Die Band
20.12.2017

Exklusiv

Die Band hat was zu sagen

„Mahendra“ machen experimentellen Pop mit tiefsinnigen Texten
test
Von Marie Eickhoff
Sie haben sich als Gasthörer an der Musikhochschule in Münster getroffen. Jetzt sind Lukas Streich, Robin Plenio und Björn Tillmann die Band „MAHENDRA “. Ihre erste gemeinsame CD heißt Koordinaten. Es ist eine EP auf Deutsch mit Musik, die zu eisigen Wintertagen passt. Ihre Musik beschrieben sie als „experimentellen Indie-Post-Pop“. Was das bedeutet, erklärt Sänger und Songwriter Björn Tillmann im Interview.
Die aktuelle EP der Band heißt "Koordinaten"

»Ich habe das Gefühl, dass wir beim Spielen ein atmosphärisches Bett erzeugen, in das wir uns fallen lassen können.«

Das Album kann man kostenlos bei Spotify hören.

Ihr sagt, eure Musik sei experimentell. Was heißt das?
Bis jetzt habe ich meistens akustische Musik gemacht, in klassischen Sets. So Klavier, Gitarre, Schlagzeug, Bass. Jetzt arbeiten wir mit viel mehr Technik. Robin, der eigentlich Gitarre studierte, spielt bei MAHENDRA zum Beispiel fast nur Synthesizer. Auf meine Stimme haben wir zwischendurch Effekte gelegt und Lukas am Schlagzeug spielt eh eher unkonventionell. Die Lieder haben deshalb viele löchrige Rhythmen statt einem durchlaufenden Beat.

Was kann eure Musik, was akustische Musik nicht kann?
Viele gute Sounds sind beim Proben per Zufall entstanden, einfach aus Versehen passiert. Das macht Spaß. Und ich habe das Gefühl, dass wir beim Spielen ein atmosphärisches Bett erzeugen, in das wir uns fallen lassen können.

Obwohl ihr viele ungewöhnliche Sounds benutzt, liegt der Fokus eurer Lieder auf dem Text. Warum hast du sie auf Deutsch getextet?
Als Muttersprachler habe ich das Gefühl, dass ich mich auf Deutsch besser ausdrücken kann. Da kann ich auch kleine Nuancen verändern, und die Texte bekommen mehr Tiefe. Deutsch ist eine schöne Sprache, die durchaus poetisch klingen kann.

Mehr als Mainstream

Was ihr macht, ist nicht unbedingt Wohlfühlmusik…
Stimmt. Meine Absicht ist auch überhaupt nicht Wohlfühlmusik zu machen. Ich bin gerne ungemütlich. Wir haben was zu sagen. Deshalb dürfen die Lieder andere ruhig vor den Kopf stoßen. Im Lied „Ozean“ geht es zum Beispiel um Dinge, einen immer wieder einholen, die man aber am liebsten am Meeresboden liegen lassen würde. Meine Texte haben viele Gesichter und sind absichtlich zum Teil mehrdeutig formuliert.

Wer Mahendras Musik hört, darf aufmerksam lauschen.

Warum schreibst du denn nicht Mainstream-Musik, die sofort im Radio laufen könnte?
Vincent Weiß, Tim Benzko und Max Giesinger haben für ihre Musik kürzlich wieder einen Preis gekriegt, ich weiß. Ich bin aber gar kein Fan von ihrer Musik. Denn es sind meistens Texte, die keinem wehtun. Danach geht es einem nicht supergut und nicht schlecht. Das kann schön im Radio laufen. Ich denke mir aber: Wenn wir schon diesen Sprachraum Musik haben, soll Musik die Leute auch anregen. Meistens erzähle ich Geschichten, zum Beispiel Dinge, die ich mit anderen Person erlebt habe. Das kann ich dann direkt fühlen.

Euren Liedern muss man schon zuhören, um sie zu verstehen. Was ist das perfekte Setting, um euer Album zu hören?
Am Abend oder in der Nacht. Bei einem Glas Rotwein. Allein oder mit lieben Menschen und dann je nachdem über eine schöne Musikanlage oder – noch besser – mit guten Kopfhörern.

Warum habt ihr eure EP „Koordinaten“ genannt?
Wir sind alle kurz vor Ende des Studiums. Das ist irgendwie so eine Orientierungsphase. Wir wissen, wohin wir wollen, aber noch nicht genau wie. Deshalb: „Koordinaten“.

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