Brandstifter entfachen Junge Kirche
14.02.2013

Brandstifter entfachen Junge Kirche

Neues Projekt in Langenholthausen gestartet

„Ab ins Feuer damit!“- diesem Aufruf folgten gestern Abend über 200 Jugendliche und junge Erwachsene in der St.-Johannes-Kirche in Langenholthausen im Sauerland. Sie übergaben dem Feuer im Altarraum all das, wovon sie sich zum Beginn der Fastenzeit befreien, lösen und trennen wollten. Und anstecken lassen wollten sie sich auch, das Feuer der Jungen Kirche Balve wurde mit diesem Gottesdienst am Aschermittwoch neu entfacht. Zum dritten Mal organisieren Jugendliche im Pastoralverbund Hönnetal eine Junge Kirche für die Dauer der Fastenzeit und der Kar- und Ostertage. Über 30 Veranstaltungen stehen in den nächsten Wochen auf dem Programm.

Beim Gottesdienst gestern Abend machte die Kirche im kleinen Dörfchen Langenholthausen zwischen Balve und Sundern noch nicht den Eindruck einer Jungen Kirche – bis auf das jugendliche Publikum in der vollbesetzen Kirche sah alles aus wie sonst. „Wir starten heute Abend erst mit dem Umbau und hoffen, Sonntag fertig zu sein“, erzählt Michael Sprenger aus dem Leitungsteam. So können mehr Jugendliche angesprochen werden, mitzumachen beim Umbau. Bänke werden umgestellt, Licht- und Tontechnik installiert. Vieles soll aber noch eine Überraschung bleiben.

Geändert hatte sich dafür die Form des Gottesdienstes. Statt der Orgel griffen Jugendliche um Gemeindereferentin Elke Luig zu Instrumenten und Mikrophon. Die Besucher konnten aktiv werden und all das auf kleine Zettel schreiben, das sie zu Beginn der Fastenzeit los werden wollten. “Abgebrannt – Asche her” war der Titel des Gottesdienstes und Pfarrer Andreas Schulte verteilte das Aschenkreuz. „Unser Glaube ist nichts ohne das Kreuz, das uns einlädt, die Verbindung zu Gott und unseren Mitmenschen zu halten“, so Pfarrer Schulte. Weiter erklärte er: „Dieses Aschekreuz steht aber auch für Vergänglichkeit und unser Glaube gibt uns eine Antwort darauf: Gott begleitet uns.“ Als Erinnerung daran wurden kleine Streichholzschachteln mit dem Motto „Achtung – Junge Kirche - Ansteckungsgefahr“ verschenkt. Dazu gab es einen Merkzettel: „Das nehme ich mir vor für die Fastenzeit 2013“, der nicht verbrannt, sondern ausgefüllt und aufbewahrt werden soll.

„Wir hoffen, hier eine Menge zu bewegen“ - das ist nicht das, was sich Michael Sprenger auf seinen Merkzettel geschrieben hat, sondern seine Botschaft mit Blick auf das Programm der Jungen Kirche. Junge Menschen sollen feststellen, dass sie Kirche mitgestalten und Gottesdienste in ihrer Sprache und mit ihrer Musik feiern können. Und Mitorganisatorin Melanie Busche meint: „Mir ist es wichtig, junge Leute für den Glauben zu begeistern.“ Es brauche Angebote, die junge Menschen ansprechen. Diese Angebote hat auch Pfarrer Andreas Schulte in seiner Jugendzeit erlebt und ist deshalb ein überzeugter Befürworter des Projektes. „Ich würde heute nicht hier als Priester stehen, hätte es nicht auch in meiner Heimat solche Angebote für junge Menschen gegeben“, sagt er. Eine Junge Kirche sei für ihn ein „Highlight im Dienst“. Sein Wunsch zu Beginn des Gottesdienstes war deshalb: „Verdrängen wir die Wassermassen der Enttäuschung und werden zu Brandstiftern des Glaubens.“

Das Programm „Achtung – Junge Kirche - Ansteckungsgefahr“ ist die Fortführung der beiden vorherigen Projekte „Junge Kirche“. Fast ein halbes Jahr lang haben die rund 15 Jugendlichen und jungen Erwachsenen sowie einige Mitglieder aus dem Pastoralteam die Veranstaltungen geplant und ein vielfältiges Programm aufgestellt. Jeden Sonntagabend ist beispielsweise um 18 Uhr ein Jugendgottesdienst, am kommenden Sonntag, 17. Februar, mit Diözesanjugendpfarrer Stephan Schröder. Es wird Mädels- und Jungs-Abende sowie einen regelmäßigen „JuKi-Talk“ zur unterschiedlichen Themen geben. „Da darf diskutiert und sich ausgetauscht werden über Gott und die Welt“, verrät Michael Sprenger. Ein Highlight ist am 22. Februar das Konzert mit Tobias Hundt und Band. Das Konzert soll ein Abend mit Pop-Rock-Musik und christlichen Liedtexten werden. Der Frontsänger und seine vierköpfige Band sorgen deutschlandweit bei ihren Auftritten für mitreißende Beats, regen mit ihren deutschsprachigen Songs aber gleichzeitig zum Nachdenken an – über das Leben, das große Wort „Gnade“ oder die Beziehung zu Gott.

Hier gibt es das komplette Programm.

Die Besucher übergaben dem Feuer im Altarraum all das, wovon sie sich zum Beginn der Fastenzeit befreien, lösen und trennen wollten.
Musik machten einige Jugendliche um Gemeindereferentin Elke Luig.
Zettel nehmen...
...und ausfüllen.
Michael Sprenger (2.v.l) und weitere Jugendliche des Vorbereitungsteams verteilten Merkzettel und Streichholzschachteln.