Spaß beim Workcamp in Südafrika
28.11.2017

Perspektive

Hinaus in die Welt mit einem Workcamp

Katharina leitet interkulturelle Begegnungen in fernen Ländern. Sie lernt dabei neue Kulturen und sich selbst kennen.

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Von Laura Konieczny

„Ich wollte schon als Kind immer mal in ein afrikanisches Land reisen“, erinnert sich Katharina Roth. 2013 nahm sie deshalb an einem Workcamp der Kolping Jugendgemeinschaftsdienste in Strandfontein nahe Kapstadt, der Hauptstadt Südafrikas, teil. Ein Workcamp ist eine Gruppenreise. Gemeinsam mit Gleichgesinnten lernen die Teilnehmenden ein anderes Land und seine Kultur kennen, indem sie mit dem Menschen vor Ort gemeinsam an einem sozialen oder ökologischen Projekt arbeiten und ihren Alltag teilen. Katharina wirkte in Strandfontein in einem Kinder- und Seniorenheim mit.

Interesse am Reisen habe sie schon immer gehabt, sagt sie: „Wir hatten zuhause lange Au Pairs aus verschiedenen Ländern und mein Papa hat für eine Austauschorganisation gearbeitet.“ Kein Wunder, dass es sie bereits früh in die Ferne zog. Während der Schulzeit lebte sie zwei Monate lang in einer irischen, nach dem Abitur drei Monate lang in einer US-Amerikanischen Gastfamilie. Während des Studiums verbrachte sie sechs Monate für ein Auslandssemester in Schottland und vier Wochen im Workcamp in Südafrika.

Menschen und ihr Leben kennenlernen

»Raus aus der Konformität und lernen, dass Menschen ganz unterschiedlich sind. Daran darf man sich auf Reisen, vor allem im Ausland, immer wieder erinnern.«

KATHARINA
über ihre Begeisterung für Workcamps

„Bei jeder meiner Reisen habe ich viel über mich selbst gelernt“, meint Katharina. Zum Beispiel sei ihre Toleranz anderen Menschen gegenüber ebenso gestiegen wie ihre Frustrationstoleranz: „In Schottland habe ich in einer WG mit Menschen sechs unterschiedlicher Nationalitäten gelebt“, erinnert sie sich. „Das war super, aber man erlebt auch manches Nervige mit, wenn viele unterschiedliche Persönlichkeiten aufeinandertreffen.“

Drei Jahre nach der Teilnahme am Workcamp entschloss sich Katharina dazu, selbst eine Reisegruppe zu leiten. „Ich bin älter geworden und fühle mich in mir selbst sicherer. Darum habe ich mich als Leiterin beworben.“ Außerdem finde sie das Konzept von Workcamps gut: „Man erreicht Menschen auf einer tieferen Ebene und kann wichtige Inhalte mit ihnen teilen, ohne sie einfach nur vollzulabern.“ Anstatt nur zu Reden gehe es um ganz praktischen interkulturellen, sozialen Austausch und umweltbewusstes Reisen.

Kochen
Gemeinsam Andere glücklich machen
Viele Leute, viele Münder
Bei der Arbeit

Neue Kulturen kennenlernen, Sprachkenntnisse aufpolieren,
Interessen entdecken


„Ich möchte auch anderen jungen Menschen die gute Erfahrung ermöglichen, die ich gemacht habe: Raus aus der Konformität und lernen, dass Menschen ganz unterschiedlich sind. Daran darf man sich auf Reisen, vor allem im Ausland, immer wieder erinnern.“

Workcamps vermitteln Einblick in unterschiedliche Facetten zuvor fremder Kulturen, verbessern Fremdsprachenkenntnisse und regen dazu an, neue Interessen zu entdecken. Für Katharina ist das die perfekte Mischung für eine gelungene Reise.

Sie selbst interessiert sich für Themen wie ein umweltbewusstes Leben in Gemeinschaft, Gesundheit und Ernährung, Sport und Kreativität. Ihr Sonderpädagogik- und Englischstudium verbindet Pädagogik, soziales Engagement und Sprache.“ All ihr Wissen könne sie auch in einem Workcamp gut anwenden, mit anderen teilen und gleichzeitig selbst Neues lernen.

»Ich habe viel Vertrauen in die Gruppe. Ich setze auf die Offenheit und Flexibilität der Teilnehmenden.«

KATHARINA

Jeder Teilnehmende eines Workcamps übernimmt im gemeinsamen Alltag zwar kleinere Aufgaben für die Gruppe, doch als Leitungsperson trägt Katharina etwas mehr Verantwortung. Sie ist zuständig dafür, dass es im Workcamp möglichst glatt läuft, trifft Absprachen mit Projektpartnern und ist Ansprechpartnerin für auftretende kleine und größere Sorgen der Mitreisenden.

In mehrtägigen Seminaren hat sie das Handwerkszeug dafür gelernt. „Ich motiviere die Gruppenmitglieder und vermittle ihnen, dass jeder etwas für das Gelingen der gemeinsamen Reise tun muss.“ „Vor Notfällen habe ich keine Angst. Ich habe viel Vertrauen in die Gruppe. Ich setze auf die Offenheit und Flexibilität der Teilnehmenden.“, sagte sie vorab.

Ihr Optimismus hat sich bewahrheitet, berichtet sie nach dem Workcamp. Im Camp lief alles glatt. “Die Erfahrung, ein Workcamp zu leiten und nicht nur als Teilnehmerin dabei zu sein, hat meine Erwartungen übertroffen.” Als Leitungsperson sei sie besonders gefordert gewesen, das Wohlergehen aller und eine positive Gruppendynamik stets im Blick zu haben. “Daran bin ich sehr gewachsen. Ich bin durch diese Verantwortung stärker und selbstbewusster geworden.

Workcamps finden in verschiedenen Ländern statt. Es gibt Camps in Europa, an denen jeder ab 16 Jahren teilnehmen kann. Workcamps in Übersee, das heißt in Amerika, Asien, Afrika und Ozeanien, sind je nach Projekt für Interessierte ab 17 oder 18 Jahren offen.

Weitere Informationen zu Workcamps der Kolping Jugendgemeinschaftsdienste gibt es auf www.kolping-jgd.de.

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