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11.04.2020

Ostern 2020

Hands Up And Hope!

Osterpredigt von Diözesanjugendpfarrer Stephan Schröder, Direktor des Jugendhauses Hardehausen

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Von Stephan Schröder

„Wie Sebastian Kurz die Auferstehung Österreichs plant“

Liebe Schwestern und Brüder in Christus!
So lautete die Überschrift in der Tageszeitung "Die Welt". Die österreichische Regierung hat als erste in Europa einen Exit-Plan aus den Anti-Corona-Maßnahmen verkündet. Strenge Regeln gelten aber weiterhin, fast überall ist Mundschutz nun Pflicht.

Der österreichsiche Bundeskanzler Sebastian Kurz wählt der Welt zufolge gerne religiöse Metaphern, wenn er deutlich machen will, dass die Lage ernst ist. Das Coronavirus zum Beispiel hat er einmal als „teuflisch“ bezeichnet, um den Unterschied zur normalen Grippe zu unterstreichen. Schon seit Beginn der Anti-Corona-Maßnahmen stellt er den Österreichern außerdem eine „Wiederauferstehung“ nach Ostern in Aussicht, wenn sie sich an die neuen Regeln halten. Mittlerweile gibt es auch in Deutschland erste Anzeichen dafür, dass ein Exit aus dem Shutdown immer näher rückt.

Liebe Schwestern und Brüder!
Wer wünscht sich das nicht. Dass endlich nach dem Herunterfahren des öffentlichen und privaten Lebens wieder überall das Leben einkehrt und zurückkommt.
Diese Erfahrung vom Shutdown zum Exit ist im weitesten Sinne auch eine österliche Erfahrung. Vom Herunterfahren des Lebens zum Hochfahren, vom Tod zum Leben. Doch es gibt einen entscheidenden Unterscheid: Ostern ist keine Exitstrategie, Ostern ist eine Exiterfahrung!

Alle zusammen: Hände emporheben und hoffen!

Auf unserer Osterkarte haben wir ein Bild des Auferstandenen ausgewählt, das ihn mit erhobenen Händen und seinen Wundmalen zeigt. Dazu haben wir die Überschrift gewählt: "Hands up and hope!", mit anderen Worten: "Hände emporheben und hoffen!" Das erinnert mich an den zweifelnden Thomas, der nicht glauben kann, dass Jesus von den Toten auferstanden ist. Er muss erst seine Wundmale sehen und sie berühren.

Auch im Evangelium war es kein Geringerer als Petrus und ein weiterer Jünger, die mit eigenen Augen sehen wollten, dass das Grab leer war. Wörtlich heißt es: „Er sah und glaubte!“

»Ostern ist das stärkste, das zuverlässigste und hoffnungsvollste Bild, worauf gerade die Menschheit schauen kann!«

Stephan Schröder
Diözesanjugendpfarrer

Ich frage mich, was wir in diesen Tagen der Krise und der weltweiten Pandemie sehen, was wir spüren, damit wir an die Rückkehr des Lebens glauben können?

Ich sehe zuerst die Wunden dieser Welt, ich sehe die Wunden so vieler Menschen, ich sehe die Todesopfer, ich sehe die vielen Erkrankten, ich sehe die Angst und die Ohnmacht, ich sehe den wirtschaftlichen Kollaps und der damit verbundenen sich anbahnenden sozialen Krise. Das alles sind schmerzhafte Wunden, die uns zu schaffen machen.

Zusammenhalten in der Coronapandemie

Ich sehe aber auch die Lebenszeichen, die mir Hoffnung schenken, ich sehe so viele Ärzte, Pflegerinnen und Pfleger, ich sehe die Forscherinnen und Forscher, die nach wirksamen Medikamenten und einem Impfstoff suchen, ich sehe die Angestellten der Lebensmittelgeschäfte, ich sehe so viele verantwortungsvolle Politiker, ich sehe so viele Menschen, die füreinander da sind, die sich Sorgen machen um Ältere und Risikogruppen, um Alleinstehende. Das alles sind doch hoffnungsvolle Lebenszeichen.

Ohne die Wunden Jesu zu sehen und zu fühlen, hätte der zweifelnde Thomas nicht geglaubt. Ohne ein leeres Grab zu sehen, hätte Petrus und ein weiterer Jünger nicht geglaubt. Gerade angesichts der Pandemie und der damit verbundenen Ängste sollten wir mehr nach hoffnungsvollen Zeichen suchen. In einer Talksendung sagte jüngst ein Virologe, dass die Menschen hoffnungsvolle Bilder benötigen, um mit der Krise umzugehen. Ostern ist das stärkste, das zuverlässigste und hoffnungsvollste Bild, worauf gerade die Menschheit schauen kann!

Liebe Schwestern und Brüder!
Der österreichische Bundeskanzler plant die Auferstehung seines Landes aus dem Shutdown. – Der Auferstandene Herr hat den größten Shutdown seines Lebens – den Tod – überwunden. Seine Exiterfahrung wird Gott sei Dank auch für uns zu einem erlösenden Lebenszeichen! Deshalb: "Hands up and hope!"

Möge Ostern Ihnen und Euch helfen, die Lebenszeichen Gottes zu entdecken! Gesegnetes Osterfest!

Hier kannst du das Cover-Motiv downloaden.

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