03.12.2023
Geschichte des Ministrantendienstes

Wozu ist der Ministrant da?

„Ministrare“ – das ist Latein und bedeutet „dienen“. Daher kommt auch der heute oft benutzte Begriff für Ministranten: Messdiener.

Die ursprüngliche Notwendigkeit des Ministrantendienstes kommt daher, dass der Priester die Messe nicht allein feiert. Es ist nämlich nicht immer so, dass eine Gemeinde bei der Heiligen Messe dabei ist. Vor allem früher war es ganz normal, dass jeder Priester jeden Tag die Messe feiert. Da es aber mehr Priester gab, war es nicht immer unbedingt der Fall, dass der Priester eine Gemeindemesse hat. Um trotzdem zu verdeutlichen, dass das Feiern der Messe keine private Sache ist, sondern immer in der Gemeinschaft der Kirche geschieht, war es vor der Liturgiereform in der Mitte des letzten Jahrhunderts sogar verpflichtend, dass bei der Messe mindestens ein Ministrant anwesend war. Dabei mussten sie auch auswendig einige lateinische Gebete (z.B. das Stufengebet) mitbeten, welches einen Dialog zwischen Ministrant (als Stellvertreter der Gemeinde) und Priester schuf und für die gültige Feier notwendig war.

Bis zur Liturgiereform 1962 waren die Ministranten auch immer nur Männer oder Jungen, denn der Ministrantendienst hatte nebenbei noch das Ziel, diese an den Priesterberuf heranzuführen. Seit etwa dem Ende des letzten Jahrhunderts ist es aber auch möglich – und an den meisten Orten mittlerweile auch üblich –, dass auch Mädchen oder Frauen den Ministrantendienst übernehmen können.

Schon seit es Ministranten gibt, hat eine „Grundausbildung“ immer dazu gehört. Sie beinhaltet das Lernen der Gebete, das Lernen und Üben des Aufbaus der Messe, wie man mit dem Weihrauchfass umgeht und vieles mehr. Neben der liturgischen Ausbildung ist das Ministrant-Sein aber auch von einer Gemeinschaft geprägt. Die Ministranten einer Kirche oder Gemeinde unternehmen oft auch außerhalb der Gottesdienste etwas zusammen, lernen sich über die Jahre gut kennen und häufig entstehen daraus auch Freundschaften. Dabei lernen die Ministranten auch den Glauben und Jesus besser kennen und verstehen den Dienst am Altar nicht nur als eine Freizeitbeschäftigung, sondern auch als einen Dienst für Gott und die Menschen.

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