Ein Sonnenuntergang wie auf der Postkarte
17.01.2019

Weltjugendtag 2019

Gefühle, die sich nicht abbilden lassen

Tobias Schulte darüber, worum es bei der Reise zum Weltjugendtag wirklich geht.

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von Tobias Schulte

Aras, die mit ihren leuchtend roten Federn über uns fliegen. Pelikane, die über die Wellen des Pazifiks gleiten. Kapuziner-Äffchen, Faultiere und Kolibris aus dem Nationalpark Manuel Antonio. Das sind unsere ersten Eindrücke, die wir aus Costa Rica an unsere Freunde, Partner und Familien schicken.

Für eine Pilgerreise ist der Auftakt herrlich. Fast schon zu schön. Viele unserer Freunde zuhause denken sicher: Geil, das möchte ich auch sehen.

Austausch in Kleingruppen
Äffchen

Das Ankommen geht zu Ende

Die Zeit des Ankommens geht zu Ende. Es bleibt das Gefühl, dass die Menschen zuhause nicht nachvollziehen können, was in diesem ersten Tagen wirklich passiert ist.

Bei dieser Reise geht es nicht nur ums Sehen und Erleben. Natürlich staunen wir viel über die schöne Natur und es macht Bock, an einem herrlichen Strand zu schwimmen.

Hier geht es aber auch ums Fühlen. Ums Nachdenken. Ums Hören auf Gott. Das passiert in den Momenten, die wir unseren Freunden nicht als Bilder schicken.

Zum Beispiel beim Morgengebet, wenn wir uns in Kleingruppen unterhalten. Ich sage, dass ich den großen Plan für mein Leben noch nicht kenne. Ich weiß noch nicht, was Gott genau mit mir vorhat. Wo sage ich so etwas sonst? Mit wem spreche ich sonst darüber? Mir und uns tut es gut, hier mit Fremden und Bekannten so intim über uns zu sprechen. Hier können wir über das große Ganze reden, wofür wir uns im Alltag keine Zeit nehmen.

»Hier geht es aber auch ums Fühlen. Ums Nachdenken. Ums Hören auf Gott.«

Die zweite Erfahrung, die wir nicht in Bildern nach Hause schicken können: das Gemeinschaftsgefühl. Die Momente, in denen wir uns als Gruppe junger Christen wahrnehmen. Wenn wir mit den Leuten, mit denen wir eben im Pool geschwommen sind, nach der Kommunion gemeinsam knien und beten.

Am Abend nach dem Besuch im Nationalpark haben wir in kleiner Runde am Pool eine Messe gefeiert. 4 Priester, eine Band, vielleicht 30 Jugendliche. Wir standen eng beieinander und haben für die, die in der Zeit auf ihren Zimmer waren umso lauter gesungen und gebetet. Die Runde war klein, aber stark. Ich habe die Überzeugung und das Feuer in den anderen gespürt. Wie oft mir dieses Gefühl gefehlt hat. Ich saß schon häufig in Gottesdiensten oder bei Veranstaltungen mit mehr Menschen, die dennoch nicht so kraftvoll und inspirierend waren.

Die stärksten Momente der Reise können wir nicht in Bildern festhalten. Darum müssen wir diese besonderen Momente als solche erkennen. Präsent sein. Kamera und Handy beiseite legen. Die besonderen Augenblicke genießen und festhalten. Später können wir dann davon erzählen.

Mix

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