Das Friedenslicht wird jedes Jahr von Pafdfinderinnen und Pfadfindern weitergegeben.
13.12.2021

Miteinander

Das Olympische Feuer aus Bethlehem

Das Friedenslicht - Friedensbringer und Weihnachtsbote

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von Lioba Vienenkötter

Ich sitze bei einer Party und unterhalte mich mit dem Freund der Gastgeberin. „Und du kennst Sina von damals, als ihr das Olympische Feuer geholt habt, oder nicht?“, fragt er. Ich bin etwas irritiert, muss dann aber lachen: „Wie Olympisches Feuer? Du meinst wohl das Friedenslicht?“ Mit dem Olympischen Feuer habe ich nichts am Hut, ich bin keine Sportlerin, ich bin Pfadfinderin. Aber die Verwechslung gefällt mir.

Wenn ich es mir recht überlege, haben das Olympische Feuer und das Friedenslicht mehr gemeinsam, als ich im ersten Moment so dachte. Beide haben einen weiten Weg hinter sich: Das Olympische Feuer wird im griechischen Ort Olympia entzündet und dann in den jeweiligen Austragungsort der Olympischen Spiele getragen. Das Friedenslicht hat seinen Ursprung in der Geburtsgrotte Jesu in Bethlehem und wird von da aus von Pfadfinderinnen und Pfadfindern in die Kirchen und Haushalte, die Krankenhäuser, Kindergärten und Altenheime ihrer Heimatstädte gebracht. Beide Lichter tragen dabei den Gedanken des Friedens in sich und verbinden Menschen über Landesgrenzen hinaus in Frieden. Das Olympische Feuer stammt aus der antiken Tradition. Während der Olympischen Spiele herrschte in Griechenland Waffenruhe. Um diese zu unterstreichen, wurde zu Ehren der Göttin Hestia und als Zeichen des Friedens die Olympische Flamme entzündet. Pfadfinderinnen und Pfadfinder heute zeigen mit dem Überbringen des Friedenslichtes: Ich habe an dich gedacht. Ich lasse dich nicht allein im Dunkeln und bringe dir das Licht, um dir eine Freude zu machen. Fängt da nicht Frieden an, wo wir an andere denken?

Ein weiterer Punkt ist den beiden Flammen gemein: Das olympische Feuer markiert alle vier Jahre aufs Neue den Beginn der Olympischen Spiele. Auf der großen Eröffnungsfeier wird das Feuer in einer Schale entzündet, danach beginnen die Wochen des sportlichen Wettkampfs. Das Friedenslicht, das am 3. Adventssonntag in den deutschen Diözesen verteilt wird, ist über die Jahrzehnte hinweg zu einer festen Institution der Vorweihnachtszeit geworden. Nichts kündigt für mich das Nahen des Heiligen Abends so zuverlässig und freudig an wie die Aussendung dieses Lichtes.

Umso mehr freue ich mich also nun, dass die kleine Flamme, das Friedenslicht aus Bethlehem, nun auf meinem Schreibtisch brennt. Weihnachten ist nah.

Dieser Text entstand im Rahmen des Online-Adventskalenders der Diözesanstelle für Berufungspastoral. Auf dem Instagram-Account der Diözesanstelle findet ihr den ganzen Advent über schöne und besinnliche Impulse zu verschiedenen Themen.

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