Zur SunftMUT berufen - das Motto für den Januar 2021.
04.01.2021

Holy Heroes 2021

Zur SanftMUT berufen

Januar: Holy Hero Franz von Sales

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von Miriam Pawlak

Wenn du etwas über meinen Charakter erfahren möchtest, dann wirst du oft in Büchern lesen, dass ich ausgesprochen liebenswürdig war. Vornehm, aber nicht eingebildet. Meine Hobbys waren Tanzen, Reiten und Fechten. Ich konnte ja auch nichts dafür, dass ich vom Adel abstamme.

Ich habe an der besten Uni Italiens Jura studiert und nebenbei auch Theologie. Die Kirchenväter Augustinus, Hieronymus und vor allem Cyprian haben mich fasziniert. Eigentlich hat mir die Theologie die ganze Zeit viel mehr Spaß gemacht. Ich habe beide Fächer abgeschlossen und nach dem Studium meinen Eltern die große Überraschung mitgeteilt: Ich wollte Priester werden. Ich sehe die Enttäuschung im Gesicht meines Vaters immer noch, wenn ich daran denke.

Ich gab der inneren Hingezogenheit zu Gott ganz nach und es fühlte sich richtig an. Am liebsten saß ich im Beichtstuhl und half den Menschen, ihre Tränen zu verstehen und zu verarbeiten. Daher kommt es auch, dass man mich für liebevoll und liebenswert hielt. Mir war es wichtig, niemanden zu verletzen oder nur plump zu vertrösten. Die Botschaft, die Gott für uns Menschen täglich neu bereithält, die ist so menschlich, dass wir sie annehmen können, ohne verängstigt vor dem großen Gott zu sein, ohne uns verurteilt zu fühlen.

Mein Lieblingswort ist Sanftmut

Franz von Sales

Vielleicht galt ich deshalb als Herzensflüsterer. Weil ich aus Erfahrung spreche und auch mich selbst zur Geduld mit mir gemahnt habe. Es bringt nichts, wenn wir uns selber richten; wir müssen lernen, unsere eigene Unvollkommenheit anzunehmen, sonst stürzen wir uns selbst ins Unglück. Gott möchte uns ja befreien. Das zu verkünden, war mir immer ein Anliegen.

Mein Lieblingswort ist daher Sanftmut. Es scheint mir das beste Wort zu sein, das sich in der Mitte von Liebe und Zorn einpendelt. Sanftmut drückt eine Milde aus, die ich nur Gott zuschreiben kann.

Über die Seelenruhe nachzudenken und dann auch Seelsorge zu treiben, das war meine Berufung. Ich habe den Menschen immer gesagt, dass wir unser Christsein leben müssen. Das Christentum, so meine Überzeugung, kann die Welt heiligen.

Religiös - mit einem Lächeln auf den Lippen

Unsere Aufgabe ist es, unser Leben religiös zu führen und zwar so, dass wir dabei lächeln. Wir haben einen frohmachenden, sinnstiftenden Glauben – da brauchen wir doch kein trauriges Gesicht zu machen. Wir dürfen auch trauern, klar, wir müssen es manchmal sogar. Aber fromm sein bedeutet für mich in erster Linie optimistisch eingestellt zu sein.

Wir haben es mit einem weitherzigen Gott zu tun. Die Frömmigkeit in der Welt war das neue Ideal, zu dem ich jedem geraten habe. Mich interessiert brennend, wie es bei dir aussieht: Wie nimmst du die Welt, den Alltag wahr? Kommst du deinem christlichen Auftrag nach und freust dich darüber, ein Kind Gottes zu sein?

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