Für Teresa von Ávila ist das geistliche Leben wie ein Garten
Für Teresa von Ávila ist das geistliche Leben wie ein Garten
15.10.2022

Body & Soul

Das geistliche Leben als Garten

Einblicke in das Leben der hl. Teresa von Ávila

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von Theresa Oesselke

Heute ist der Gedenktag der hl. Teresa von Ávila. Vor genau 440 Jahren ist die „große Teresa“, wie sie auch genannt wird, in Spanien verstorben. Es ist auch für mich ein besonderer Tag, denn sie ist meine Namenspatronin. Damit bin ich in meiner Familie nicht allein: auch für meine Großmutter und meine inzwischen verstorbene Urgroßmutter ist sie die Namenspatronin. Daher begleitet mich diese Heilige schon mein ganzes Leben. Immer wieder habe ich mich gefragt: Wer war Teresa von Ávila und worin kann sie mir als Namenspatronin heute ein Vorbild sein?

Weg ins Kloster und schwere Krankheit

Teresa wurde im Jahr 1515 im spanischen Ávila geboren. Nach einer glücklichen Kindheit trat sie im Alter von 20 Jahren in ein Karmelitinnenkloster in ihrer Heimat ein. Aber sie fühlte sich hin- und hergerissen zwischen ihrer Sehnsucht nach Gott und der Welt außerhalb der Klostermauern. 


In jungen Jahren wurde Teresa schwer krank. Sie durchlebte eine schwere Zeit und die Ärzte konnten ihr keine Hoffnungen mehr machen. Ihre Mitschwestern begannen bereits, das Begräbnis zu planen.

Teresa von Ávila
Teresa von Ávila

Gebet als Verweilen bei einem Freund

Während dieser schweren Zeit der Krankheit entdeckte Teresa das „innere Beten“. Das innerliche Gebet ist für sie wie das „Verweilen bei einem Freund, mit dem wir oft allein zusammenkommen, weil wir sicher wissen, dass er uns liebt.“
Aus diesen Gebetserfahrungen wuchs ein immer größerer Widerstand gegen das Klosterleben ihres Ordens, das Teresa als zu festgefahren erschien. Sie begann mit der Reform des Karmeliterordens und gründete selbst mehrere neue Klöster: den Orden der „Unbeschuhten Karmelitinnen“.

Im Jahr 1582 wurde Teresa erneut krank und starb auf einer Reise in Alba de Tormes. Teresa hatte viele Visionen und wurde als erste Frau in der Kirche zur Kirchenlehrerin erhoben. Bereits 1622 wurde sie heiliggesprochen.

Gleichnis vom Garten

Im Laufe ihres Lebens hat Teresa unzählige Texte und Schriften verfasst. Mein Lieblingsbild ist ihr Gleichnis vom Garten. Teresa sagt, dass man das eigene geistliche Leben wie einen Garten pflegen muss. Man muss dafür sorgen, dass er regelmäßig gegossen wird und die Pflanzen wachsen können. Je mehr man den Garten bewässere, desto fruchtbarer werde er. Manchmal ist es auch Gott selbst, der es regnen lässt und so unser geistliches Leben bewässert. Unser Garten des geistlichen Lebens ist der Ort, wo wir Gott begegnen können.

Darstellung der hl. Teresa von Giovanni Lorenzo Bernini in der Kirche Santa Maria della Vittoria in Rom
Darstellung der hl. Teresa von Giovanni Lorenzo Bernini in der Kirche Santa Maria della Vittoria in Rom

Wenn ich heute an meinem Namenstag, genau 440 Jahre nach ihrem Tod, an das Leben und Wirken der heiligen Teresa denke, dann kommen mir vor allem zwei Fragen in den Sinn: Ist für mich Beten auch das Verweilen bei einem guten Freund? Und: Wie sieht eigentlich mein Garten des Glaubens aus, wann gieße ich die Pflanzen darin?

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