Punkrock aus der Scheune gewinnt die Wildcard
10.09.2014

Punkrock aus der Scheune gewinnt die Wildcard

LOUDER THAN BEFORE am 27. September

Rau, laut und impulsiv – so machen die fünf Verler Jungs von Punkrock. Jetzt haben sie die Wildcard gewonnen und treten bei LOUDER THAN BEFORE, dem ersten festival für christliche Rock- und Popmusik im Erzbistum Paderborn, am Samstag, 27. September, in der Lindenbrauerei in Unna auf.

Geschrammte Gitarren, raue Stimmen, ein turbulentes Schlagzeug – wenn Since4Days aus Verl in Nordrhein-Westfalen die Bühne betreten, wird richtig gerockt. Sie liefern echten Alternative Punk mit Metaleinflüssen und gesellschaftskritischen Aussagen.

Als sie über Freunde vom Aufruf des Festivals erfuhren, waren Since4Days gleich Feuer und Flamme. Sie hatten große Lust, ein nigelnagelneues Festival zu bespielen. Und es hat tatsächlich geklappt: aus acht Bands haben sie beim Onlinevoting die meisten Publikumsstimmen erhalten. „Wir freuen uns riesig auf den Gig und die anderen Bands“, sagt Bandmitglied Alexander (Alex) Walter.

Diesen Sommer scheint es für Since4Days sowieso gut zu laufen. Erst vor kurzem gab es bereits einen großen Motivationsschub durch das Festival „Holter Meeting“. Since4Days gewannen dort einen Bandwettbewerb und durften neben Itchy Poopskid und Haptix auftreten. „Das war ne unfassbar aufregende Sache“, erinnern sich die Jungs an ihren bisher größten Auftritt.

Vielleicht klappt die Zusammenarbeit derzeit auch so gut, weil die Jungs einen riesengroßen Bandraum im Dach einer Scheune eines Bauernhofs haben. Jeden Samstagmittag fahren sie gemeinsam dort hin aufs Land und spielen so lange, bis sie müde werden.

Seit April 2011 gibt es Since4Days. Der Name entstand am vierten Tag nach der Bandgründung. „Er hat keine weitere tiefgründige Bedeutung“, sagt Alex. „Wir müssen uns mal eine bessere Geschichte für den Namen überlegen.“ Den Namen haben sie über drei Jahre behalten, doch die Zusammensetzung hat sich mittlerweile geändert. Wie es für eine ordentliche Punkband gehört, mussten die Mitglieder zwischendrin getrennte Wege gehen. Mittlerweise ist die Kombi von Since4Days glücklich vereint: Lars Börmann singt und spielt die Lead Gitarre, Alexander Walter spielt die Rhythmus Gitarre, Felix Kerkhoff singt die Zweitstimme, Andreas Kaps spielt Schlagzeug, und ganz neu: am Bass ist Valentin Duhay zu finden. Alle sind zwischen 17 und 22 Jahre alt.

Die jetzige Truppe macht aber nicht nur Musik, um auf der Bühne zu stehen und kraftvoll zu unterhalten. Es geht ihnen auch um gesellschaftskritische Aussagen. „Eines unserer Vorbilder ist System of a down“, sagt der Sänger. „Wir wollen mit unseren Texten zum Nachdenken anregen.“ Es geht viel um Liebe, Emotionen, Umweltthemen - auch der Glaube spielt eine Rolle, sagen sie.

Für seine politischen und gesellschaftlichen Texte hockt sich Sänger Lars am liebsten alleine ins stille Kämmerlein. „Dort kann ich am besten etwas runterrattern“, sagt Lars. Dort kann er nachdenken, zum Beispiel über Gruppenzwang, gesellschaftliche Vorgaben, Individualismus und Zusammenleben. Die musikalische Komposition geschieht meist im Team.

Doch so erfolgreich wie diesen Sommer lief es für Since4Days nicht immer. Einmal wurden sie für einen Auftritt angefragt, die Vorfreude war groß. Schließlich mussten sie vor einem Publikum von 5 Leuten spielen, obwohl es hieß, dass über 100 Leute kommen würden. „Das ist für eine Newcomer-Band natürlich deprimierend“, sagt Lars. „Aber es gehört zum Bandleben dazu.“

Ebenso wie Aufnahmen. Die letzte richtige EP stammt aus dem Sommer 2012. Diesen Winter haben Since4Days zwei neue Lieder aufgenommen. Und der große Traum? Ein Album. Doch so weit können sie derzeit nicht denken, da zwei der Bandmitglieder nächstes Jahr Abitur machen und vielleicht für ihr Studium die Stadt verlassen. Bis dahin werden die Jungs erst einmal die Sommersaison 2014 mit möglichst vielen Bühnenauftritten glorreich und energetisch ausklingen lassen.

Mix

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