16.01.2026
Lifestyle

Wie Cedric mit 14 katholisch wird

Cedric trifft mit 14 eine klare Entscheidung. Sein Weg zum katholischen Glauben führt ihn 2025 zu Taufe und Erstkommunion.

von Louisa Sobota

Mit neun Jahren zur Kommunion gehen, Messdiener werden und ein paar Jahre aktiv sein, bevor das Interesse an Kirche mit 14 Jahren immer weniger wird. So läuft es oft. Nicht so bei Cedric Serra. Er entscheidet sich mit 14 Jahren, sich taufen zu lassen, katholisch zu werden und zur Erstkommunion zu gehen.

Ein bewusster Schritt

Cedric kommt aus Bad Salzuflen im Kreis Lippe. Er geht in die achte Klasse. Sein Vater ist katholisch, seine Mutter evangelisch. Obwohl sein Vater sehr gläubig ist, spielte Religion in der Familie keine Rolle.
Cedrics Weg zum Glauben beginnt in einer Phase, in der er viel Zeit allein zu Hause verbringt. Er musste mit Fußball aufhören, weil er immer wieder verletzt war. Hinzu kommt, dass seine Mutter ein Bistro besitzt und oft bis spät abends arbeitet.
In dieser Zeit beginnt Cedric, sich grundlegende Fragen zu stellen. Was bedeutet Glaube? Welche Rolle spielen die Konfessionen meiner Eltern? Und was hat Gott mit meinem eigenen Leben zu tun?

Die Erfahrung von Gemeinschaft

Als Cedric und sein Freund Finn zufällig im Gespräch merken, dass beide ein ähnliches Interesse am Glauben entwickelt haben, beschließen sie, gemeinsam eine katholische Messe zu besuchen. Etwas unsicher, aber gespannt, nehmen sie in der Kirchenbank Platz.
Es ist für Cedric nicht seine erste Messe überhaupt. Doch diesmal verfolgt er den Ablauf ganz bewusst. Gebete, Gewänder, Eucharistie – viele Eindrücke auf einmal. Doch etwas berührt ihn sofort. Die Kraft des Glaubens in der Gemeinschaft.

„In der Messe hatte ich das Gefühl, dass der Glaube für die Menschen dort wirklich an erster Stelle steht.“


Ab dem Moment ist für Cedric klar, dass er mehr über die katholische Kirche erfahren möchte. Gemeinsam mit Finn wendet er sich an Pastor Hülseweh von der Gemeinde St. Kilian in Bad Salzuflen. Nach vielen Gesprächen und weiteren Kirchenbesuchen fassen sie den Entschluss:   Wir gehen zur Erstkommunion!

Seine Eltern wollten, dass sich Cedric selbst entscheidet

Als Cedric zu Hause von seiner Entscheidung erzählt, reagieren seine Eltern unterschiedlich. Sein Vater freut sich über den Entschluss. Für seine Mutter ist es zunächst ungewohnt, dass ihr Sohn seine Entscheidung so selbstbewusst äußert. Sie ist sogar dagegen. „Aber das war mir in dem Moment eher egal, weil es meine Entscheidung gewesen ist“, sagt Cedric. 

Die Eltern wollten zwar immer, dass er selbst entscheidet, hätten das aber nicht gerade mit 14 Jahren erwartet. Mit der Zeit wächst bei seiner Mutter jedoch die Freude darüber, dass Cedric so jung schon so sicher ist.

Pastor Hülseweh begleitet Cedric und Finn bei der Vorbereitung auf die Erstkommunion über mehrere Monate. Sie lernen die grundlegenden kirchlichen Strukturen kennen, beschäftigen sich mit den Sakramenten und dem Ablauf der Messe. Dabei entstehen immer wieder neue Fragen. Zum Beispiel: Wie kann man Gott begegnen? Wie wirkt Gott im Leben? Diese Fragen begleiten sie bis heute.

Taufe und Erstkommunion an einem Tag

Der große Tag ist aufregend und anstrengend zugleich. Cedric empfängt sowohl die Taufe als auch die Erstkommunion. Seine ganze Familie ist gekommen, um ihn bei diesem wichtigen Schritt zu begleiten.

„Als ich mich für den katholischen Glauben entschieden habe, habe ich nicht mehr gezweifelt und nur daran gedacht, es durchzuziehen“


Auch Finn geht es so. Beide haben sich auf ihrem Weg gegenseitig unterstützt, viel über Glauben gesprochen und sich gemeinsam weiterentwickelt. Besonders wichtig ist für Cedric der Gedanke, Teil einer Glaubensgemeinschaft zu sein. Taufe und Erstkommunion sind für ihn ein bewusstes Bekenntnis zum Glauben.

Verändert der Glaube sein Leben? Fragt man Cedrics Mutter, lautet die Antwort: Auf jeden Fall! Sie sagt, ihr Sohn sei selbstständiger und ruhiger geworden. Früher sei er oft impulsiv gewesen und schnell ausgerastet. Die Schule hatte kaum Priorität. Er sei häufig traurig gewesen, ohne Grund. Darauf angesprochen sagt Cedric, dass sein Glaube ihm Halt gibt. Er spürt, dass Gott immer da ist. Das gibt ihm innere Ruhe und hilft ihm, sich selbst zu reflektieren.

Glaube im Alltag

Seitdem ist die Zeit mit Gott fester Bestandteil seines Alltags. Morgens und abends betet Cedric, liest in der Bibel oder verbringt bewusst stille Zeit.
Im Glauben wünscht sich Cedric, Zuversicht fürs Leben und Vertrauen auf Gott zu gewinnen. Die Beziehung zu Gott möchte er lebendig halten. Anderen Jugendlichen rät Cedric, mutig zu sein. Fragen zu stellen und dem eigenen Herzen zu folgen.

Die Leute in seinem Freundeskreis sind muslimisch, christlich, orthodox und atheistisch. Sie akzeptieren sich gegenseitig. Gleichzeitig wünscht sich Cedric mehr Austausch über Glauben mit Gleichaltrigen. Das möchte er unter anderem durch Engagement erreichen, vielleicht als Messdiener.
In seiner Freizeit schneidet Cedric gern Videos zusammen, vor allem Fußball-Highlights. Ein Video erreichte sogar rund eine Million Aufrufe. Er träumt davon, Filmemacher zu werden.

Neugierig auf die Geschichte von Finn geworden? Hier lesen:

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