wie toll es sei, an diesem Wochenende so viele junge Leute zu sehen und den Glauben gemeinsam zu leben. Das Feeling in Hardehausen sei etwas ganz besonderes. Ihr Lieblingsort auf dem Gelände: der Gebetsturm. Ein Ort, wo Helena zwischen all dem Trubel und den vielen Menschen zur Ruhe kommen und beten kann. Um ihre persönliche Gottesbeziehung zu pflegen, die sie in der Musik mit anderen teilt.

Helena (Mitte) und ihre Band "Sunray" beim Open-Air Auftritt bei LOUDER THAN BEFORE
Helena (Mitte) und ihre Band "Sunray" beim Open-Air Auftritt bei LOUDER THAN BEFORE

Glaube als Zuversicht, nicht allein zu sein

Bei der Frage, was der Glaube an Gott für sie konkret bedeute, wird Helena nachdenklich.
Der Glaube gebe ihr vor allem Halt in schwierigen Situationen. Sie erzählt: „Es ist gut zu wissen, dass immer jemand da ist, auch wenn er dir vielleicht nicht direkt eine Antwort gibt. Du kannst trotzdem alles aussprechen; manche Dinge loszuwerden, befreit.“ Glaube ist für Helena die Zuversicht, nicht allein zu sein.

Konkret erfahren konnte sie das bei einem Auslandsschuljahr in Mexiko und ihrem Erasmusaufenthalt in Spanien. Weit weg von Familie und Freunden. In einem fremden Land, einer fremden Kultur und anderen Sprache. Für viele eine Zeit voller Höhepunkte und aufregender Erlebnisse. Manchmal aber auch eine Zeit mit Tiefen. So bei Helena. In der zweiten Hälfte ihres Mexikoaufenthaltes verstirbt in Deutschland eine geliebte Person in der Familie. Es ist für sie ein Moment, in dem ihr der Glaube Kraft gibt. Sie ist weit weg, aber fühlt sich durch den Glauben und das Gebet mit ihrer Familie verbunden. Rückblickend sagt sie: „Es ist schön, auch in Situationen, wenn man sich alleine gefühlt hat, zu wissen, ich bin nicht alleine, da ist immer jemand.“ Mit Gott hat sie sich immer verbunden gefühlt. So kann sie auch dankbar auf ihre Zeit in Mexiko zurückblicken.

 
Und sie hat noch eine wichtige Erfahrung in Mexiko gemacht: dass Kirche überall ganz verschieden sein kann. In Mexiko saß Helena in vollen Kirchen, hat Menschen singen und tanzen gesehen und danach gab es für alle Kaffee und Plätzchen. Für sie eine unglaubliche Erfahrung. Hier in Deutschland fehlt ihr manchmal dieses Gefühl von Gemeinschaft.

Musik als Glaubenszeugnis

Mit Lobpreismusik Gebete zu singen, ist Helenas Art, den Glauben zu leben und mit anderen zu teilen. Sie versucht, in ihrer Gemeinde vor Ort Kirche anders und lebendiger zu gestalten. Besonders für Kinder und Jugendliche. Ihr Ziel: Kirche nochmal anders und neu erfahrbar zu machen und mit anderen den Glauben teilen. Dafür ist Musik ihr Glaubenszeugnis.

Jugendspirituelles Netzwerk TABOR

Seit zwei Jahren ist Helena schon beim jugendspirituellen Netzwerk TABOR dabei. Hier konnte sie ein Netzwerk mit Menschen in ihrer Region aufbauen, zu denen sie vorher überhaupt keinen Bezug hatte. Für sie total wertvoll.
Helena strahlt, wenn sie davon erzählt. Es sei schön zu sehen, dass es in der eigenen Region jetzt einen Treffpunkt gebe, wo junge Menschen zusammenkommen und den Glauben leben können. Das gibt ihr selbst total viel.

TABOR möchte junge Menschen mit verschiedenen Angeboten auf ihrem Lebensweg begleiten, sie hineinnehmen auf den Weg des Glaubens und ihnen dabei aus der christlichen Spiritualität heraus Impulse und Orientierung geben.

Weitere Infos findest du unter:  https://www.taborsauerland.de/

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