Weltjugendtag: Organisatoren stellen Planung vor
01.02.2016

Weltjugendtag: Organisatoren stellen Planung vor

500 Jugendliche pilgern von Paderborn über Kattowitz nach Krakau

Von Dirk Lankowski

In 168 Tagen ist es soweit: Für Jugendliche und junge Erwachsene im Erzbistum Paderborn startet ihre Pilgerreise zum 31. Weltjugendtag. Papst Franziskus hat die jungen Katholiken aus aller Welt unter dem Thema „Selig sind die Barmherzigen, denn sie werden Erbarmen finden!“ (Mt 5,7) nach Polen eingeladen. „Wir gehen nach Ablauf der Anmeldefrist davon aus, dass 500 Jugendliche aus unserem Erzbistum dabei sein werden“, so Diözesanjugendpfarrer Stephan Schröder. Am Samstag trafen sich zum ersten Mal die Verantwortlichen für die Pilgerreise aus den Gemeinden, die an der Fahrt des Erzbistums teilnehmen werden, im Jugendhaus Hardehausen.

Weltjugendtagsfahnen, Schals, Luftballons sowie Fußbälle in den polnischen Nationalfarben und im Hintergrund läuft der Mottosong „Selig die Barmherzigen“ – keine Frage hier findet das erste Vorbereitungstreffen für den Weltjugendtag statt. Gruppenleiter aus Dortmund, Unna, Bielefeld, Soest, Meschede, Warstein, Paderborn, Holzwickede und vielen weiteren Städten sind in das Jugendhaus Hardehausen gekommen. Die diözesane Steuerungsgruppe um Diözesanjugendpfarrer Stephan Schröder will einstimmen auf das kirchliche Großereignis in diesem Sommer. Krakau rechnet mit mehreren Millionen Teilnehmern, da ist einiges an Organisation notwendig. Außerdem gilt es für die Gruppenverantwortlichen einen Zugang zum Thema und zum Land zu finden.

Renovabis unterstützt Vorbereitung

Die Organisatoren haben dafür Alexandra Sauter von Renovabis eingeladen, dem Osteuropa-Hilfswerk der Katholischen Kirche. Sauter hat selbst lange Zeit in Polen gelebt und gearbeitet und hilft nun den Gruppen bei der Vorbereitung. Wie leben die Menschen in Polen? Was macht die Kultur unseres östlichen Nachbarn aus? Wie steht es um die deutsch-polnischen Beziehungen? Fragen über Fragen beantwortet Alexandra Sauter, zeigt viele Fotos und schwärmt von einem gastfreundlichen Land in der geografischen Mitte Europas.

Französische Pilger kommen nach Paderborn

Die Pilger aus dem Erzbistum Paderborn können sich aber noch über ein weiteres Highlight freuen, das noch vor der Abfahrt aus der Heimat stattfindet. „Das Erzbistum Paderborn wird Weltjugendtagspilger aus dem französischen Partnerbistum Le Mans und weiteren französischen Bistümern – bis zu 3000 Jugendliche sollen es werden – eine Zwischenstation am 19. Juli in Paderborn ermöglichen“, berichtet Maren Gödde, die in der Abteilung Jugendpastoral im Erzbischöflichen Generalvikariat in Paderborn für die Organisation des Begegnungstreffens verantwortlich ist. „Dazu wird extra der Liborischrein erhoben, die Jugendlichen können also zu dem Heiligen pilgern, der im 4. Jahrhundert ihr Bischof von Le Mans war“, so Maren Gödde. Das Begegnungsfest ist gleichzeitig auch Auftakt für die heimischen Weltjugendtagspilger, die dann aus allen Teilen des Erzbistums nach Paderborn kommen werden.

Alexandra Sauter vom Hilfswerk Renovabis kam als Polen-Expertin zum Vorbereitungstreffen in Hardehausen.

Auf den Spuren von Franz Stock

Freuen können sich die Kirchengemeinden im Sauerland. Die gut 250 Jugendlichen aus Le Mans werden bereits am 18. Juli in Arnsberg und Neheim in Familien zu Gast sein und sich auf die Spuren von Abbé Franz Stock begeben. Dieser war katholischer Priester in Paris während der deutschen Besatzungszeit im Zweiten Weltkrieg und dort Seelsorger für die Gefängnisse und die Hinrichtungsstätte auf dem Mont Valérien. Er gilt als eine wichtige Persönlichkeit in der deutsch-französischen Freundschaft und derzeit läuft ein Seligsprechungsverfahren für Franz Stock.

Geschichte entdecken auf der Wewelsburg

Zur inhaltlichen Vorbereitung auf den Weltjugendtag wurden die Gruppenverantwortlichen auch eingestimmt. Besonders das deutsch-polnische Verhältnis und die jüngere Geschichte, den Holocaust mit seinem Vernichtungslager Auschwitz, wollen die Organisatoren thematisieren. „Das ist für uns ein ganz wichtiges Thema und wird bereits im Vorfeld des Weltjugendtages deutlich“, erklärt Thomas Bensmann, Diözesanseelsorger des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend, Kooperationspartner des Erzbistums. Daher wird es am Samstag, 16. April, einen Tag auf der Wewelsburg bei Büren geben. Der Standort der ehemaligen SS-Ordensburg und eines Konzentrationslagers ist Erinnerungs- und Gedenkstätte zu „Ideologie und Terror der SS“.

300 Jugendliche werden direkt mit der Gruppe des Erzbistums und des BDKJ-Diözesanverbandes zum Weltjugendtag nach Krakau und im Vorfeld zu den „Tagen der Begegnung“ nach Kattowitz (20. bis 25. Juli) reisen. Weitere Gruppen, die bestehende Partnerschaften ihrer Städte nach Polen nutzen, stoßen in Krakau (26. bis 1. August) zur Erzbistums-Gruppe dazu. Die Organisation der Fahrt läuft über das Jugendhaus Hardehausen, Ansprechpartner ist WJT-Referent Benedikt Hebbecker. Mehr Informationen unterwww.wjt-paderborn.de.

Annika Husarek und Janfelix Müller aus Unna begleiten eine Gruppe zum Weltjugendtag. Beim Vorbereitungstreffen ins Hardehausen stimmten sie sich auf das Gastland Polen ein.

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