Junge Menschen geben Essen undn Trinken aus.
Junge Menschen geben Essen undn Trinken aus.
26.01.2021

Seelenstärker

Nächstenliebe für alle!

Was wäre, wenn Nächstenliebe eine Pflicht wäre?

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von Helena Schmidt

Manchmal verliere ich mich in Gedanken und Ideen. Ich träume von Situationen, die so nie eintreffen werden. Ich denke an Gespräche, die ich nie führen werde. An Begabungen, die ich nie haben werde. Und doch stecken in Träumen und Gedanken viele Sehnsüchte, bei denen es sich lohnt, sie weiter zu denken.

Stell doch mal die Frage: Was wäre, wenn du in der Kirche etwas verändern könntest? Dir fällt sicherlich schnell etwas ein.

Ich träume von einer Welt voller Nächstenliebe, in der sich alle Christen für ihr Gegenüber einsetzen, sich engagieren, Leid und Not sehen und helfen. Würde es dann, zumindest in unserer Religion, ein Paradies auf Erden geben?

Pflicht zur Nächstenliebe?!

Ich frage mich: Was wäre, wenn Nächstenliebe eine Pflicht wäre? Natürlich ist eine Verpflichtung für einen Dienst am Nächsten in unserem Rechtsstaat nicht denkbar. Aber lass uns mal die Konsequenzen oder die Idee weiter denken.

Stellen wir uns einmal vor, jede und jeder würde eine Aufgabe der Nächstenliebe übernehmen. Ein Ehrenamt, einen Freiwilligendienst, Essen anreichen im Seniorenheim oder etwas anderes. Würde sich der Blick für Leid und Not in unserer Gesellschaft verändern? Würden wir vielleicht mehr Akzeptanz und Respekt für „Helferberufe“ übrig haben? Würde die Spendenbereitschaft steigen?
Die Hand einer jungen Frau hilft einer alten Dame.

Mehr Leid sehen

Ich träume davon, dass wir weniger wegschauen, mehr Leid sehen und handeln. Den Mund aufmachen.

Liebe kann keine Pflicht sein. Ohne Freiwilligkeit, ohne einen eigenen Antrieb, ist es undenkbar, Menschen ein Engagement näher zu bringen. Doch, was wäre, wenn es jede und jeder einfach tun würde?

Vielleicht würden viele Begabungen, Leidenschaften, eine Erfüllung oder einen größeren Sinn im Leben finden. Vielleicht braucht es einen Antrieb, um diese Erfahrung jedem zugänglich zu machen. Und wem es nichts gibt oder sehr schwer fällt… ein Zurück ist immer möglich.

Eine tiefe Wertschätzung gespürt

Was denkst du dazu? Würde es dir etwas geben oder denkst du vielleicht konkret an jemanden, von dem du überzeugt bist, dass es für sie oder ihn eine Chance zur eigenen Weiterentwicklung wäre?

Ich erinnere mich an meine Schulzeit. Im elften Schuljahr war es für unsere Klasse Pflicht, ein Sozialpraktikum zu absolvieren. Anfangs war das Murren groß. Einige beschwerten sich: „Ich möchte aber etwas Technisches lernen“. Oder „ich möchte nicht alte Menschen füttern“.

Nach dem Praktikum war die Stimmung ganz anders. Die „coolen Typen“ sind mit prägenden Eindrücken zurückgekommen. Ich selbst war überwältigt, wie nah ich im Altenheim an die „Omis und Opis“ rangekommen bin und wie viel Dankbarkeit, wie viel Vertrauen mir entgegengebracht worden ist. Und auf der anderen Seite auch wie viel Zeit ich für Gespräche hatte, während die Krankenschwestern Organisatorisches zu regeln hatten.

Nicht nur mein Blick hat sich verändert, viele Mitschülerinnen und Mitschüler sind geerdet zurück in den Schulalltag gekommen. Berufliche Klarheit hat es bei einigen gegeben, aber vor allem eine tiefe Wertschätzung für alte, kranke Menschen, für Menschen mit Behinderung oder mit Förderbedarf. Ich bin über diese Erfahrung noch heute sehr dankbar und wünsche jungen Menschen, sich die Zeit für einen solchen Einblick zu nehmen.

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